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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Vertrauenssache? Neue Lösungen für Telemedizin und interne Klinik-Kommunikation

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Hohe Anforderungen an den Datenschutz

Die im Gesundheitswesen erhobenen Daten sind ganz besonders sensibel und sollten unter keinen Umständen an Dritte gelangen. Informationen zum Gesundheitszustand und der ärztlichen Vorgeschichte sollten die Patient-Arzt-Beziehung nicht verlassen. Aus diesem Grund sind die Anforderungen an den Schutz der sensiblen Informationen hoch. Es gehört zu den Verpflichtungen von Ärzten und behandelndem Personal wie Pflegern oder Krankenschwestern, vertrauliche Informationen auch über den Tod der Patienten hinaus nicht an Dritte weiterzugeben.

Gespräche können dabei problemlos im Vertrauen geführt und sensible Dokumente vernichtet werden. Anders ist es mit elektronischen Daten – vor allem, wenn diese nicht im klinikeigenen Intranet verbleiben, sondern zum Teil auf Servern im Ausland gespeichert sind. Hier muss der Fokus ganz klar auf Tools mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung liegen, damit die sensiblen Inhalte gesichert und vor Datenverlusten oder Hackerangriffen geschützt sind. Dies betrifft Krankenakten und Notizen genauso wie den internen Austausch des Ärzte- und Pflegepersonals sowie die Kommunikation mit dem Patienten. Dabei sollte klar kommuniziert werden, was mit erhobenen Krankendaten geschieht und wo diese gespeichert und verarbeitet werden.

Vorsicht bei Anbietern wie Skype oder Whats App

Nicht erst seit dem Inkrafttreten der DSGVO besteht eine rechtliche Notwendigkeit, sensible Informationen zu schützen, da Verstöße streng geahndet werden können. Bisher genutzte Kommunikationsstools, wie Skype oder Whats App, werden den Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit bislang kaum gerecht: Im Falle von Skype sind alle erhobenen Daten und Inhalte aus Chatverläufen allen Personen ersichtlich, die Zugang zu den Servern haben. Neben Microsoft, dem Konzern hinter Skype, können seit Einführung des nicht unumstrittenen Cloud-Act-Gesetzes auch US-Regierungsbehörden die Herausgabe der Daten verlangen, zudem besteht die Gefahr von Hacker-Angriffen.

Whats App ist dagegen zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselt und zumindest Gesprächsinhalte vor den Augen Dritter geschützt, doch allgemeine Informationen wie Kontaktdaten, kontaktierte Personen oder Daten zu den Geräten werden mit Instagram und Facebook abgeglichen. In Kombination mit den Informationen der anderen Plattformen entstehen somit detaillierte Nutzerprofile. Aus diesem Grund verbieten immer mehr Unternehmen, wie zuletzt Continental, die Nutzung von Whats App auf Diensthandys. Unsicherheiten bezüglich des Datenschutzes sind einer der wesentlichen Kritikpunkte von Gegnern der Digitalisierung in der Medizin. Diese Bedenken können widerlegt werden, indem europäische Alternativen verwendet werden, die auf Sicherheit, Compliance und geschäftlichen Nutzen ausgerichtet sind.

Fazit: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung etablieren

Moderne Kommunikationsformen sind einerseits ein mögliches Mittel, um dem vor allem in ländlichen Regionen drastischen Ärztemangel entgegenzuwirken; andererseits eignen sie sich auch, um die Kommunikation im Krankenhaus schneller, effektiver und sicherer zu machen. Da rechtlich mittlerweile der Weg zu Fernsprechstunden als Ergänzung zu herkömmlichen persönlichen Arztgesprächen geebnet wurde, ergibt sich ein größerer Bedarf an effektiven Kommunikationskanälen. Diese müssen in erster Linie umfangreichen Sicherheitsansprüchen gerecht werden, damit persönliche und vertrauliche Informationen nicht an Dritte gelangen.

Nur mit Sicherheitsstandards wie einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung lässt sich bei den Patienten eine breite Akzeptanz für tele­medizinische Behandlungen erreichen. Doch ob nun im Krankenhaus oder in der Arztpraxis auf dem Land: Letztendlich profitieren von der vereinfachten Kommunikation nicht nur das Ärzte- und Pflegepersonal, sondern in erster Linie die Patienten.

* A. Duric: Wire, 10178 Berlin

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