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Tarifeinigung in der Chemieindustrie Chemie: 3,6 Gehaltsprozent Plus für Beschäftigte

| Autor/ Redakteur: Dirk Kirchenberg* / Christian Lüttmann

Heute mehr Geld auf dem Konto und in Zukunft mehr Arbeitssouveränität – das ist das Ergebnis der Chemie-Tarifrunde 2018. Welche Leistungen die Interessenvertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) bei den Arbeitgebern durchsetzen konnten, und welche Forderungen noch diskutiert werden, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

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Der Abschluss der Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie bringt Beschäftigten mehr Geld und Aussicht auf flexiblere Arbeitszeiten (Symbolbild).
Der Abschluss der Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie bringt Beschäftigten mehr Geld und Aussicht auf flexiblere Arbeitszeiten (Symbolbild).
(Bild: Pixabay/geralt, gemeinfrei / CC0)

Hannover – Deutliche Lohnsteigerungen, ein beträchtlicher Anstieg des Urlaubsgeldes und die Aussicht auf mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten: Nach zweitägigen Verhandlungen haben sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) auf einen Tarifkompromiss für die 580.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie geeinigt. Dieser sieht Entgeltsteigerungen von 3,6 Prozent vor. Gleichzeitig hat sich die IG BCE mit ihrer Forderung nach einer Verdopplung des Urlaubsgelds auf 1.200 Euro für Vollzeitbeschäftigte durchgesetzt, was einem weiteren Plus von bis zu 1,8 Prozent gleichkommt. Das Gesamtvolumen der Einkommensverbesserungen liege damit im Durchschnitt bei rund 4,6 Prozent, heißt es von der IG BCE.

„Der Chemie-Tarifabschluss ist alles andere als billig, aber er passt zur wirtschaftlichen Lage der Branche“, kommentiert BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller. „Mit 15 Monaten Laufzeit und betrieblicher Differenzierung konnten wir die dauerhafte Belastung für die Unternehmen unter die Schmerzgrenze bringen. Zugleich stellen wir sicher, dass den Betrieben bei der Arbeitszeit keine Kapazität verloren geht.“

„Spürbar mehr Cash“ – M. Vassiliadis

vl: IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis, IG-BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski und BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller
vl: IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis, IG-BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski und BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller
(Bild: Andreas Reeg)

Über den Tarifabschluss zeigte sich der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis sehr zufrieden. „Wir haben für die Beschäftigten ein gutes Tarifpaket geschnürt, das ihnen eine faire Teilhabe am Erfolg ihrer Branche sichert“, sagte er im Anschluss an die Verhandlungen in Wiesbaden.

„Seit Jahren brummt das Geschäft, und niemand spürt das mehr als die Kolleginnen und Kollegen. Sie haben deshalb einen Abschluss verdient, der ihnen sowohl spürbar mehr Cash bietet als auch die Aussicht auf Entlastung und mehr Freiraum bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit. Wir haben das versprochen, jetzt haben wir geliefert.“

Doppelt so viel Geld für den Urlaub

Besonders glücklich sind die Arbeitnehmervertreter über ihren Erfolg bei der Erhöhung des Urlaubsgeldes. „Die Forderung nach einer Verdopplung des Urlaubsgelds hat den Menschen aus dem Herzen gesprochen“, meinte IG-BCE-Verhandlungsführer und Tarifvorstand Ralf Sikorski. „Das haben wir bei den unzähligen Aktionen in den vergangenen Wochen und Monaten gespürt. Deshalb gab es in dieser Frage für uns keinen Verhandlungsspielraum. Von einer Verdopplung des Urlaubsgelds profitieren die unteren Lohngruppen und die Auszubildenden überdurchschnittlich. Zudem schließt die Chemieindustrie zu anderen Branchen auf und steigert damit ihre Attraktivität als Arbeitgeber.“ Sikorski hob weiterhin hervor, dass sich beide Seiten darauf verständigt hätten, bis zur nächsten Tarifrunde Instrumente für mehr Arbeitszeitsouveränität zu schaffen. „Dazu gehört auch die Wahloption Zeit statt Geld.“

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Flexiblere Arbeitszeit in naher Zukunft?

Doch nicht alle Wünsche der IG BCE konnten in der aktuellen Verhandlungsrunde durchgesetzt werden. So bleibt die Forderung nach mehr Gestaltungsspielraum in der Arbeitszeit noch auf den Tisch. Um den Weg zu ebnen, haben sich die Vertragsparteien allerdings schon auf eine verbindliche „Roadmap Arbeit 4.0“ geeinigt, die bis zur nächsten Tarifrunde mehr Arbeitszeitsouveränität und Qualifikationschancen für die Beschäftigten ermöglichen soll.

„Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen, und verfolgen ein gemeinsames Ziel: mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte und damit eine höhere Attraktivität für unsere Branche insgesamt“, betont BAVC-Mitglied Müller.

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