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Klimaforschung über dem Rheinland

Atmosphärenscreening aus dem Zeppelin

| Autor / Redakteur: Dr. Regine Pankin / Christian Lüttmann

Zeppelin NT bei der Messkampagne Pegasos im Jahr 2012
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Zeppelin NT bei der Messkampagne Pegasos im Jahr 2012 (Bild: Forschungszentrum Jülich)

Treibhausgase und Feinstaub belasten die Umwelt. Ihnen auf der Spur sind Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich. Sie sammeln mit dem Zeppelin NT im September 2019 Daten zur Luftqualität direkt vor Ort – in bis zu 300 Metern Höhe. Flugziele sind unter anderem Bonn, Köln und Mönchengladbach.

Jülich – Für den September 2019 bekommt der Zeppelin NT ein besonderes Upgrade: Jülicher Wissenschaftler haben in der Zeppelin-Werft in Friedrichshafen eine Alubox unterhalb der Passagierkabine eingebaut. Der unscheinbare Kasten enthält neuartige, miniaturisierte Sensoren mit geringem Stromverbrauch, die während der Flüge Kohlenmonoxid, Stickoxide sowie Ozon messen. Dazu kommen zwei Partikelzähler, die den Feinstaubgehalt der Luft erfassen sollen.

„Ziel ist es zunächst, diese neuen einfachen Low-Cost-Sensoren im Einsatz auf dem Zeppelin NT zu testen. Längerfristig soll das Instrumentenpaket wiederholt bei Zeppelinflügen im Rheinland eingesetzt werden und Veränderungen der Luftqualität während des bevorstehenden Strukturwandels in der gesamten Region erfassen“, sagt Prof. Astrid Kiendler-Scharr, Direktorin des Instituts für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre.

Nicht der erste Einsatz als fliegender Luftsensor

Die Jülicher Atmosphärenforscher nutzen den Zeppelin NT bereits seit 2007 als Messplattform. 2012 und 2013 koordinierten sie den bisher größten wissenschaftlichen Einsatz des Luftschiffs beim EU-Großforschungsprojekt „Pegasos“: Drei mehrwöchige Flugkampagnen führten sie in die Niederlande, um die Alpen über das italienische Festland, die Adria und nach Finnland. Untersucht wurden dabei die Zusammenhänge zwischen Atmosphärenchemie und Klimawandel. Die Messkampagnen lieferten experimentelle Daten aus einer bis dahin nur sehr wenig untersuchten Schicht der Atmosphäre.

Die besonderen Flugeigenschaften des Zeppelin NT machen ihn auch 2019 zu einem idealen Transportmittel für die Messgeräte: Er kann langsam schweben, in der Luft anhalten, vertikal auf- und absteigen und bis zu 24 Stunden fliegen. Bei seiner spätsommerlichen Reise über Süd- und Westdeutschland fliegt er in bis zu 300 Metern Höhe; insgesamt sind rund 100 Flugstunden geplant.

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Nach dem Start in Friedrichshafen ist Bad Homburg das erste Ziel des Zeppelins. Von dort aus fliegt er vom 10. bis 12. September über Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet. Nach Baden-Baden (13.-15. September) sind vom 19. bis 22. September Flüge über Köln und Bonn geplant. Die Reise endet mit Passagierflügen über Mönchengladbach vom 25. bis 29. September. Dann werden die Atmosphärenforscher wieder reichlich neue Daten zum Auswerten haben.

* Dr. R. Pankin, Forschungszentrum Jülich, 52428 Jülich

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