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Ausgezeichnete Masterarbeit Roche-Mitarbeiter gewinnt Kulturpreis der Bayernwerk AG

| Redakteur: Doris Popp

Im Rahmen seiner sechsmonatigen Masterarbeit hat Janis Brockhaus einen Antikörper generiert, der zukünftig in diagnostischen Tests eingesetzt werden soll, um den Eisenspiegel im Blut zu bestimmen.

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Janis Brockhaus, der Gewinner des Kulturpreises in der Kategorie Wissenschaft, an seinem Laborarbeitsplatz bei Roche in Penzberg.
Janis Brockhaus, der Gewinner des Kulturpreises in der Kategorie Wissenschaft, an seinem Laborarbeitsplatz bei Roche in Penzberg.
(Bild: Roche Diagnostics GmbH)

Penzberg – Für die außerordentlich guten Leistungen im Rahmen seines Masters in Biotechnologie/Bioingenieurwesen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bekam der 26-Jährige am 27. Oktober von der Bayernwerk AG den Kulturpreis in der Kategorie Wissenschaft verliehen. Die Verleihung erfolgte im Beisein von Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, im oberpfälzischen Amberg. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Brockhaus. Wie überraschend kam der Preis für Sie?

lacht Das war sehr unerwartet. Nur durch einen Zufall habe ich überhaupt erst von der Nominierung erfahren. Die Sekretärin unseres Hochschul-Departments hat mich angerufen und meinte, sie braucht noch ein paar Unterlagen dazu. Zwei Tage später meldete sich dann mein Professor bei mir und sagte, dass das alles eigentlich eine Überraschung werden sollte.

Worum genau ging es in Ihrer Masterarbeit?

Ich habe mich mit Eisenmangel beschäftigt und wie man diesen nachweisen kann, denn weltweit leiden inzwischen über 600 Millionen Personen daran. Mithilfe des löslichen Transferrin-Rezeptors, ein Molekül in unserem Blut, kann der Eisenspiegel gemessen werden. Mein Ziel war es deshalb, einen Antikörper zu entwickeln, der genau an dieses Molekül bindet. Gestartet bin ich mit acht verschiedenen Antikörpern, die ich mittels Hybridom-Technik entwickelt habe. Die vier besten sind nun in der Testentwicklung. Dort wird sich zeigen, welcher am geeignetsten ist. Ganz am Ende steht dann hoffentlich ein Test, der Ärzten bzw. Patienten schnell präzise Daten zum Eisengehalt im Blut liefert.

Was genau verbirgt sich hinter der Hybridom-Technik?

Bei der Hybridom-Technik werden zwei unterschiedliche Zelltypen verschmolzen. Es wird eine antikörper- produzierende Zelle, eine sogenannte B-Zelle, die eine limitierte Lebensdauer hat, mit einer Krebszelle (Myelomzelle) fusioniert. So entstehen unsterbliche Hybridomazellen, die Antikörper produzieren.

Ihr Masterarbeitsthema kam im Rahmen der Studienkooperation zwischen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Roche zustande. Wie lief das genau ab? Die HSWT und Roche wählen pro Semester zwei Personen für die Studienkooperation aus. Während des Semesters war ich an der Hochschule und in den Ferien im Praktikum bei Roche in Penzberg. Dann steht auch die Masterarbeitsthemen-Suche an – bei mir war es mein damaliger Chef, der das Thema vorgeschlagen hat. Über das ganze Studium erhält man von Roche eine monatliche Aufwandsentschädigung.

Inwieweit hat die Studienkooperation Ihr Studium verändert?

Durch das praktische Arbeiten bei Roche habe ich viele Sachen gelernt, die ich im Bachelor- und Master nur in der Theorie gehört hatte. Viele der HSWT-Professoren haben bei Roche gearbeitet und berichten von dort. Das dann live zu sehen und zu erleben ist aber noch einmal etwas anderes. Natürlich hat die Aufwandsentschädigung das Studium auch etwas entspannter gemacht.

Was machen Sie mittlerweile mit Masterabschluss in der Tasche?

Ich arbeite nach wie vor in der Diagnostik-Forschung bei Roche in der Arbeitsgruppe von Dr. Mirko Ritter und beschäftige mich weiter mit der Antikörperentwicklung.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit bei Roche in Penzberg?

Die vielen Möglichkeiten. Es gibt keine Woche, in der ich nicht irgendetwas Neues lerne oder mit einer neuen Abteilung in Kontakt komme. Bei uns in der Gruppe gefällt mir vor allem die Zusammenarbeit zwischen Pharma und Diagnostics.

Was fasziniert Sie an der Biotechnologie?

Die Kombination aus Technik und Biologie. Ich arbeite in meinem Bereich sehr molekularbiologisch mit Zellen und Proteinen. Gleichzeitig braucht man viel Technik, um z. B. einzelne Zellen abzulegen. Dass man durch seine Arbeit anderen Menschen hilft, motiviert mich sehr.

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