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Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Naturschutz

Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben vorgestellt

| Autor/ Redakteur: Dr. Dorothea Elsner* / Dr. Ilka Ottleben

In Mitteleuropa sind viele Insektengruppen massiv bedroht. Ihr Rückgang ist so dramatisch, dass man von einem Insektensterben sprechen kann. Mit weitreichenden und teils unabsehbaren Folgen. Nun haben sich Wissenschaftler aus ganz Europa mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz getroffen, um mögliche Lösungsansätze zu diskutieren. Herausgekommen ist ein gemeinsamer Neun-Punkte-Plan zur Bekämpfung des Insektensterbens, den die Autoren nun vorstellten.

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Die Wildbiene Halictus subauratu
Die Wildbiene Halictus subauratu
(Bild: A. Haselböck)

Stuttgart – Mit weltweit circa 1 Million bekannten Arten gehören die Insekten zu den erfolgreichsten Organismengruppen auf unserem Planeten. Trotz dieses evolutionären Erfolgs sind in Mitteleuropa mittlerweile viele Insektengruppen massiv bedroht und so stark im Rückgang begriffen, dass man von einem weitreichenden Insektensterben sprechen kann. Unter dem Motto „Fakten, Ursachen, Lösungen“ haben sich am 19. Oktober 2018 im Naturkundemuseum Stuttgart renommierte Wissenschaftler aus ganz Europa mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz getroffen, um mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.

Insektensterben: „Eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“

Diese Lösungsansätze haben die Forscher am Ende des Symposiums in einem gemeinsamen Neun-Punkte-Plan präsentiert. „Der dramatische Rückgang der Insekten zeichnet sich bereits seit Jahrzehnten ab und wird unabsehbare ökonomische und ökologische Folgen haben, wenn wir alle nicht endlich handeln“, warnt Dr. Lars Krogmann vom Naturkundemuseum Stuttgart und künftiger Leiter des Fachgebiets Systematische Entomologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Die Forderungen der Wissenschaftler zum Schutz der Insekten sind folgende:

1. Einschränkung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft: u.a. durch veränderte Zulassungsverfahren, einem Verbot von vorbeugendem Pflanzenschutz und einem Verbot von Neonikotinoiden und Totalherbiziden

2. Extensivierung der Landwirtschaft: u.a. durch Kopplung der EU-Agrarsubventionen an ökologische Leistungen, durch Förderung von Brachflächen und Ökolandbau. Nährstoffüberschüsse müssen begrenzt, strukturreiche Flächen und die Vernetzung der Biotope gefördert werden.

3. Erhöhung der Artenvielfalt des Grünlands: Ein Rückgang der Grünlandflächen ist zu stoppen. Die Bewirtschaftung muss insektenfreundlicher werden, der Einsatz von Mulchgeräten und Mähaufbereitern begrenzt.

4. Pflege von Naturschutzgebieten: u.a. muss das Pflegemanagement Insekten besser berücksichtigen. Die unter Naturschutz stehende Fläche ist zu erhöhen, der Einsatz von Pestiziden darin untersagt werden. Die Naturschutzbehörden brauchen einen höheren Etat.

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