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Mittels der beschriebenen Lamellenvorhänge wurde außerdem die thermische Abtrennung eines 20 m² großen Bereiches in einem 520-m²-Laborraum realisiert. Die hierin durchzuführenden Versuche mit empfindlicher Messtechnik erfordern temperaturseitig stabile Umgebungsbedingungen von 22 °C ± 3 K. Eine nicht geforderte klimatechnische Steuerung des Gesamtlabors auf diese Werte wäre zu aufwändig und zu teuer. Durch die an der Mediendecke befestigten Lamellenvorhänge wurde dieser Bereich entkoppelt und separat mit Decken-Raumklimageräten temperiert. Durch die Transparenz der Lamellen wirkt der Bereich dennoch optisch integriert und bietet den Mitarbeitern zusätzlichen Schutz, da Gefahrensituationen sofort erkennbar sind (s. Abb. 4).
Für die sicherheitstechnische Charakterisierung von Gemischen und Prozessen wurden explosionsfeste Räume benötigt. Diese massiv betonierten „Autoklavenkammern“ wurden als Raum-im-Raum-Lösung realisiert. Diese aufwändige Bauart wurde aus den Erfahrungen der zuvor angemieteten Flächen entwickelt. Hier waren die Kammern nur von außen zu begehen. Umfangreiche Berechnungen für die Explosionsdruck-Entlastungsöffnungen und die Druckfestigkeit der Kammern erfolgten durch Experten von Siemens. Die Auslegung und Ausführung der Wände und Einbauten geschah in Abstimmung zwischen Experten, Sicherheitsbeauftragten, Planern und dem Statiker. Die Drücke im Explosionsfall werden über ein Kanalsystem nach außen abgeleitet. Der Austritt eventuell herumfliegender Teile wird an den jeweiligen Entlastungsöffnungen durch Gitterroste verhindert. Die Lüftungs- und Medienanbindung der Kammern geschieht über ein druckfestes Durchführungssystem mit eingebauten Schnellschlussventilen zur Explosionsschutz-Entkoppelung. In planungsbegleitenden Sicherheitsgesprächen wurden für alle Bereiche entsprechende Sicherheitskonzepte erarbeitet. Hierbei stand der Schutz der Mitarbeiter immer im Vordergrund. Das Know-how der Labormitarbeiter für Versuchsanforderungen und deren Durchführung floss hierbei unmittelbar in die Konzeption der Laborgestaltung ein.
Dienstleistung verbessert
Die Projektrealisierung wurde nach langem Vorlauf vom eigenen Engineering in sehr kurzer Zeit und zu den vorgesehenen Kosten umgesetzt. Der stringente und effektive Projektansatz spiegelt sich wider in der flexiblen und modularen Flächennutzung als Merkmal moderner Laborbauweise. Durch die Modernisierung der Laboreinrichtungen und gleichzeitige Optimierung der Flächennutzung sowie des Personal- und Materialflusses wird ein zukunftssicherer, effizienter Laborbetrieb auf Dauer sichergestellt. n
* M. Rost: Siemens AG Industrial Automation Systems, Frankfurt am Main
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