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Weltwassertag am 22. März

Verband warnt: Hygienische Probleme durch Benutzung von Grauwasser

| Redakteur: Marc Platthaus

In Deutschland werden nach Zahlen des BDEW 96 Prozent des Abwassers in Kläranlagen aufbereitet.
In Deutschland werden nach Zahlen des BDEW 96 Prozent des Abwassers in Kläranlagen aufbereitet. (Bild: Michael Schtze - Fotolia.com)

Anlässlich des Weltwassertages der Vereinten Nationen am 22. März stand in diesem Jahr unter dem Motto „Abwasser – die ungenutzte Ressource“. Vertreter des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßten das Ziel den Anteil unbehandelten Abwassers zu halbieren, kritisierten aber gleichzeitig die Empfehlung mehr Grauwasser wiederzuverwenden.

Berlin – Deutschland nimmt mit seiner hervorragenden Abwasserreinigung eine Spitzenstellung in Europa ein, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) in einer Pressemitteilung anlässlich des Weltwassertages der Vereinten Nationen am 22. März betont. 96 Prozent des Abwassers wird in Kläranlagen aufbereitet. 576.000 km Kanalnetz und 9.307 Kläranlagen stehen für die jährlich 9,3 Milliarden Kubikmeter Abwasser bereit.

„Ohne Abwasserreinigung wären die Erfolge im Gewässerschutz in Deutschland nicht realisierbar. Dies ist auch eine wesentliche Grundlage für eine sichere Trinkwasserversorgung“, sagt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser in Berlin anlässlich des Weltwassertages.

Grauwasser potenziell durch Mikroplastik und Krankheitserreger belastet

Dieser steht dieses Jahr unter dem Motto "Wastewater - Abwasser". Der BDEW unterstützt das Ziel der Vereinten Nationen, den Anteil unbehandelten Abwassers weltweit zu halbieren. Kritisch hingegen sieht Weyand die Empfehlung der Vereinten Nationen, Abwasser und Grauwasser, etwa aus der Dusche oder Waschmaschine, aber auch das von den Dächern aufgefangene Regenwasser, wiederzuverwenden. Grauwasser und Regenwasser enthalten heutzutage eine Vielzahl chemischer Stoffe wie Mikroplastik und potenzielle Krankheitserreger, wie sie sich beispielsweise im Kot der Vögel wiederfinden.

„Wollen wir allen Ernstes in die unhygienischen Zustände des Mittelalters zurückfallen? Man kann nicht auf der einen Seite die vierte Reinigungsstufe fordern und gleichzeitig die Bevölkerung ungereinigtem Abwasser aussetzen“, so Weyand. Eine Gefährdung der Bevölkerung wäre nur dann auszuschließen, wenn Desinfektionsmittel großflächig eingesetzt würden. Dies wäre jedoch ein Rückschritt für den nachhaltigen Einsatz von Chemikalien.

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Weyand sieht auch entsprechende Vorstöße der Europäischen Kommission für eine pauschale Abwasser- und Grauwasserwiederverwendung kritisch: Landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie Gemüse oder Erdbeeren, die mit wiederverwendetem Abwasser erzeugt wurden, müssten mindestens hygienisch überprüft und für die Verbraucher gekennzeichnet werden.

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