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Laborplanung Von der Idee zur Planung und Errichtung eines Labors

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Innerhalb von zwölf Monaten wurden in Frankfurt 1100 m² Laborflächen geplant, umgesetzt und in Betrieb genommen. In den modular aufgebauten Laboren wird an den Themenschwerpunkten Verfahrensentwicklung und -optimierung sowie Prozesssicherheit gearbeitet.

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Abb. 1: Übersichtsbild einer der auf 1100 Quadratmeter neu gestalteten Laborfläche mit modularen und flexiblen Einrichtungen. (Ausschnitt) (Bild: Siemens)
Abb. 1: Übersichtsbild einer der auf 1100 Quadratmeter neu gestalteten Laborfläche mit modularen und flexiblen Einrichtungen. (Ausschnitt) (Bild: Siemens)

Seit Mai 2011 sind die neuen Laborflächen der Siemens AG am Standort Frankfurt am Main im Industriepark Höchst (IPH) in Betrieb. Zum Abschluss eines 2004 gestarteten Projektes sollen hier durch eine retrospektive Betrachtung beispielhaft die verschiedenen Projektansätze, Momente der Herausforderung, aber auch deren Lösungen vor dem Hintergrund der verschiedenen Aufgabenstellungen eines komplexen Labors beschrieben werden.

Der Hauptnutzer der Flächen ist das Engineering und Consulting (EC) im Sektor Industry der Siemens AG. Diese Abteilungen mit Wurzeln in der ehemaligen Hoechst AG arbeiten derzeit mit ca. 250 eigenen Mitarbeitern und 100 weiteren aus anderen Siemens-Bereichen im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main. Vor dem Projekt waren die verschiedenen Gruppen auf vier Pachtgebäude und drei Mietflächen mit einer Gesamt-Laborfläche von mehr als 5600 m² im gesamten Industriepark verteilt. Die sanierungsbedürftigen Gebäude sowie die veralteten technischen Einrichtungen waren neben der räumlichen Trennung der Mitarbeiter die ausschlaggebenden Gründe für den Start dieses Projektes. Das Ziel war, durch Konsolidierung von Flächen, Verkürzung der Wege sowie vorhersehbare Instandhaltung laufende Kosten einzusparen und besser planbar zu machen. Die Planung wurde als Inhouse-Projekt mit eigenen Mitarbeitern durchgeführt. Da es hierbei oftmals schwierig ist, die Rollenverteilung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmern einzuhalten, wurde das Projekt wie ein externes Projekt zwischen Planer und Kunde aufgesetzt und abgewickelt.

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„Langer Atem“ erforderlich

Das Vorprojekt startete mit der Entwicklung und Diskussion unterschiedlicher Konzepte. Die Planung für einen Neubau auf der „grünen Wiese“ im IPH startete 2005 – vorgesehener Bauherr und Vermieter war der Standortbetreiber Infraserv Höchst (ISH).

Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und technischer Gesichtspunkte wurde geprüft, welche Themenschwerpunkte in den neuen Laborflächen abgebildet werden müssen. Die Bündelung von bisher mehrfach vorgehaltener Ausrüstung war hier einer der wichtigsten Punkte. Nach einer Betrachtung der Zusammengehörigkeiten, Arbeitsabläufe und technischen Erfordernissen wurden die Versuchsaufbauten grob platziert. Auf Basis dieser Aufstellungsplanung wurden die Raumgeometrien, der Flächenbedarf und im Anschluss daran die Miet- und Investkosten über Kennzahlen ermittelt. Die über den Erwartungen liegenden Gesamtkosten machten eine Anpassung der Planung erforderlich. Die fest platzierten Versuchsaufbauten wurden – soweit möglich – frühzeitig flexibilisiert und modularisiert. Die Flächen wurden so gestaltet, dass Versuchsaufbauten in der „günstigen“ Lagerfläche „aufbewahrt“ und nur bei Bedarf in die hochwertigen Laborflächen transportiert werden sollten. Dieser Ansatz übernimmt einen Teil der „Open Space Office“-Philosophie und erreicht eine optimierte Ausnutzung kostenintensiver Nutzflächen – wenn man so will ein „Open Space Lab“. Dies ist nicht für alle Laborbereiche zu adaptieren, in diesem Fall konnten aber wertvolle Laborflächen eingespart und in günstigere Lagerflächen umgewandelt werden. Nachdem Anfang 2008 der vorgesehene Investor das Vorhaben überraschend beendete, wurde das interne Projekt vorerst gestoppt.

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