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LABORPRAXIS-Newsticker Merck kauft britische Biotechfirma für knapp eine Milliarde

Aktualisiert am 20.10.2026 Quelle: dpa 12 min Lesedauer

Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

19.10. – Merck kauft britische Biotechfirma für knapp eine Milliarde

Darmstadt (dpa) 15:10 Uhr – Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck baut mit einer Übernahme sein Geschäft mit seltenen Krankheiten aus. Das Dax-Unternehmen übernimmt die britische Biotechfirma Silence Therapeutics. Je US-Aktienhinterlegungsschein zahlt Merck 20 US-Dollar, was die Briten mit 1,1 Milliarden Dollar (rund 980 Mio. Euro) bewertet, wie Merck mitteilte.

„Mit der geplanten Akquisition von Silence Therapeutics wollen wir unsere Kompetenzen erweitern, um noch mehr Menschen mit seltenen Erkrankungen zielgerichtete Behandlungsoptionen zur Verfügung stellen zu können“, sagte Merck-Chef Kai Beckmann.

Silence Therapeutics steht den Angaben zufolge mit dem sogenannten siRNA-Wirkstoff „Divesiran“ zur Behandlung der seltenen Erkrankung Polycythaemia vera (PV) vor dem Einstieg in die entscheidende klinische Studienphase III. Bei PV handelt es sich um eine Form von seltenem Blutkrebs, die durch eine Überproduktion roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist und mit einem höheren Sterberisiko einhergehen kann.

Durch die Übernahme komme Merck seinem Ziel, ein führender globaler Anbieter innovativer Spezialmedikamente zu werden, einen großen Schritt näher, sagte Danny Bar-Zohar, Leiter des Healthcare-Geschäfts bei Merck. Mit dem Preis von 20 Dollar je Hinterlegungsschein biete Merck einen Aufpreis von 82 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage, hieß es. Die Übernahme sei von Silence Therapeutics genehmigt und soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Merck finanziert die Übernahme mit neuen Krediten.

19.10. – EU verbessert Schutz vor giftigen Chemikalien bei der Arbeit

Luxemburg (dpa) 11:06 Uhr – Arbeitnehmer in der EU sollen künftig besser vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Die EU-Staaten haben endgültig grünes Licht für strengere Grenzwerte für mehrere Stoffe gegeben, die Krebs oder Asthma auslösen können. Diese Stoffe kommen unter anderem in Batterien für Elektrofahrzeuge vor oder entstehen bei der Stahlproduktion. Die neuen Regeln sollen in den kommenden 40 Jahren rund 1.700 Lungenkrebsfälle und 19.000 andere Erkrankungen verhindern.

Die Grenzwerte legen fest, wie stark Arbeitnehmer diesen Stoffen im Laufe von acht Stunden höchstens ausgesetzt sein dürfen. Für Kobalt und seine anorganischen Verbindungen gelten künftig zwei Werte: 0,01 Milligramm pro Kubikmeter für Partikel, die durch Nase und Mund eingeatmet werden, und 0,0025 Milligramm pro Kubikmeter für feinere Partikel, die tiefer in die Lunge gelangen können.

Mit der Überarbeitung werden zudem Langzeitgrenzwerte für Isopren eingeführt, das in der chemischen Industrie verwendet wird. Isopren erfüllt die Kriterien für ein Karzinogen, also einen Stoff, der die Entstehung von Krebs begünstigen kann. Die Aktualisierung stuft außerdem Schweißrauch als potenziell gesundheitsschädlichen Stoff ein.

Unterhändler des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich im Juni auf die neuen Regeln geeinigt. Das Parlament bestätigte sie formell. Die Richtlinie wird nun im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Nachdem sie in Kraft getreten ist, haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die Regeln in nationales Recht umzusetzen. Für einige Grenzwerte gelten längere Übergangsfristen.

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19.10. – Herausragende Nachwuchsleistungen in der Kältetechnik ausgezeichnet

Offenburg (Peter Huber Kältemaschinenbau) 8:18 Uhr – Auf der internationalen Fachmesse Chillventa standen am 15. Oktober herausragende Nachwuchsleistungen der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik im Rampenlicht: Am Messestand der Bitzer Gruppe zeichneten die Peter Huber Kältemaschinenbau SE und die Valerius-Füner-Stiftung drei engagierte Nachwuchskräfte der Hochschule Karlsruhe (HKA) aus. Neben der Vergabe des traditionellen Valerius-Füner-Preises ging der diesjährige Peter-Huber-Preis an Svenja Keppler. Zudem gab es aus Sicht von Huber besonderen Grund zur Freude: Aaron Fischer, Werkstudent in der Kälteentwicklung bei Huber, zählt zu den Preisträgern des Valerius-Füner-Preises.

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Seit 1982 ehrt die Valerius-Füner-Stiftung jährlich den besten Bachelorabschluss im Studienschwerpunkt Kälte-, Klima- und Umwelttechnik an der HKA, seit 2010 unterstützt durch „The Schaufler Foundation“ (TSF). Aufgrund exzellenter Leistungen zweier Absolventen wurde die Auszeichnung in diesem Jahr erstmalig doppelt vergeben.

14.10. – Analytik Jena hat 96 Millionen Euro in Neubau investiert

Jena/Ilmenau (dpa/th) 14:06 Uhr – Alles neu beim Thüringer Unternehmen Analytik Jena: Produktions-, Labor- und Verwaltungsgebäude am Gründungsstandort in Jena sowie in Ilmenau wurden neu gebaut. Insgesamt rund 96 Millionen Euro hat die Muttergesellschaft, die Schweizer Endress+Hauser Gruppe, investiert. Beide Neubauprojekte für den Hersteller von Analysemesstechnik seien abgeschlossen, wurde bei der Einweihung in Jena mitgeteilt. Ilmenau folge am Freitag.

Die Analytik Jena GmbH, die seit 2013 zur Endress+Hauser Gruppe gehört, stellt Ausrüstungen unter anderem für die Entwicklung von Medikamenten, zur Umweltüberwachung, für die Molekularbiologie oder zur Qualitätskontrolle her. Das Unternehmen war von ehemaligen Zeissianern 1990 gegründet und als eine der ersten Thüringer Firmen an die Börse gebracht worden. 2015 erfolgte der Rückzug von der Börse.

Nach Unternehmensangaben wurden in Jena rund 64 Millionen Euro investiert, in Ilmenau 32 Millionen Euro. „Als Familienunternehmen denken und handeln wir mit langfristiger Perspektive. Die Neubauprojekte stärken zwei wichtige Entwicklungs- und Produktionsstandorte“, erklärte der Verwaltungsratspräsident der Gruppe, Steven Endress.

Analytik-Geschäftsführer Oliver Klaeffling sprach von Investitionen in die Zukunft des Herstellers von Mess- und Automatisierungstechnik und sein weiteres Wachstum. Jena zeige, „was möglich ist, wenn Spitzenforschung, innovative Unternehmen und kluge Köpfe auf engem Raum zusammenkommen“, erklärte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU).

Der Neubau in Jena-Göschwitz entstand auf dem Areal des ursprünglichen Unternehmenssitzes, das Gebäude aus den 1960er Jahren wurde abgerissen. Der neu entstandene Campus entspreche den Anforderungen an moderne Arbeits-, Labor- und Produktionsbedingungen. Die Energieversorgung erfolge über Fernwärme, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik. Derzeit würden dort 420 Mitarbeiter beschäftigt.

In Ilmenau würden zwei bisherige Standorte, die fünf Kilometer auseinanderlagen, in dem Neubau konzentriert. Dort errichtete Analytik Jena für die mehr als 80 Beschäftigten einen rund 10.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex für Entwicklung, Labore, Produktion sowie Lager.

14.10. – NRW-Landtag debattiert BASF-Angebot für Chemiekonzern Evonik

Düsseldorf (dpa/lnw) 14:09 Uhr – Auf Antrag der SPD hat der nordrhein-westfälische Landtag über das Übernahmeangebot des Chemiekonzerns BASF für Evonik debattiert. „Eine Übernahme von Evonik wäre mehr als ein gewöhnlicher Börsendeal“, sagte SPD-Fraktionschef Jochen Ott. „Sie wäre eine industriepolitische Wendung mit weitreichenden Folgen für Nordrhein-Westfalen.“ Die Partei befürchtet unter anderem Arbeitsplatzabbau. Ende September hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Übernahmeangebot gibt.

Eine mögliche Übernahme dürfe nicht nach dem Interesse von Aktionären und Investmentbanken bewertet werden, so Ott. Maßstab müssten die Beschäftigten, die Standorte und die industrielle Stärke Nordrhein-Westfalens sein. Ministerpräsident Hendrik Wüst solle sich „persönlich um die Schicksalsfrage fürs Ruhrgebiet“ kümmern.

Der Politiker forderte verbindliche Beschäftigungs- und Standortgarantien. „Nicht für wenige Monate, sondern mit einer verlässlichen Perspektive für Menschen und ihre Familien.“ Eine Übernahme dürfe auf keinen Fall der Einstieg in eine schleichende Verlagerung zentraler Funktionen sein. „Es braucht eine belastbare Investitionszusage für die nordrhein-westfälischen Standorte.“

Der Evonik-Konzernsitz solle in NRW bleiben, so Ott weiter. „Entscheidungen in Essen heißt: aus NRW und für NRW. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, dann müssen andere Wege und Konzepte geprüft werden, bis hin zu einer Landesbeteiligung am Konzern.“

Der CDU-Politiker Björn Franken entgegnete, der Evonik-Vorstand habe eine Übernahme klar abgelehnt. „Eine verbindliche Übernahmeofferte gibt es bisher nicht“, sagte er. „Diese Landesregierung, dieser Ministerpräsident haben sich klar zu den Standorten von Evonik hier in Nordrhein-Westfalen, klar zum Erhalt von Evonik gestellt und haben auch klargemacht, dass BASF hier nicht der richtige Spieler im System ist.“ Der SPD warf Franken Panikmache vor. „Das hilft weder den Beschäftigten, das hilft weder den Unternehmen und das hilft schon gar nicht dem Wirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen“, sagte er.

FDP-Fraktionschef Henning Höne wandte sich gegen die SPD-Forderung, dass Evonik eigenständig bleiben müsse. „Ich teile diesen absoluten Anspruch ausdrücklich nicht“, sagte. Seine Sorge gelte den Arbeitsplätzen, den Standorten und der Wertschöpfung. „Wichtiger als der Name, der über einem Werkstor steht, ist mir, dass langfristig ein Werkstor mit arbeitenden Menschen dahinter auch in Nordrhein-Westfalen steht.“

12.10. – Die Pharmaforschung in Deutschland stagniert

Berlin (vfa) 9:33 Uhr – Die pharmazeutische Forschung und Entwicklung in Deutschland stagniert, entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung, den Pharmastandort Deutschland ausbauen zu wollen. Wesentliche Indikatoren wie die Zahl Industrie-veranlasster klinischer Studien oder der deutsche Anteil am globalen Patienten-Recruting für Studien haben sich binnen zwei Jahren kaum verändert. Gleiches gilt für das Länderranking. Stark zeigt sich Deutschland dagegen vor allem in der medizinischen Grundlagenforschung und bei Patentanmeldungen. Das geht aus der aktuellen Publikation „PROUD Update“ von Fraunhofer Gesundheit, dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) und seinen Mitgliedsfirmen sowie der Agentur Vintura hervor.

Die seit 2024 durchgeführten PROUD-Erhebungen ermöglichen es, die Wirksamkeit staatlicher Initiativen zur Standortstärkung zu prüfen und künftig auch Effekte der Hightech Agenda (HTAD) zu erfassen. Zu den Verbesserungsvorschlägen für die Zukunft zählen Anpassungen in ebendieser Hightech-Agenda. Laut Fraunhofer Gesundheit und vfa sollten folgende Erfolgsfaktoren in die Roadmap aufgenommen werden:

  • fokussierte Förderung statt Flächenförderung
  • bundeseinheitliche Standards
  • Deregulierung bei Genehmigungs- und Zugangsverfahren
  • Behörden als One-Stop-Shop für Beratung und Genehmigungen
  • Kapazitätsinitiative für die klinische Forschung
  • Förderung auch von Scale-up und Produktionsinvestitionen
  • Output, nicht Fördervolumen, als Erfolgskriterium

„Wird dies ernsthaft umgesetzt, kann die Hightech Agenda wirklich zur guten Investition werden: für Deutschlands Wirtschaftskraft ebenso wie für zahlreiche Patientinnen und Patienten mit heute noch kaum behandelbaren Krankheiten“, fasst Dr. Matthias Meergans zusammen, Geschäftsführer Forschungspolitik des vfa.

7.10. – BASF-Interesse an Evonik: SPD schlägt Landesbeteiligung vor

Düsseldorf/Essen (dpa) 14:10 Uhr – In der Debatte um den Umgang mit den BASF-Übernahmeplänen für den Chemiekonzern Evonik hat die oppositionelle SPD eine Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen. Die Landesregierung solle prüfen, ob das Land selbst als Gesellschafterin bei der Evonik aktiv werde, „und somit RAG-Stiftung und Land NRW über 50 Prozent plus X am Konzern verfügen“, heißt es in einem Antrag der SPD-Landtagsfraktion.

Laut SPD wird darüber kommende Woche im Plenum beraten. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ über den Vorschlag berichtet. „Das Land würde damit die Bedeutung des Unternehmens für das Ruhrgebiet nicht nur untermauern, sondern auch ein eigener Stabilitätsanker werden“, sagte SPD-Fraktionschef Jochen Ott dem Magazin. Derzeit hält die RAG-Stiftung, die die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus finanziert, laut Evonik rund 43 Prozent der Evonik-Aktien.

Die Fraktion fordert in den Antrag den Erhalt der Eigenständigkeit von Evonik. Das industriepolitische Interesse der Landesregierung müsse darauf gerichtet sein, „Evonik als starken und eigenständigen Konzern mit Unternehmenszentrale, Beschäftigung und wesentlichen Entscheidungsfunktionen in Nordrhein-Westfalen zu erhalten und weiterzuentwickeln“, heißt es wörtlich.

Dies müsse mit Investitionen, sicheren Arbeitsplätzen und langfristigen Perspektiven für die Standorte verbunden sein. Sollte dennoch eine Veräußerung oder Übernahme verfolgt werden, müsse die Landesregierung darauf hinwirken, dass verbindliche Vereinbarungen zum Schutz von Beschäftigung, Standorten und Investitionen getroffen würden. „Betriebsbedingte Kündigungen, der Abbau von Arbeitsplätzen sowie die Schließung oder Verlagerung wesentlicher Unternehmensbereiche sollen für einen belastbaren Zeitraum ausgeschlossen werden“, fordert die SPD.

Vor knapp zwei Wochen hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Angebot gibt. Evonik sprach von einer unverbindlichen Ansprache durch die BASF. „Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet.“ Gespräche fänden derzeit nicht statt. BASF hatte mitgeteilt: „Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen.“

3.10. – Laborergebnisse nach Verunreinigung der Saale erwartet

Schleiz (dpa/th) – Nachdem ein unbekannter Stoff im Saale-Orla-Kreis in die Saale eingelaufen ist, sind weitere tote Fische entdeckt worden. Das teilte das zuständige Landratsamt mit. Zwar sei die Wasseroberfläche nicht mehr eingetrübt gewesen. Die Verunreinigung scheint sich demnach aber auf dem Gewässergrund abgesetzt zu haben. Das hatten Mitarbeiter des Umweltamts festgestellt, als sie am Freitag vor Ort waren.

Genauere Erkenntnisse über den unbekannten Stoff und damit verbundene eventuelle Risiken erhofft sich das Landratsamt von Laboruntersuchungen. Die Ergebnisse dieser werden Anfang kommender Woche erwartet. Vorsorglich erließ das Gesundheitsamt ein Badeverbot für den Saalebereich zwischen Harra und der Saalbrücke bei Saaldorf. Menschen und Tiere sollten direkten Kontakt mit dem Wasser dort vermeiden.

Bislang geht das Landratsamt davon aus, dass eine Havarie in einem Zellstoffwerk in Rosenthal am Rennsteig zu der Verunreinigung geführt hat. Das Wasser der Saale war in der Folge zunächst stark getrübt, zudem gab es eine massive Geruchsbelästigung und vereinzelt waren tote Fische zu sehen.

Der Austritt der unbekannten Stoffe an dem Werk war bereits am Donnerstag gestoppt worden. Das Abwasser werde derzeit in einem Pufferbecken der Fabrik zurückgehalten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist, hatte das betroffene Unternehmen auf seiner Website mitgeteilt.

30.9. – Niedrigwasser erhöht Schadstoffkonzentration in Gewässern

Wiesbaden (dpa) 4:01 Uhr – Extreme Trockenheit hat vielerorts zu Niedrigwasser geführt. Für Gewässer kann das auch mit Blick auf Schadstoffe zum Problem werden. „Stoffeinträge, die bei höherer Wasserführung stärker verdünnt werden, können bei geringer Wasserführung zu höheren Konzentrationen führen“, erklärte Holger Martin vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden. Besonders relevant seien kontinuierliche Einträge aus kommunalen und industriellen Kläranlagen, weil bei Niedrigwasser der Abwasseranteil im Fluss höher sei.

Kläranlagen entfernten zwar die meisten Abwasserinhaltsstoffe. Schwer abbaubare oder persistente Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Industriechemikalien und Süßstoffe gelangten dennoch in die Gewässer, hieß es in einer Mitteilung des HLNUG.

Nicht nur einzelne Stoffe können demnach Wasserorganismen beeinflussen. Auch Stoffgemische könnten „Summenwirkungen“ auslösen. Die Bewertung sei komplex. „Auch wenn einzelne Stoffe jeweils unterhalb einer akut wirksamen Konzentration liegen, kann eine längerfristige Belastung durch mehrere Substanzen für Wasserorganismen relevant sein“, ergänzte die Behörde. Folgen könnten Veränderungen körperlicher Abläufe und des Verhaltens sowie Beeinträchtigungen des Immunsystems sein.

Der Mitteilung des HLNUG zufolge sind Gewässergüte-Messstationen eine wichtige Grundlage, um die Wasserqualität zu bewerten. Sie messen kontinuierlich pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt und Wassertemperatur. So ließen sich Veränderungen über Stunden, Tage und Wochen verfolgen. Regelmäßige Laboranalysen von Wasserproben ergänzten die Messungen.

Laut Sebastian Exner, stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbands Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz, müssten Wasserressourcen stärker vor Schadstoffeinträgen geschützt und an trockenere Sommer angepasst werden. Problematisch seien unter anderem Nitrat und per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS). Bestimmte Wasserressourcen könnten Exner zufolge dadurch schwerer oder gar nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.

25.9. – BASF sondiert mögliche Übernahme von Evonik

Ludwigshafen (BASF) 17:25 Uhr – BASF bestätigt Sondierungen mit der RAG-Stiftung und Evonik Industries AG (Evonik) zu einer möglichen Übernahme von Evonik. Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen. Im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie prüft die BASF fortlaufend die strategische Option von Akquisitionen, die ihre Kerngeschäfte stärken, einen hohen strategischen Fit aufweisen, profitables Wachstum und Wertsteigerung fördern. Das Unternehmen wird den Markt in Übereinstimmung mit den regulatorischen Vorgaben unverzüglich informieren, wenn und soweit dies erforderlich ist.

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