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Stereomikroskopie

Echt oder gefälscht – Spurensuche mit dem Stereomikroskop

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Stereomikroskop als wichtigstes Werkzeug

Der erste Schritt bei jedem neuen Fall ist immer die Klassifizierung des Dokuments, ob es ein authentisches oder ein Phantasiedokument ist. Ist das Dokument nicht bekannt, recherchiert Fischer in Datenbanken, um ein Referenzmuster zu bekommen. Im zweiten Schritt prüft er, ob offensichtlich etwas verändert wurde. Sein geschultes Auge und sein Tastsinn erkennen grobe Manipulationsspuren sofort, z.B. wenn Stempel abgerubbelt, Zahlen von Hand überschrieben wurden oder ein neues Lichtbild dilettantisch eingefügt wurde. Dann folgt die mikroskopische Untersuchung. „Ohne ein gutes Mikroskop könnte ich diesen Job nicht machen. Bei der mikroskopischen Untersuchung entscheiden sich die meisten Fälle“, so Fischer. Er arbeitet mit dem Hochleistungsstereomikroskop Leica M165 C, das über einen 16,5:1-Zoom verfügt und mit LED-Ringlicht, flexiblem LED-Lichtleiter, einem mobilen Schwenkarm, einer High-Definition-Kamera und einem Full-HD-Bildschirm ausgestattet ist. „Der 3D-Eindruck des Stereomikroskops kombiniert mit einer guten Beleuchtung sind äußerst wichtig, damit ich feinste Oberflächenstrukturen des Dokumentes untersuchen kann. Erst unter dem Mikroskop erkenne ich die Details besserer Fälschungen – ob jemand versucht hat, Lasergravuren, Tiefdruck- oder Hochdruckelemente nachzuahmen, oder ob es eine gut gemachte Kollage ist, bei der z.B. Chip, Hologramm oder Seriennummer nachträglich eingefügt wurden. Irgendwo gibt es dann immer Unstimmigkeiten an den Rändern, den Übergängen bei feinen Liniendruckmustern oder beim Verlauf der Papierfasern“, erläutert Fischer.

Spurensuche per Stereomikroskopie

Wenn lediglich das Lichtbild ausgetauscht und dabei geschickt vorgegangen wurde, bringen drucktechnische Untersuchungen oder Datenauslesen keinen Hinweis. Hier hilft nur die Spurensuche unter dem Mikroskop. Dabei biegt Fischer den Ausweis auch mal über die Tischkante, um möglichst unter den Rand des eingeklebten Lichtbildes zu schauen. Findet er auf der Ausweisseite weggerissene Fasern, die nicht mit der Bildunterseite korrespondieren, ist der Fall klar. „Ein falsches Lichtbild ist immer noch der häufigste Manipulationspunkt bei Ausweisen“, erklärt Fischer. „Bei guten Fälschungen ist es nicht immer leicht, die Spuren zu finden. Hier setze ich dann auch die höchsten Vergrößerungen des Mikroskops ein. Für Basisuntersuchungen reicht meist der niedrige Zoombereich zwischen 20- und 30-fach.“

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* A. Schué: Leica Microsystems GmbH, 35578 Wetzlar

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