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Frauengesundheit und Bluttransfusionen

Zeiten ändern sich – die Labordiagnostik auch

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Spenderblut rettet vielfach Leben, ist für den Patienten, der es erhält, aber auch mit Risiken verbunden. Deshalb sollte jede Bluttransfusion sorgfältig abgewägt werden. Auch vor dem Hintergrund, dass Blutkonserven vielerorts Mangelware sind. Dr. med. Gudrun Hintereder, Leiterin des Zentrallabors des Universitätsklinikums Essen beschäftigt sich daher gemeinsam mit Kollegen im 2014 gegründeten deutschen PBM-Netzwerk mit der Frage, wie Anämien im Krankenhaus durch ein besseres Management des Patientenbluts (engl. PBM – Patient Blood Management) entgegengewirkt oder wie diese idealerweise sogar vermieden werden können.

Mit Patient Blood Management gegen Anämien

Die Ursachen für Blutarmut, die mitunter eine Bluttransfusion notwendig machen kann, sind vielfältig und reichen von schweren Verletzungen, über Entbindungen, Operationen bis hin zu bestimmten Erkrankungen beispielsweise Krebs. Nicht selten entsteht eine Anämie aber auch erst im Krankenhaus, insbesondere bei schwerkranken Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden. Dann nämlich, wenn dem ohnehin geschwächten Patienten, dessen Hb-Wert sich eventuell schon an der unteren Grenze des Normbereiches bewegt, durch Blutentnahmen eine nicht zu unterschätzende Menge Blut für Labordiagnostik entnommen wird. Wie Dr. Hintereder in ihrem Vortrag anschaulich machte, können dabei je nach Erkrankungsbild und angeforderten Untersuchungen mitunter deutlich über 1000 ml Blut pro Woche zusammen kommen. Blut, das der Patient eigentlich nicht „übrig“ hat.

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Hier setzt das Patient Blood Management an, dessen Ziel es ist, durch eine Reihe z.T. konzertierter Projekte wie der Konsolidierung & Automatisierung, der Zentralisierung & Prozessoptimierung, der Zentralisierung dezentraler Laboratorien, der streng indikationsbezogenen Profil-Diskussion, der Optimierung der Anämie-Diagnostik und einer Volumen-Reduktion der Monovetten als Produktentwicklungsprojekt gemeinsam mit deren Hersteller Patientenblut einzusparen und die Zahl der Bluttransfusionen zu reduzieren. Gleichzeitig könne die Umsetzung auch zu einer Reduktion der Personal- und Betriebskosten beitragen, erläutert Hintereder. Wenn man so will eine Win-win-Situation, wobei der Nutzen für den Patienten sicherlich höchste Priorität hat.

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