Suchen

Tumorwachstum Schlüsselprotein hemmt Tumorwachstum

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das Wachstum von Tumoren zu verlangsamen ist eine oft eingesetzte Behandlungsform bei Krebspatienten. Wie man die Aufgabe der Natürlichen Killerzellen medikamentös unterstützen kann, haben jetzt Forscher der Vetmeduni Wien untersucht.

Firmen zum Thema

Dagmar Gotthardt und ihre Kollegen haben erstmals gezeigt, dass NK-Zellen einen Faktor produzieren, der das Tumorwachstum begünstigt.
Dagmar Gotthardt und ihre Kollegen haben erstmals gezeigt, dass NK-Zellen einen Faktor produzieren, der das Tumorwachstum begünstigt.
(Bild: Petra Kudweis)

Wien/Österreich – Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. So genannte Natürliche Killer (NK)-Zellen sind Teil des Immunsystems und für die Eliminierung von Krebszellen verantwortlich. Forscher der Vetmeduni Vienna fanden heraus, dass NK-Zellen das Tumorwachstum auch fördern können. STAT5 ist hierfür das Schlüsselmolekül und dient als molekularer Schalter. NK-Zellen brauchen aktives STAT5, um Tumorzellen zu töten. Fehlt STAT5 oder wird es gehemmt, bewirken sie jedoch das Gegenteil: Sie fördern das Tumorwachstum indem sie den blutgefäßbildenden Faktor VEGF produzieren. Die Verwendung von Medikamenten die STAT5 hemmen, beschleunigt somit das Tumorwachstum.

Ein Team um Dagmar Gotthardt und Veronika Sexl vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Vetmeduni Vienna zeigten nun, dass NK-Zellen, denen STAT5 fehlt, Krebszellen zum Wachstum anregen. „Man kann sich STAT5 wie einen Ein/Aus-Schalter vorstellen. Ist STAT5 vorhanden, regt es NK-Zellen dazu an, gegen Krebszellen vorzugehen. Fehlt STAT5, schlagen NK-Zellen ins Gegenteil um und regen Krebszellen zum Wachstum an“, erklärt Gotthardt, Erstautorin der Studie.

STAT5 ist Angriffspunkt bei der Behandlung vieler Krebsarten

STAT5 ist bei vielen Krebsarten, wie beispielsweise Bauchspeicheldrüsen-, Leberkrebs und Leukämie hoch aktiv. Medikamente die STAT5 hemmen sollen, gelten als Hoffnungsträger in der Behandlung einer Reihe von Tumoren. Diese Strategie stellen Gotthardt und ihre KollegInnen nun infrage. „Solche Inhibitoren zielen nicht nur auf Krebszellen, sondern könnten auch das Immunsystem und die NK Zellen negativ beeinflussen. Somit könnten sie das Fortschreiten der Krankheit fördern. Das wäre ein gefährlicher Cocktail für die Patientinnen und Patienten“, so Gotthardt.

Die Forschenden haben erstmals gezeigt, dass NK-Zellen einen Faktor produzieren, der das Tumorwachstum begünstigt, den so genannten VEGF-A (Vascular Endothelial Growth Factor A). Verschiedene Experimente zeigten, dass STAT5 normalerweise die Produktion dieses Signalmoleküls in NK-Zellen unterdrückt. Fehlt STAT5, wird der Faktor in hohen Mengen produziert und es kommt zu einem verstärkten Tumorwachstum. Die Ergebnisse sind von klinischer Relevanz, unter anderem wurde ein Inhibitor verwendet, der bereits in der Klinik eingesetzt wird.

Originalpublikation:STAT5 is a key regulator in NK cells and acts as molecular switch from tumor surveillance to tumor promotion”„; Dagmar Gotthardt, Eva M. Putz, Eva Grundschober, Michaela Prchal-Murphy, Elisabeth Straka, Petra Kudweis, Gerwin Heller, Zsuzsanna Bago-Horvath, Agnieszka Witalisz-Siepracka, Abbarna A. Cumaraswamy, Patrick T. Gunning, Birgit Strobl, Mathias Muller, Richard Moriggl, Christian Stockmann, Veronika Sexl; Cancer Discovery. doi: 10.1158/2159-8290

(ID:43881112)