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Joint Venture Studie Deutsch-Chinesische Joint Ventures sind partnerschaftlicher als viele glauben

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Über deutsch-chinesische Unternehmenspartnerschaften wird meist negativ berichtet. Ideenklau, staatlich erzwungener Technologietransfer und das hemmungslose Kopieren westlicher Innovationen bestimmen die öffentliche Wahrnehmung. „Zu Unrecht“ findet der Stuttgarter China-Experte Lutz Berners, dessen Unternehmen Berners Consulting unlängst eine Studie zu diesem Thema begleitet hat.

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Deutsch-Chinesische Joint Ventures sind partnerschaftlicher als viele glauben. Technologietransfer und Ideenklau sind dabei nicht die Regel. Dies besagt eine Studie von Berne Consulting zum kooperativen Umgang zwischen deutschen und chinesischen Mittelständlern.
Deutsch-Chinesische Joint Ventures sind partnerschaftlicher als viele glauben. Technologietransfer und Ideenklau sind dabei nicht die Regel. Dies besagt eine Studie von Berne Consulting zum kooperativen Umgang zwischen deutschen und chinesischen Mittelständlern.
(Bild: Sommai/Fotolia.com)

Stuttgart – Die Masterthesis „Technologietransfer für Marktzugang – ein relevantes Problem des deutschen Mittelstands in der Kooperation mit China?“, die von Theresa Kaut im Studiengang „China Business and Economics“ der Universität Würzburg verfasst wurde, zeigt die wahren Verhältnisse. Deutsch-chinesische Partnerschaften sind vertrauter und verlässlicher als die öffentliche Meinung glaubend macht.

„Wenn der deutsche und der chinesische Partner an einem Strang ziehen und den langfristigen Erfolg wünschen, gelingen auch Joint Ventures“, erklärt Berners die Ergebnisse der Studie. Die direkten staatlichen Einflüsse würden meist stark überschätzt. Das eigene unternehmerische Interesse der beteiligten Unternehmen überwöge bei weitem. Der Technologietransfer diene viel mehr der Markterschließung und dem Vorsprung gegenüber den in- und ausländischen Wettbewerbern und der Eroberung neuer Marktanteile.

Chinesische Partner werden nicht als Risikofaktor gesehen

Beim Schutz des geistigen Eigentums würden auch chinesische Mittelständler immer sensibler und sprächen das Problem offen gegenüber deutschen Partnern an. „Deutsche Mittelständler nehmen in aller Regel den chinesischen Partner nicht als Risikofaktor wahr“. Im Gegenteil, häufig betrachte mach sich gegenseitig als „loyal und auf einer Linie“, so die Studie.

Das, so Berners, unterscheide womöglich die mittelständische Perspektive von der der Konzerne, die weitgehend die negative Berichterstattung dominierten. Gleichwohl gelte es wachsam zu sein, wenn das Reich der Mitte ökonomisch erschlossen werden soll. Die noch immer mangelnde Rechtstaatlichkeit und die häufig fehlende Kenntnis der chinesischen Mentalität sowie der fernöstlichen Kultur im Allgemeinen könne Fehlentscheidungen bestrafen. „Wer nach China geht, sollte wachsam sein. Geschäftsbeziehungen erfordern Vertrauen. Dieses Vertrauen macht auch deutsch-chinesische Joint-Ventures erfolgreich. Das bedeutet aber nicht, dass man die Augen verschließen darf. Vertrauen bedeutet nicht Blindheit.“

Häufig, so Lutz Berners, der selbst oft deutsche Unternehmen in China begleitet und fließend Englisch und Mandarin spricht, werde die eigene Bedeutung für die Partnerschaft falsch eingeschätzt. „In vielen Fällen ist die deutsche Technologie die Basis für das gemeinsame deutsch-chinesische Geschäftsvorhaben. Dann besteht eine gegenseitige Abhängigkeit, die auch von beiden Seiten respektiert und akzeptiert wird. Diese ist oft der beste Schutz gegen den Wissensabfluss“, verdeutlicht der China-Experte.

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