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Pharmabranche

Big Pharma vor Fusions- und Übernahmewelle

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Vor dem Hintergrund der Wachstumsschwäche von Big Pharma sei dies nicht überraschend – zumal die Rahmenbedingungen dafür gut sind, beobachtet Gerd Stürz, Leiter des Bereiches Life Sciences bei EY: „Ein fragmentierter Markt, niedrige Zinsen, große Player mit viel Geld in der Kasse und der Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung – in kaum einer Branche ist der Konsolidierungsdruck derzeit so groß wie in der Pharmabranche“.

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M&A-Aktivitäten nehmen drastisch zu

Seit Jahresbeginn wurden in der weltweiten Pharmabranche Transaktionen im Gesamtwert von 84 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Damit haben die M&A-Aktivitäten schon in den ersten vier Monaten dieses Jahres nahezu das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht: 2013 wurden weltweiten Fusionen und Übernahmen im Wert von knapp 88 Milliarden US-Dollar getätigt.

Weitere Fusionen und Übernahmen wurden in den vergangenen Wochen angekündigt, aber noch nicht abgeschlossen. Diese Transaktionen eingerechnet, wird das Transaktionsvolumen in der Pharmabranche im Gesamtjahr 2014 bei mindesten 265 Milliarden US-Dollar liegen.

„Die Märkte haben in den vergangenen Jahren jene Pharmaunternehmen belohnt, die strategisch sinnvolle Akquisitionsstrategien verfolgt, ihre Portfolios fokussiert und ihr Kapital effizient eingesetzt haben“, erläutert Stürz. Ein weiterer Aspekt verleihe der bevorstehenden Konsolidierungswelle in der Pharmabranche weitere Schubkraft: „Die grossen Player haben in den letzten Jahren nur wenig zugekauft. Um nicht hinter dem Wachstum des Gesamtmarkts zurückzubleiben, halten sie nun verstärkt Ausschau nach Firmen und Sparten, die zum bestehenden Portfolio passen“.

Arzneimittelpreise in Europa und den USA unter Druck

Wachstum aus eigener Kraft wird für Big Pharma hingegen immer schwieriger: Gerade in Europa und den USA stehen die Arzneimittelpreise aufgrund des Sparzwangs der Kostenträger erheblich unter Druck. Und die Expansion in die Schwellenländer bietet zwar Wachstumschancen – angesichts des dort herrschenden niedrigeren Preisniveaus allerdings bei niedrigeren Margen. Zudem werden immer mehr Nachahmerprodukte statt teurere Originalpräparate eingesetzt.

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