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Bienen Auch beim Schlaf sind Bienen organisiert

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Im Bienenstock herrscht strikte Arbeitsteilung. Das gilt auch für die Ruhephasen: Honigbienen schlafen nach Berufsgruppen getrennt, wie Forscher am Biozentrum der Uni Würzburg herausgefunden haben.

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Eine schlafende Biene (Ausschnitt): Die Aufnahme stammt aus einem Bienenstock und wurde mit einem Endoskop bei Infrarotlicht gemacht.
Eine schlafende Biene (Ausschnitt): Die Aufnahme stammt aus einem Bienenstock und wurde mit einem Endoskop bei Infrarotlicht gemacht.
(Bild: Foto: Hobos-Team )

Würzburg – Die Aktivitäten in einem Bienenvolk sind bestens organisiert. Dabei halten die Insekten eine strikte Arbeitsteilung ein: Waben reinigen, Brut und Königin füttern, Wachs produzieren und Waben bauen, vor dem Stock Wache halten, Nektar und Pollen sammeln – all diese Aufgaben werden jeweils von bestimmten „Berufsgruppen“ erledigt.

Aber wie verhält es sich mit den Schlaf- und Ruhephasen? Handelt es sich dabei lediglich um ein Fehlen von Aktivität bei Bienen, die dort, wo sie sich gerade aufhalten, einfach nichts tun? Oder zeigt das Bienenvolk auch beim Schlafverhalten berufsgruppenspezifische Muster? Genau so ist es, wie die Biologen Barrett Klein, Martin Stiegler, Arno Klein und Jürgen Tautz von der Universität Würzburg und von der University of Wisconsin – La Crosse (USA) in einer aktuellen Publikation berichten.

Innendienstler schlafen im Zentrum

Junge Bienen, die im Innendienst eingesetzt sind, schlafen generell in leeren Zellen nahe beim Zentrum des Stocks, meistens im Brutbereich. Sie durchlaufen täglich mehrere Schlafphasen, die sich auf Tag und Nacht verteilen. „Im Brutbereich herrscht rund um die Uhr emsiges Treiben“, sagt Jürgen Tautz, „darum schläft es sich dort in leeren Zellen vermutlich am ungestörtesten.“

Wenn die Bienen vom Innen- zum Außendienst wechseln, verschieben sich ihre Schlafphasen allmählich. Tautz erklärt: „Je älter die Bienen werden, desto weniger schlafen sie. Als Sammelbienen zeigen sie einen deutlichen Tag-Nacht-Rhythmus im Schlafverhalten. Sie schlafen dann generell außerhalb von Zellen und näher am Rand der Waben. Dort dürften sie in der Nacht weitgehend ungestört sein.“

Erste Erkenntnisse über schlafende Insekten

Schlaf bei Insekten: Die Tür zu diesem Forschungsfeld wurde 1983 aufgestoßen. Damals legte der deutsche Zoologe Walter Kaiser neue Erkenntnisse über Honigbienen vor und die Schweizer Forscherin Irene Tobler publizierte eine entsprechende Arbeit über Küchenschaben.

Die Tatsache, dass auch Nicht-Wirbeltiere echtes Schlafverhalten zeigen, kam damals so überraschend, dass viele Wissenschaftler zurückhaltend reagierten, wie Tautz erzählt. Dabei hatte der Würzburger Bienenforscher Martin Lindauer schon 1952 erste Hinweise gefunden: Bei Tag-Nacht-Dauerbeobachtungen einzelner Sammelbienen stellte er fest, dass diese besonders nachts „müßig“ waren.

„Im Lauf der Zeit sind immer mehr Ähnlichkeiten zwischen dem Schlaf der Bienen und dem Schlaf der Menschen ans Licht gekommen“, sagt Tautz. Wurde der Bienenschlaf zunächst nur an Phasen der Bewegungslosigkeit festgemacht, stellte man später auch bei den fleißigen Insekten unterschiedlich tiefe Schlafphasen fest. Wie beim Menschen sorgt auch bei Bienen ein Schlafentzug dafür, dass sich die Lern- und Kommunikationsfähigkeit verringert.

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