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Sartorius prägt die Wägetechnik nachhaltig

Technologieführerschaft als ständiges Leitmotiv

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Nächster Entwicklungsschritt: Dämpfungswaagen

Doch auch in der Waagen-Entwicklung ruhte sich das Unternehmen nicht auf seinen Lorbeeren aus. Um Anwendern ein noch schnelleres Wägeergebnis zu ermöglichen, entwickelte man die so genannten Dämpfungswaagen: War es bisher durch die kurzarmigen Balken schon möglich, die langen Einschwingzeiten wesentlich zu verkürzen, so entfielen bei den Dämpfungswaagen diese Schwingungen gänzlich, ohne dabei die Empfindlichkeit der Waage zu beeinträchtigen. Außerdem besaßen die Dämpfungswaagen eine optische Ablesevorrichtung, womit geringste Gewichtsabweichungen direkt abgelesen werden konnten. Im Gegensatz zu üblichen Ablesungen hatte sie darüber hinaus den Vorteil, fest an der Säule angebracht zu sein, sodass keine Nullpunktveränderung eintreten konnte.

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Ein bemerkenswertes Zitat findet sich in einem Brief von Prof. Ludwig Ramberg vom Chemischen Institut der Universität Uppsala aus den 1930er Jahren: „...Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß ich seit mehr als einem halben Jahr eine von Ihnen gebaute Dämpfungswaage mit Bruchgrammtransporteur täglich benutze und daß ich nach eingehender Prüfung dieser Waage und Vergleich mit den Erzeugnissen anderer Firmen kein Bedenken trage, dieses Modell als die beste z.Z. existierende analytische Schnellwaage zu bezeichnen...“.

Selecta: Der „Käfer“ unter den Laborwaagen

Den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Erich Sartorius noch bis zu seinem Tod 1947. Die Geschäftsleitung übernahm anschließend sein Sohn Horst, der bereits mehrere Jahre im Unternehmen tätig war. Der Betrieb hatte kriegsbedingt zwar gelitten, aber es konnte relativ rasch wieder produziert werden. Zudem kamen erfahrene Mitarbeiter nach Göttingen zurück, und die traditionell bei Sartorius gepflegte Lehrlingsausbildung wirkte sich positiv aus: Gut ausgebildete Nachwuchskräfte konnten übernommen werden.

Mit neu entwickelten Waagentypen, wie etwa der Selecta, war Sartorius schnell wieder erfolgreich. Die Waage zeichnete sich durch ein Metallgehäuse, eine leichte Handhabung, innovative Magnet-Dämpfung, vollautomatische Gewichtsauflage und eine weitere Verkürzung des Wägeprozesses aus. In den folgenden Jahren wurde die Selecta-Reihe durch immer mehr Spezialausführungen ergänzt, die vom breiten Anwendungsfeld der Waagenreihe zeugen. Sicher nicht zufällig war es eine Selecta, die im Jahr 1958 als 100 000. Analysenwaage gefertigt wurde. Mit dieser Typenreihe wurde in den 1950er Jahren zunehmend auch die Fließbandfertigung im Waagenbau eingeführt.

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