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Laborplanung Labore für den Wandel geplant

| Autor/ Redakteur: Antonio Condemi* / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Was stellt sich die Allgemeinheit unter dem Begriff Laborplaner vor? Die Antwort lautet meistens: „Ein Laborplaner ist vergleichbar mit einem Küchenplaner, der nur die Einrichtung zeichnerisch darstellt.“ Dies stimmt so nicht, denn zwischen der Planung einer Küche und der Planung eines Labors gibt es grundlegende Unterschiede.

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Abbildung 1: Grundsätzliche Anforderungen an die Laborplanung.
Abbildung 1: Grundsätzliche Anforderungen an die Laborplanung.
(Bild: Chemgineering)

So kommt ein Küchenplaner meist erst dann zum Einsatz, wenn das Haus schon fertiggestellt ist und muss sich an die gegebene Situation anpassen. Ein Laborplaner hingegen ist von Planungsbeginn an dabei. Ein gewerbliches Gebäude wird von innen nach aussen geplant, die Gebäudegestaltung richtet sich nach dem Innenleben. Ergo: Die Form ergibt sich aus der Funktion. Die komplexe Planung eines Labors erfordert die Kenntnisse eines Generalisten, der die Schnittstelle zwischen den zukünftigen Nutzern und allen an der Planung Beteiligten bildet und darüber hinaus sämtlichen Gesetze, Verordnungen und Richtlinien im Blick hat.

Am Anfang steht der Dialog

Die Laborplanung beginnt nicht mit der Bestandsaufnahme der vorhandenen Geräte und der Örtlichkeiten, sondern mit einem Gespräch. Dieses Gespräch mit den zukünftigen Nutzern dient:

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  • dem Kennenlernen der Personen und ihrer individuellen Bedürfnisse,
  • ihrer Arbeitsweise im und um das Labor.

Wichtig ist hierbei vor allem, die Arbeitsschritte zu verstehen, zu hinterfragen und gegebenenfalls zu optimieren. Das sind die ersten Schritte auf dem spannenden Weg bis zum Einzug in das neue Labor. Erst nach dieser Dialogphase beginnt das Auswerten und Analysieren der aufgenommenen Informationen, bis der Laborplaner ein auf das Wesentliche reduziertes Bild erhält.

Als Ergebnis liegt eine optimierte Planungsgrundlage in Form eines Schemas vor, das sämtliche Arbeitsschritte mit kurzen Wegen im Labor und zu den benötigten Nebenräumen abbildet. Die Darstellung dient überdies dazu, Möglichkeiten für eine effektive Arbeitsweise aufzuzeigen. Dieses Schema ermöglicht den „Aussenstehenden“ – also dem Planer und den Nutzern selbst eine andere Perspektive auf die tägliche Arbeit im Labor. Diese «Erkenntnis» bildet die Basis für den Beginn der Planung und das Erfassen der technischen Daten. Erst jetzt kann die Layoutentwicklung unter Beachtung weiterer Einflussfaktoren starten.

Anforderungen gerecht werden

Die Laborplanung wird durch drei Gruppen an Einflussfaktoren entscheidend beeinflusst (siehe Abb. 1):

  • die Anforderungen des Kunden,
  • die Anforderungen der Baugesetze/-verordnungen,
  • die Anforderungen an das Labor.

Darunter stellen die Vorgaben des Kunden die komplexeste Einflussgruppe dar. Seine Interessen und Vorstellungen müssen mit den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben in Einklang gebracht und dabei das vorgegebene Budget eingehalten werden. Die beiden anderen Einflussgruppen geben einen Rahmen vor, der einem Spielfeld gleicht.

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