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Laborgebäude in Modulbauweise Das Standardlabor gibt es nicht

| Autor / Redakteur: Iris Darstein-Ebner* / Dr. Ilka Ottleben

Für kaum eine Bauaufgabe sind Flexibilität, höchste Sicherheits- und Hygienestandards sowie Kosteneffizienz so relevant wie für Labor- und Forschungseinrichtungen. Hier sind individuell maßgeschneiderte und dabei präzise kalkulierte Architekturlösungen gefragt.

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Abb. 1: Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann, Belvaux (Laborneubau für Nanotechnologie)
Abb. 1: Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann, Belvaux (Laborneubau für Nanotechnologie)
(Bild: Alho Holding)

Das Standardlabor per se gibt es tatsächlich nicht – zu unterschiedlich sind die Einflussfaktoren schon im Planungsprozess: Wie unterscheidet sich die Nutzung in Gegenwart und Zukunft, welche Arbeitsprozesse laufen ab, wie gestaltet sich die Labororganisation, welche besondere Labortechnik muss untergebracht werden? Die Bauten müssen zudem während einer laufenden Forschungsarbeit auf sich ändernde Anforderungen reagieren und nach Forschungsende effektiv umgenutzt oder für neue Zwecke umgestaltet werden können. Dazu kommt die kompetente Umsetzung einer Vielzahl an Regeln und Vorschriften, die für Laborbauten gelten. Und – nicht zu vergessen neben all der Technik: Es arbeiten Menschen in den Laboren, die sich eine behagliche Arbeitsumgebung wünschen. Licht, Akustik, Raumklima und gesunde Materialien sind nur einige der vielen Punkte, auf die Planer achten müssen.

Durchdachte Planung, solides Konzept

Die Alho-Modulbauweise bietet für schlüsselfertige Laborgebäude eine durchdachte Planung und ein solides Betriebskonzept, in dem der zentrale Nutzen und alle relevanten Parameter für „Laborgebäude bauen“ genau definiert sind. Das hohe Qualitätsniveau, das bei Forschungsbauten gefordert ist, setzt ein hohes Maß an Know-how über spezielle Prozesse im Forschungs- und Laborsektor voraus. Anspruchsvolle technische Gebäudeausrüstung, komplexe Zu- und Abluftanlagen, Kühlwasserkreisläufe, sicherheits- und hygienetechnische Vorgaben aber auch Schall- und Brandschutzauflagen stellt die Alho-Modulbauweise durch präzise Modulplanung und die Vorrüstung mit den wichtigsten Technikkomponenten sicher. Mit Alho wurden bereits S3-Labortrakte errichtet, die dem international zweithöchsten Sicherheitsstandard für Gentechnik und Mikrobiologie-Laboratorien entsprechen. Die elementaren Technikkomponenten sind dabei bereits ab Werk weitestgehend vorgerüstet und müssen vor Ort nur noch miteinander verbunden werden.

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Fachkompetenz und ahrelange Erfahrung

In Deutschland und Luxemburg sind bereits eine ganze Reihe unterschiedlichster Forschungs- und Laborgebäude mit Alho entstanden. Darunter ein viergeschossiges Laborgebäude von Schering in Bergkamen, ein 1300 m2 großer Neubau mit Laboren für die Geowissenschaften auf dem Kölner Universitätscampus, Laborbauten für Molekularbiologie am Centre Hospitalier de Luxembourg und die Integrated Biobank of Luxemburg sowie ein Laborneubau für Nanotechnologie am Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann im luxemburgischen Belvaux.

In Erlangen entstand hingegen im Zuge der Gesamtplanung für eine Gebäudeerweiterung des Universitätsklinikums ein Neubau für biomedizinische Forschungsarbeiten. Das 1266 m2 große Bauwerk besteht aus zwei Laborgeschossen und einem Technikgeschoss. Da in den Labors u.a. gentechnologische Untersuchungen durchführen werden, handelt es sich um so genannte S1- und S2-Labore, die nach besonderen Standards ausgeführt werden müssen, etwa nach Gentechnik-Sicherheitsverordnung GenTSV. Auch im Bereich der Haustechnik waren zahlreiche besondere Aspekte bei der Planung und Vorinstallation der Module zu berücksichtigen: Um präzise Messung zu garantieren, wurden für besonders empfindliche Geräte schwingungsentkoppelte Bereiche geschaffen. Lüftung, MSR- und Laborgastechnik wurden exakt für die besonderen Anforderungen eines biomedizinischen Forschungsgeländes ausgelegt.

Möbliert sind die 18 vorgefertigten Raummodule mit hochwertiger Laboreinrichtung, wie Sicherheitswerkbänken, Wärme- und Trockenschränken oder Laminar-Flow-Sicherheitswerkbänken. Neben den Laboren sind im Gebäude Kühlräume, Büros, Teeküche und ein Schulungs- und Gruppenraum untergebracht.

Aufgrund der positiven Erfahrungen realisierte das Universitätsklinikum Erlangen noch ein weiteres Labor in Modulbauweise. Die Architektin Brita Finger berichtet: „Die Modulbauweise hat uns überzeugt. Alle unsere Anforderungen und Erwartungen wurden optimal erfüllt, ein Unterschied zur konventionellen Bauweise konnte nicht festgestellt werden. Die schnelle, saubere und ohne den üblichen Baulärm ausgeführte Bauweise, hat mich persönlich besonders beeindruckt. Das Alho Team arbeitete sehr zuverlässig und lösungsorientiert und die Zusammenarbeit war für alle Beteiligten sehr angenehm. Durch die moderne Wirkung der Gebäude – innen wie außen – ist das Feedback sehr positiv.“

* *I. Darstein-Ebner: Pro Publica, 70794 Filderstadt

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