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Feldflussfraktionierung

Trennung pharmazeutischer Verbindungen mit Feldflussfraktionierung

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Antikörper im Stresstest

Abbildung 5 zeigt ein Standard-Antikörperpräparat. Man erkennt die normale Verteilung der Bestandteile, nämlich Fragmente, Monomere und ein kleiner Anteil an Dimeren. Größere Aggregate der Immunglobuline sind hier nicht nachweisbar.

Anders die Situation, wenn der Antikörper Stress ausgesetzt wird, wie in Abbildung 6 zu sehen. Dieser Stress wird beispielsweise thermisch erzeugt, indem der Antikörper mehrere Tage bei -20 °C eingefroren und dann wieder aufgetaut wird. Setzt man das Präparat hohen Temperaturen aus, etwa 40 °C für mehrere Stunden, so hat dies den gleichen Effekt. Es bilden sich große Aggregate aus vielen Antikörpermolekülen. Das führt dazu, dass die Präparation für den therapeutischen Gebrauch nicht mehr verwendbar ist und verworfen werden muss. Im pharmazeutischen Produktionsprozess ist es daher unabdingbar, die Bildung solcher Verklumpungen ständig zu kontrollieren. Waren mittels Säulenchromatographie die Aggregate bislang nur unzureichend nachweisbar, so steht nun mit der HF5 für diese Überprüfungen das passende Werkzeug zur Verfügung.

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Welche Vorteile bringt die Hohlfaser-Fluss-FFF

Die Resultate aus dieser Studie machen deutlich, dass die HF5 mit dem hier vorgestellten System eine ebenso gute Trennung ermöglicht wie die bereits bewährten AF4-Kanäle. Speziell die einfache Handhabung der Hohlfaser bei sehr guten Trennergebnissen auch mit „Problemkandidaten“ kann sich hier durchaus als optimaler Ansatz erweisen. Speziell im Bereich der Analyse von therapeutischen Proteinen stellt die Feldfluss-Fraktionierung ein wertvolles Werkzeug dar, mit dem man den teils sehr unterschiedlichen Herausforderungen begegnen kann. Einerseits steht oft nur eine sehr limitierte Menge an wertvoller Probe zur Verfügung, sodass eine hohe Empfindlichkeit der Analyse unabdingbar ist. Andererseits – etwa in der QC von Antikörpern – hat man es bisweilen mit deutlich höheren Stoffkonzentrationen zu tun. Auch unter diesen Umständen muss die Messung absolut exakt und zuverlässig sein, damit man verlässliche Daten über Molmassen, Molekülgrößen, Löslichkeit und Aggregation gewinnen kann. Damit sind die methodischen und instrumentellen Anforderungen klar: Erforderlich ist eine Analytik, die über einen weiten Konzentrationsbereich hinweg robust und reproduzierbar arbeitet. Die Kombination aus AF4 und HF5 erfüllt diese Voraussetzungen und dürfte sich zukünftig für viele analytische Aufgabenstellungen, insbesondere zur Charakterisierung therapeutischer Peptide oder Proteine, als die Methode der Wahl etablieren.

* Dr. T. Jocks: Wyatt Technology Europe GmbH, 56307 Dernbach

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