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Zeckenforschung braucht Hilfe Haben Sie diese Zecke gesehen?

| Autor/ Redakteur: Corinna Schmid* / Christian Lüttmann

Eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika heimisch, scheint sich die Braune Hundezecke auch in Deutschland immer wohler zu fühlen – vor allem in Wohnungen. Wo und wie weit der Parasit schon verbreitet ist, versuchen Forscher der Universität Hohenheim herauszufinden. Dazu bitten sie um Zeckenfotos aus der Bevölkerung.

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Das warme und v.a. trockene Klima in Wohnungen ist ideal für die Braune Hundezecke.
Das warme und v.a. trockene Klima in Wohnungen ist ideal für die Braune Hundezecke.
(Bild: Universität Hohenheim/Katrin Fachet)

Stuttgart – Um die 25 °C und trocken, so hat sie es am liebsten. Oft lauert die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) in kleinen, steinigen Spalten. Und wenn dann ein Hund in der Nähe ist, hat sie den idealen Lebensraum für sich entdeckt.

„Anders als unser Gemeiner Holzbock kann die Braune Hundezecke sehr gut in Wohnungen überleben“, sagt Katrin Fachet vom Fachgebiet Parasitologie der Universität Hohenheim. „Heimisch ist sie eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika, in unseren warmen und vor allem trockenen Wohnungen gefällt es ihr also sehr gut.“

Nach Deutschland gebracht wird sie wohl mit Urlaubern, vermutet auch Prof. Dr. Ute Mackenstedt, die ebenfalls als Parasitologin an der Uni Hohenheim tätig ist. „Wir können davon ausgehen, dass Besitzer, die mit ihren Hunden im Ausland im Urlaub waren, die Braune Hundezecke nach Deutschland bringen. Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten – ein Hinweis darauf, dass die Art hier möglicherweise bereits Fuß gefasst hat.“

Die Hundezecke kann auch dem Menschen gefährlich werden

Einmal eingenistet kann die Braune Hundezecke sehr schnell zu einer unangenehmen Plage werden. „Ein Holzbockweibchen kann bis zu 2000 Eier legen – ein Hundezeckenweibchen bis zu 4000. Innerhalb weniger Monate hat man dann schnell mehrere Tausend Zecken in der Wohnung“, schildert Fachet.

Das könnte dann u.U. auch gefährlich für den Menschen werden, wie die Zeckenexpertin betont: „Normalerweise befällt die Braune Hundezecke – wie es der Name schon sagt – fast ausschließlich Hunde. Ist die Population aber zu groß und der Wirt reicht nicht mehr aus, dann ist sie nicht wählerisch und sucht sich das Nächstbeste: Den Menschen.“

Borreliose-Erreger oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wurden bisher nicht in dieser Zeckenart festgestellt, dafür jedoch andere Krankheiten „Die Braune Hundezecke kann zu schweren Erkrankungen der Hunde führen“, sagt Fachet. Auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten wie das Mittelmeer-Fleckfieber, ausgelöst durch Rickettsien, bringt sie mit sich.

Hilfe aus der Bevölkerung ist gefragt: Auffällige Zeckenfunde melden

„Wenn Sie annehmen, dass es in Ihrem Haushalt zu einem Befall mit den Braunen Hundezecken gekommen ist, sollten Sie sich mit einem Experten zu dieser Art in Verbindung setzen, der Sie beim weiteren Vorgehen beraten kann“, empfiehlt Fachet. „Werden in Eigeninitiative die falschen Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer erheblichen Verschlimmerung des Befalls mit stark erhöhtem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier kommen.“

Fachet bittet daher die Bevölkerung um Hilfe bei ihrem Forschungsprojekt: „Wir wollen die betroffenen Fälle gerne betreuen. Sollten Sie daher häufiger eine ungewöhnliche Anzahl an Braunen Zecken in einem Gebäude bemerken oder sollte Ihr Hund sehr stark von Zecken befallen sein, die der Braunen Hundezecke ähnlich sehen, dann schicken Sie bitte eine E-Mail mit Bild der Zecke an hundezecken@uni-hohenheim.de.“

Ein weiterer Nutznießer steigender Temperaturen

Die Hyalomma-Zecke hat auffällig geringelte Beine.
Die Hyalomma-Zecke hat auffällig geringelte Beine.
(Bild: Hyalomma rufipes ixodid ticks / Hyalomma rufipes ixodid ticks / Daktaridudu / CC BY-SA 4.0 / CC BY-SA 4.0)

Seit dem Rekordsommer 2018 steht neben der Braunen Hundezecke auch eine weitere Zeckenart im Fokus der Experten: Vermutlich eingeschleppt durch Vögel haben sich die Hyalomma-Zecken bei den warmen Wetterbedingungen mit einer nie da gewesenen Häufigkeit gezeigt.

Diese Zecken sind aktive Jäger. Entdecken sie mit ihren Augen oder chemischen Sinnen einen Warmblüter im Umkreis von bis zu 10 Metern, so können sie diesen auf mehrere hundert Meter verfolgen. Und die spinnenähnlichen Tiere mit den auffällig gestreiften Beinen sind dabei äußerst schnell. Besonders häufig wurden die Zecken an Pferden gefunden.

Auch hier bittet die Parasitologie der Universität Hohenheim um Hilfe: Gefangene Exemplare der auffälligen Hyalomma-Zecke sollen eingesendet werden. Wie man eingefangene Zecken verschickt, erfahren Sie auf den Seiten der Uni Hohenheim.

* C. Schmid, Universität Hohenheim, 70599 Stuttgart

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