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Chemische Abwehrmechanismen im Tierreich
Kommunikation der Krebse

Das Gespräch führte Dr. Ilka Ottleben 3 min Lesedauer

Chemische Signale spielen im Tier- und Pflanzenreich eine große Rolle – zur Kommunikation, aber auch zur Abwehr von Fressfeinden. Bei Krebstieren sind diese Signale indes weitgehend unerforscht. An der Universität Greifswald will man das ändern – auch mithilfe moderner chromatographischer Verfahren.

Dr. Andreas Fischer, Universität Greifswals(Bild:  Universität Greifswals)
Dr. Andreas Fischer, Universität Greifswals
(Bild: Universität Greifswals)

Bei Insekten weiß man bereits viel über deren chemische Abwehrmechanismen, um sich gegen Fressfeinde zu schützen. Bei Krebstieren ist hierzu noch sehr wenig bekannt. An der Uni Greifswald wurde untersucht, wie sich die gewöhnliche Kellerassel (Porcellio scaber) davor schützt, z.B. von Spinnen gefressen zu werden. Wie macht sie das?

Dr. Andreas Fischer: Genau, bei Krebstieren wissen wir kaum wie sie kommunizieren, obwohl sie die nächsten Verwandten zu den gut studierten Insekten sind. Krebstiere sind auch hoch divers und unsere Studie befasste sich nicht mit den im Wasser lebenden Krebsen, sondern fokussierte auf eine evolutiv junge Gruppe von Krebstieren, die das Land besiedelten: Die Landasseln (Oniscidea). Mit dem Lebensraumwechsel vom Wasser auf das Land haben diese Tiere einige Anpassungen erlebt – und natürlich ganz neue Fressfeinde wie Insekten oder Spinnen. Eine der Anpassungen an das Landleben sind „tegumentale“ Drüsen, die sich in jedem Körpersegment jeweils seitlich befinden. Wenn die Assel angegriffen wird erscheinen kleine und zunächst klare Tröpfchen, die sich schnell trüben. Versuche aus den 1950er-Jahren erwähnten bereits, dass diese Tröpfchen scheinbar eine Abwehrfunktion gegen Fressfeinde haben könnten. Weitere Untersuchungen in den 1990er-Jahren stellten dann fest, dass diese Tröpfchen aus Proteinen bestehen und schnell koagulieren, also zähflüssig werden. Erst jetzt konnte unsere Gruppe feststellen, dass dieses Sekret vier strukturähnliche Chemikalien enthält, welche Fressfeinde davon abhalten das Tier zu fressen.

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