Suchen

Arbeitszeit- und Spesenbetrug Strandurlaub mit Freundin auf Kosten der Firma

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Weltweit verlieren Unternehmen rund 5 % ihres Umsatzes durch Spesen- oder Abrechnungsbetrug. „In mehr als der Hälfte der von uns 2013 aufgedeckten Fälle von Arbeitszeitbetrug waren mindestens 250 % der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden abgerechnet worden“, bestätigt Frances Lentz von der Detektei Lentz.

Firmen zum Thema

Bezahlte Überstunden mit der Freundin am Strand? Eine Überprüfung zahlt sich aus.
Bezahlte Überstunden mit der Freundin am Strand? Eine Überprüfung zahlt sich aus.
(Detektei Lenz)

Zwei Stunden arbeiten, fünf Stunden bezahlt bekommen – das Modell finden nicht wenige attraktiv, wie die Erfahrung der Ermittlungsprofis zeigt. In mehr als hundert Fällen deckten sie allein in diesem Jahr entsprechende Betrugspraktiken auf.

Für anderthalb Tage Arbeit 6 Tage Lohn kassiert

„Nicht immer sind die Abrechnungen so dreist gefälscht“, beruhigt Frances Lentz. Aber meist braucht es schon mehr als ein paar fragwürdige Benzinrechnungen oder unerklärliche Überstunden, bis ein Arbeitgeber hellhörig und vor allem tätig wird. Denn die Beweislast für solche Vergehen liegt immer beim Unternehmen – und eigenhändige Ermittlungen vom Chef werden vor Gericht in der Regel nicht anerkannt.

Bildergalerie

Diese würden die Vorgesetzten auch oft vor unlösbare logistische Probleme stellen, wie die Chef-Ermittlerin der Detektei Lentz weiß: Ihre Mitarbeiter ermitteln im Auftrag schon einmal in Nordafrika oder Südspanien. „In diesem Jahr haben wir beispielsweise einen Geschäftsmann observiert, der insgesamt sechs Tage in Malaga arbeiten sollte. Effektiv war er allerdings nur anderthalb Tage wirklich beruflich engagiert. Den Rest der Zeit verbrachte er mit seiner Freundin, die ohne Wissen des Arbeitgebers mitgereist war, am Strand“, erzählt Frances Lentz.

Hotelkosten der Freundin mit Firmenkreditkarte abgerechnet

Dabei wurden sogar die Hotelkosten der Freundin mit der Firmenkreditkarte bezahlt, wie ihre Ermittler nachweisen konnten. Leider kein Einzelfall: Rund 5 % ihres Umsatzes, so schätzt die US-amerikanische Association of Certified Fraud Examiners in ihrer jüngsten „Global Fraud Study”, verlieren Unternehmen weltweit durch Mitarbeiter, die Betrug am Arbeitgeber für ein Kavaliersdelikt halten. In Deutschland entspräche dies einem jährlichen Schadensvolumen von rund 130 Mrd. Euro.

(ID:42472967)