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Fraunhofer-Projekte bestätigen positive Effekte

Zirkadianes Licht: Fit für den Tag mit dem richtigen Licht?

| Autor / Redakteur: Iris Kumpmann & Stephanie Wehr-Zenz* / Dr. Ilka Ottleben

An die Tages- und Nachtzeit angepasster Lichtverlauf (zirkadianes Licht) hat positive Effekte auf Menschen, die einen Großteil des Tages unter künstlicher Beleuchtung verbringen.
An die Tages- und Nachtzeit angepasster Lichtverlauf (zirkadianes Licht) hat positive Effekte auf Menschen, die einen Großteil des Tages unter künstlicher Beleuchtung verbringen. (Bild: © Foto Fraunhofer UMSICHT)

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Natürliches Licht stimuliert viele vegetativ-hormonelle Prozesse im menschlichen Körper und trägt entscheidend zu unserer Tagesform bei. Heutzutage verbringt der Mensch jedoch einen Großteil des Tages unter künstlicher Beleuchtung. Moderne Beleuchtungstechnik erlaubt es jedoch heute bereits, das Farbspektrum von elektrischen Leuchten automatisch und tageszeitspezifisch anzupassen – mit offenbar positiven Effekten auf den Menschen. Am Fraunhofer UMSICHT berichten Experten aus der Praxis und stellen aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Oberhausen – Licht und seine Aufgaben sind vielseitig und von großer Bedeutung für das Leben. Es ermöglicht uns nicht nur zu sehen, seine sich im Tagesverlauf farblich verändernde Zusammensetzung hat Einfluss auf den Tagesrhythmus und die Tagesform des Menschen. Natürliches Licht stimuliert viele vegetativ-hormonelle Prozesse im menschlichen Körper wie die Herzschlagrate, die Körperkerntemperatur und das Schlafverhalten und stellt somit einen natürlichen Wohlfühlfaktor dar. Heutzutage verbringt der Mensch jedoch einen Großteil des Tages unter künstlicher Beleuchtung, wodurch die positive Wirkung des biologischen Tageslichts auf den Menschen verloren geht.

Die Erkenntnis, dass die spektrale Zusammensetzung des uns umgebenden Tageslichts auch das Empfinden, die persönliche Leistungskurve sowie Wachheit und Müdigkeit beeinflusst, führte zu zahlreichen Innovationen rund um die Beleuchtungstechnik. Aktuelle Entwicklungen etwa ermöglichen die automatische, tageszeitspezifische Anpassung des Farbspektrums von elektrischen Leuchten. Und das hat positive Effekte auf Menschen, die einen Großteil des Tages unter künstlicher Beleuchtung verbringen.

Zirkadianes Licht wirkt sich positiv auf die Tagesform aus

„Der Tageszeit angepasstes künstliches Licht folgt dem Vorbild der Natur“, weiß Martin Distelhoff aus der Abteilung Informationstechnik bei Fraunhofer UMSICHT. Morgens führt Licht mit hohem Blauanteil zu Wachheit, bedingt durch die unterdrückte Ausschüttung des Hormons Melatonin. Eine Reduzierung des Blauanteils am Nachmittag entspricht dem natürlichen Verlauf des Tageslichts, lässt die körpereigene Ausschüttung des Melatonins steigen und unterstützt so die Verstetigung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die positiven Auswirkungen durch den Einsatz neuer Beleuchtungstechnologien wurden mit Beteiligung von Fraunhofer UMSICHT in zwei Projekten bestätigt.

Am 8. März informiert die Veranstaltung UMSICHT: Zur Sache! bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen über die Hintergründe und Chancen dieses noch jungen Arbeitsfelds künstlicher Beleuchtung. Unter dem Titel „Beste Tagesform mit dem richtigen Licht“ berichten Experten über den technischen und medizinischen Stand der Dinge und erläutern, was bei der Planung und Installation zu berücksichtigen ist. U. a. werden Ergebnisse, die im Rahmen einer Untersuchung in einer Wohnstätte für Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie im Bereich der Schichtarbeit in der Automobilproduktion erreicht wurden, vorgestellt. Dazu besteht die Möglichkeit, Informationen auszutauschen und mit den Akteuren zu diskutieren. Durch die Veranstaltung führt Prof. Dietrich Grönemeyer vom Grönemeyer Institut für MikroTherapie, Bochum.

Künstliches Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

Das Forschungsprojekt ILIGHTS untersuchte dazu aktuell die physiologischen und kognitiven Effekte eines neuen LED-Beleuchtungssystems, das fehlendes Tageslicht zukünftig ersetzen könnte. Getestet wurde die Technologie seit Oktober 2017 an Schichtarbeitern im BMW-Werk in München - mit dem langfristigen Ziel, das gesundheitliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern.

Die Folgen einer Abstinenz von natürlichem Licht sind besonders bei Schichtarbeitern zu beobachten, die acht bis zehn Stunden bei wechselnden Arbeitszeitrhythmen ohne Sonnenlichteinstrahlung unter künstlicher Beleuchtung verbringen und häufig unter Schlafproblemen und Störungen des Wohlbefindens leiden.

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