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Bedroht der Klimawandel Mangusten? Erdmännchen in der Klimakrise

| Redakteur: Christian Lüttmann

Das Schicksal der Erdmännchen hängt am Klimawandel. Obwohl die putzig aussehenden Säugetiere in der Kalahari -Wüste heimisch sind, würden noch heißere und trockenere Sommer ihnen langfristig schwer zusetzen. Eine Studie der Universität Zürich beschreibt nun verschiedene Szenarien, wie das Schicksal der Erdmännchen in den kommenden 50 Jahren ausfallen könnte.

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Von Erdmännchen wie diesem wurden zwischen 1997 und 2016 monatlich vom Kalahari Meerkat Project detaillierte Daten erhoben.
Von Erdmännchen wie diesem wurden zwischen 1997 und 2016 monatlich vom Kalahari Meerkat Project detaillierte Daten erhoben.
(Bild: UZH)

Zürich/Schweiz – Es ist zu erwarten, dass die Kalahari-Wüste im südlichen Afrika durch den Klimawandel trockener und wärmer wird. Weil Ressourcen in dieser Umgebung ohnehin knapp und nur saisonal verfügbar sind, wirkt sich dieser Effekt besonders gravierend auf die Wüstenbewohner aus, zu denen auch die Erdmännchen gehören. Anhand detaillierter lebensgeschichtlicher Daten, die zwischen 1997 und 2016 monatlich vom Kalahari Meerkat Project erhoben wurden, haben Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Cambridge nun untersucht, wie Erdmännchen auf zukünftige, saisonale Veränderungen von Niederschlägen und Temperaturen reagieren könnten.

Die neue Studie zeigt, wie sich steigende Sommertemperaturen und Schwankungen der Niederschlagsmengen auf die Körpermaße und das Wachstum von Erdmännchen auswirken. Sie beschreibt, wie dies zu niedrigeren Fortpflanzungsraten und Überlebenschancen führt. Dies ist jedoch nicht das einzige Ergebnis der Studie.

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Wie Erdmännchen auf verschiedenen Umwelteinflüsse reagieren

Erdmännchen (Suricata suricatta) sind soziale Tiere, die sich in der Gruppe um die Nachkommen kümmern. Ein dominantes Weibchen ist für den Großteil der Fortpflanzung zuständig, untergeordnete Weibchen helfen bei der Aufzucht ihrer Nachkommen. Veränderungen im physischen und sozialen Umfeld beeinflussen die Lebenserwartung der Erdmännchen. So verbessern beispielsweise feuchte und warme Bedingungen zu Beginn des Sommers die Entwicklung, das Überleben und die Fortpflanzung der Tiere. Im Gegensatz dazu beeinträchtigen hohe Populationsdichten und kalte Winter das individuelle Wachstum und Überleben.

„Neben der gängigen Modellierung der durchschnittlichen jährlichen Dynamik haben wir uns die saisonalen Effekte genauer angesehen und ein spezifisches Klimamodell entwickelt“, sagt Maria Paniw vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich. „Und hier zeigt sich ein viel komplexeres Bild: Die saisonalen Klimaeffekte sind äußerst wichtig. Verbessern sich die Bedingungen in einer Saison, kann dies schlechteren Voraussetzungen in der nächsten Saison teilweise entgegenwirken.“

Sichern milde Winter die Zukunft der Erdmännchen?

Das Team verknüpfte die beobachteten Veränderungen im Wachstum, Überleben und in der Fortpflanzung der Erdmännchen mit den registrierten saisonalen Niederschlägen und Temperaturen. Dann projizierten die Wissenschaftler die Populationsdynamik 50 Jahre in die Zukunft und erstellten verschiedene Szenarien, basierend auf einem Bericht zum Klimawandel des US National Center for Atmospheric Research (NCAR).

Die Daten zeigen, dass insbesondere die kombinierten Effekte von heißeren und trockeneren Sommern den Fortbestand der Erdmännchen gefährden. In den Prognosen der Studie werden weniger Nachkommen geboren, wodurch auch weniger Helfer bei der Aufzucht weiterer Generationen zur Verfügung stehen. In einem solchen Szenario bricht die Population ein und das Risiko des Aussterbens der Erdmännchen stegt, wie die Forscher berichten.

Doch wenn auch die Winter wärmer werden, würde dies die negativen Auswirkungen von weniger Niederschlägen im Sommer mildern. Unter Berücksichtigung dieser saisonalen Veränderungen würden die Erdmännchen wieder an Gewicht zunehmen und ihre Fortpflanzungsrate steigen. In diesem Szenario würden sie wahrscheinlich auch noch in 50 Jahren in der Kalahari leben und wohl nicht so bald aussterben.

Saisonale Effekte stärker untersuchen

„Die Auswirkungen einer Umweltveränderung auf eine Population hängen davon ab, wie Individuen mit ihrer biologischen und physischen Umgebung interagieren und wie sich dies im Laufe der Zeit verändert. Unsere Studie zeigt, dass wir diese Interaktionen genau identifizieren müssen – insbesondere wie die Jahreszeiten variieren. Nur so können wir die Anfälligkeit einer Population gegenüber dem Klimawandel vorhersagen“, sagt Arpat Ozgul, Letztautor der Studie und Professor für Populationsökologie am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der UZH.

Professor Tim Clutton-Brock von der University of Cambridge und Gründer des Kalahari Meerkat Project ergänzt: „Unsere Arbeit unterstreicht die Bedeutung langfristiger Studien, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Nur wenn solche Daten vorliegen, ist es möglich, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierpopulationen zu bewerten und die dafür verantwortlichen ökologischen Mechanismen zu verstehen.“

Originalpublikation: Maria Paniw, Nino Maag, Gabriele Cozzi, Tim Clutton-Brock, Arpat Ozgul: Life history responses of meerkats to seasonal changes in extreme environments. Science 363, 631-635, 7 February 2019; DOI: 10.1126/science.aau5905.

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