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Die zweite Runde beginnt
Das Projekt wurde 2009 wieder aktiviert, nachdem der Standortbetreiber ISH eine entsprechende Fläche in einem bestehenden, modernen Gebäudekomplex anbot.
Die vorhandene Baubeschreibung und die für den Neubau erstellte Entwurfsplanung bildeten die Grundlage für die Eignungsprüfung der angebotenen Flächen. Nach Anpassung der beim Start festgelegten Mitarbeiterzahlen und der Flächenparameter auf die aktuellen Werte konnte sehr schnell festgestellt werden, dass das angebotene Objekt große Teile der Anforderungen erfüllte. Durch zwischenzeitlich geänderte interne Regularien musste ein neuer, erweiterter Optionsvergleich mit mindestens drei Vergleichsobjekten durchgeführt werden. Die Möglichkeit eines kompletten Neubaus kam aus zeitlichen Gründen nicht mehr in Frage. Mit externer Hilfe wurde das Umfeld von Frankfurt auf geeignete Bestandsobjekte untersucht auf Basis der Idee, entsprechende Flächen im chemisch/pharmazeutischen Umfeld zu finden. Leider gab es hier keine passenden Objekte. Die Suche wurde nun auf Gewerbegebiete ausgeweitet, dies war aber durch die Komplexität der Aufgabenstellung ebenfalls nicht erfolgreich. Im März 2010 kam das „Ja“ für das Bestandsobjekt im IPH. Da die ISH für die bestehenden Pachtgebäude kurzfristig einen Nachmieter fand, mussten nun nach fast sechs Jahren Entwicklung, Vorplanung und Vergleich die weitere Um- und Detailplanung, Anfrage- und Bestellprozess, Errichtung, Inbetriebnahme und Umzug innerhalb von weniger als zwölf Monaten abgewickelt werden.
Bereits in der frühen Phase des Projektes wurden klare Schnittstellen für den Laborausbau zwischen Vermieter und Mieter festgelegt. Diese sahen vor, dass die Laborräume vom Vermieter baukonstruktiv (Böden, Wände, technische Medienversorgung bis zur Absperrarmatur sowie Zu- und Abluftversorgung bis hinter die Brandschutzklappe auf der Rauminnenseite) fertig gestellt wurden. Art und Mengen der Medien- (16 zentral versorgte Medien) und Lüftungsversorgung waren Bestandteil der Baubeschreibung und als Anforderung an den Vermieter definiert. Die eigentliche Laboreinrichtung, sämtliche Verteilnetze im Raum und die Raumregelung waren Sache des Mieters. Eine der größten Herausforderungen im Rahmen des Ausbaus war der Zeitplan. Der Lösungsansatz war, die Ausführungsplanung in zwei Schritte zu teilen. Im ersten Schritt wurde die Ausführungsplanung zu ca. 75 Prozent detailliert, diese dann ausgeschrieben und vergeben, um dann im Rahmen der Abstimmung der Werk- und Montageplanung den Planungsstand auf 100 Prozent zu konkretisieren. Die Lieferanten- bzw. systemabhängigen Planungsanpassungen konnten hierbei direkt einfließen. Ein zweiter Hauptpunkt in der Abwicklung war die Koordination der Gewerke. Alle Gewerke wurden in einem Los gebündelt ausgeschrieben und vergeben. Die Entscheidung fiel auf die Firma Waldner aus Wangen, die die kaufmännischen, planungs- und abwicklungstechnischen Vorgaben in einem gestrafften Terminplan erfüllte.
Technik und Leistungsfähigkeit
Flexibilität und modularer Aufbau von Versuchen erfordern entsprechende Flächen, die die jeweils erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllen. Hier wurden als Lösung begehbare, abgesaugte Einhausungen mit entsprechenden Luftwechseln gewählt. Die größte Einhausung für Versuchsmodule hat eine Grundfläche von 2 x 5 m mit einer Höhe von 2,7 m (s. Abb. 2). Für Versuche unter Ex-Bedingungen wurde eine Einhausung mit einer Grundfläche von 1,9 x 3,6 m und einer Höhe von 3,5 m geplant. Für große Module wurden entsprechende Freiflächen vor den Modulen vorgesehen. Um diese Flächen trotzdem nutzen zu können, wurden diese mit Rolltischen und -schränken bestückt. Zur Unterstützung dieser Flächenflexibilität fiel die Entscheidung bei der Medienversorgung auf die von der Firma Waldner angebotene Mediendecke. Die zu diesem Zeitpunkt neuen Textilauslässe mit Mikroperforation für eine zugluftfreie Belüftung kombiniert mit einer gleichmäßigen und schattenfreien Beleuchtung unterstützten diese Entscheidung. Aufgrund des wichtigen Zeitfaktors konnten außerdem durch den hohen Vorfertigungsgrad und die schnelle Montage vor Ort wichtige Zeitreserven gewonnen werden.
Die Mediendecke als zusätzliche Konstruktionsebene bot für das Projekt einen weiteren Vorteil. Durch die Möglichkeit zusätzlicher Befestigungen an und unter der Decke konnte beispielsweise ein Splitterschutz aus einem durchsichtigen Lamellenvorhang um Kolonnenbereiche für Destillationsversuche montiert werden (s. Abb. 3). Diese in der Neubauplanung für bis zu 8 m hohe Kolonnen geplanten unabhängigen Flächen mussten im Bestandsgebäude integriert werden. Die angemieteten Flächen im Erdgeschoss besitzen nur eine lichte Raumhöhe von 3,5 m. In Abstimmung mit dem Vermieter wurden zwei 20 m² große Flächen im OG über den jeweiligen EG-Flächen abgetrennt, die den Aufbau über zwei Geschosse ermöglichten. Nach statischer Berechnung wurden dann anstelle einer großen Deckenöffnung für die Durchführung der Kolonnen einzelne Kernbohrungen ausgeführt. Diese Räume gehören brandschutztechnisch zur EG-Fläche und sind gegenüber den anschließenden Bereichen im 1. OG entsprechend abgetrennt.
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