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VCI-Bericht Schwächelnd schon vor Corona – Chemiewirtschaft 2019 in Zahlen

| Autor: Christian Lüttmann

Das Jahr 2019 war für die chemisch-pharamzeutische Industrie eher durchwachsen - und das noch ohne Corona-Pandemie. Zwar blieb die Beschäftigungslage stabil, insgesamt war jedoch ein Abschwung in Produktion und Umsatz zu verzeichnen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bekannt gibt. Wie sich Umsätze, Beschäftigtenzahlen, Gehälter und weitere Kennzahlen im Laufe der Jahre entwickelt haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Wie sich die chemisch-pharmazeutische Industrie 2019 entwickelt hat, gab der VCI in seinem Quartalsbericht bekannt (Symbolbild)
Wie sich die chemisch-pharmazeutische Industrie 2019 entwickelt hat, gab der VCI in seinem Quartalsbericht bekannt (Symbolbild)
(Bild: ©Kurt Kleemann - stock.adobe.com)

Frankfurt a.M. – Das Jahr 2019 war für die chemisch-pharmazeutische Industrie weniger erfolgreich als die Vorjahre, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seinem Bericht für das vierte Quartal 2019 darstellt. Zwar stiegen die Chemieproduktion sowie der Branchenumsatz zum Jahresende noch einmal leicht an, bleiben aber im Jahresmittel hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück: 7,6% Produktionsrückgang und 3,3% Umsatzrückgang verglichen mit 2018 sind das Fazit.

Dies liege allerdings auch an den außergewöhnlich hohen Umsätzen in den Vorjahren, die auf einen Sondereffekt der Pharmabranche zurückzuführen sind. So hatte der Pharmakonzern Abbvie in Ludwigshafen die Produktion einer neuen Hepatitis-C-Wirkstoffreihe zeitweise stark hochgefahren.

Blickt man auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zurück, so zeigt sich ein überwiegend ein steigender Umsatz. Die Branche ist dabei besonders durch steigende Auslandsumsätze gewachsen, wie die folgende Grafik veranschaulicht (Der Einbruch um das Jahr 2009 ist auf die Folgen der Wirtschaftskrise zurückzuführen):

Die nächste Zeit sieht der VCI als weitere Belastungsprobe für die Chemieindustrie, da die konjunkturellen Risiken für die Wirtschaft durch die Corona-Pandemie zwischenzeitlich gewachsen seien. „Der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie steht erneut ein schwieriges Geschäftsjahr bevor“, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup zur konjunkturellen Lage. „Die Auswirkungen der Corona-Epidemie werden die exportorientierte deutsche Industrie und damit auch die Chemie zu spüren bekommen. Von der Politik sind jetzt Unterstützungsmaßnahmen für die gesamte Wirtschaft gefragt.“

Der VCI hat anlässlich der aktuellen Entwicklung seine Prognose für 2020 gesenkt und rechnet nun mit einem Rückgang der Chemieproduktion von 1,5 Prozent. Für die Mengenentwicklung der chemisch-pharmazeutischen Industrie insgesamt sei bestenfalls eine Stagnation zu erwarten. Der Branchenumsatz bleibe voraussichtlich mit 196 Milliarden Euro unverändert.

In einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zeigt sich, dass die gesamte deutsche Wirtschaft mit starken Einbußen durch die Corona-Pandemie rechnet:

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befragete über 10.000 deutsche Unternehmen, ob sie durch das Coronavirus Auswirkungen auf ihre Geschäfte spüren.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befragete über 10.000 deutsche Unternehmen, ob sie durch das Coronavirus Auswirkungen auf ihre Geschäfte spüren.
(Bild: Statista)

Wie sich die chemisch-pharmazeutische Industrie in den vergangenen Jahren entwickelt hat, zeigen die folgenden Grafiken. So ist bei den Investitionen trotz starker Schwankungen insgesamt ein Anstieg zu erkennen, vor allem für die Auslandsinvestitionen:

Die Beschäftigtenzahl hat sich seit 2010 nach einem Rückgang wieder etwas erholt und steigt seitdem Jahr für Jahr leicht an:

Positiv ist auch die Entwicklung der Entgelte, die in den vergangenen zehn Jahren etwa 25% gestiegen sind:

Trotz guter Bezahlung im Chemiesektor ist bei den Studienzahlen seit einigen Jahren eine Stagnation bzw. gar ein Rückgang zu verzeichnen. Während 2017 über 7000 Studienananfänger verzeichnet wurden, waren es im Jahr darauf nur knapp 6500:

In Sachen Klimaschutz hat die Branche noch viel vor sich. Die Emissionen konnten zwar seit den 1990er Jahren um über 30% reduziert werden, sind aber in den verganenen Jahren etwa auf einem Level geblieben:

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Über den Autor

 Christian Lüttmann

Christian Lüttmann

Volontär, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG