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LABORPRAXIS-Newsticker Wissenschaft über Brettspiele vermitteln

Aktualisiert am 04.08.2026 Quelle: dpa 6 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

2.8. – Wissenschaft über Brettspiele vermitteln

Heidelberg (Klaus-Tschira-Stiftung) 10:11 Uhr – Menschen spielen, um Stress abzubauen, soziale Kontakte zu pflegen und Neues auszuprobieren. Das Gehirn belohnt sie dafür mit der Ausschüttung von Glückshormonen. Gilt das auch für Brettspiele mit Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik?

Davon ist Philipp Schrögel überzeugt. Der Forscher am Bonn Lab for Analog Games and Imaginative Play an der Universität Bonn hat gemeinsam mit Kollegen in der Förderlinie „Innovative Wissenschaftskommunikation“ der Klaus-Tschira-Stiftung ein Projekt eingereicht.

Wissenschaft über Brettspiele vermitteln, beispielsweise hier mit „Pandemic“ auf der MS Wissenschaftsjahr 2026 zum Thema „Medizin“.(Bild:  Philipp Schrögel)
Wissenschaft über Brettspiele vermitteln, beispielsweise hier mit „Pandemic“ auf der MS Wissenschaftsjahr 2026 zum Thema „Medizin“.
(Bild: Philipp Schrögel)

Das Ziel: herausfinden, wie sich moderne Brettspiele für die Wissenschaftskommunikation nutzen lassen. „Das Thema liegt in der Luft“, sagt der Projektleiter. Schließlich wurde die Brettspielkultur in Deutschland sogar jüngst in das internationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Geplant ist eine Reihe von Veranstaltungen in Bibliotheken, Museen und anderen öffentlich zugänglichen Orten. Dort werden bekannte Spiele wie Robo Rally zur Informatik, E-Mission zum Klimawandel, Pandemic zu Viren und Epidemien, Flügelschlag zur Biodiversität oder Terraforming Mars als andere Perspektive auf das Anthropozän mit Vorträgen, Führungen und Diskussionen über MINT-Themen verbunden.

Wenn das auf zwei Jahre angelegte Projekt 2028 endet, will Projektleiter Schrögel den Möglichkeiten und Grenzen von Brettspielen in der Wissenschaftskommunikation über MINT-Themen ein gutes Stück nähergekommen sein.

2.8. – Genetischer Nachweis: Europäer brachten Pocken nach Amerika

Dublin (dpa) 7:56 Uhr – Analysen von Pocken-Erbgut aus Mumien in Chile brachten den bislang deutlichsten Beweis zutage, dass die auch in Amerika verheerende Krankheit aus Europa stammte. „Diese Entdeckung liefert den ersten molekularen Nachweis dafür, dass die Pocken während der Kolonialzeit (...) eingeschleppt wurden“, fasst Shigeki Nakagome vom Trinity College Dublin die Forschungsergebnisse zusammen. Die Erkenntnisse stützen bisherige Annahmen zur Ausbreitung der Infektionskrankheit.

Das Forschungsteam aus Irland, Chile und Japan hatte nach eigenen Angaben die ersten Pockengenome aus der Kolonialzeit, die in Amerika gewonnen worden waren, analysiert. Es untersuchte dafür zwei mumifizierte Leichen indigener Menschen, die zwischen dem späten 15. und frühen 17. Jahrhundert im Norden Chiles bestattet worden waren, heißt es in der Pressemitteilung der irischen Universität.

Die durch das Variola-Virus verursachten Pocken spielten eine wesentliche Rolle bei dem katastrophalen Bevölkerungsrückgang, den die indigenen Völker in Nord-, Mittel- und Südamerika nach der Ankunft der Europäer erlebten. Das Virus trat laut Studie in Wellen auf und habe in Amerika schätzungsweise drei bis vier Millionen Todesfälle verursacht, möglicherweise sogar mehr, insbesondere unter indigenen Bevölkerungsgruppen ohne vorherigen Kontakt zu den Viren.

Originalpublikation: Bruno Romero González et al.: The genomic identity of early smallpox in South America, Science, 30 Jul 2026, Vol 393, Issue 6810, pp. 504-508; DOI: 10.1126/science.aee6957

29.7. – KIT wird Forschungshub für Fusionstechnologie

Karlsruhe (KIT) 12:35 Uhr – Mit dem Aktionsplan Fusion treibt die Bundesregierung den Bau eines ersten Fusionsreaktors in Deutschland voran und richtet dafür drei Forschungshubs ein. Diese bündeln Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie, um zentrale technologische Herausforderungen der Fusionsenergie zu bewältigen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hatte die drei Hubs zur Förderung ausgeschrieben. Heute, am 29. Juli 2026, hat das BMFTR die Entscheidung bekannt gegeben: Einer der Hubs wird am KIT angesiedelt. Die Forschung konzentriert sich dort auf die Entwicklung des Brennstoffkreislaufs, neuer Materialien sowie die technische Umsetzung im Kraftwerk.

Die Entscheidung des BMFTR stärke die deutsche Fusionsforschung sowie den Wissenschafts- und Innovationsstandort Baden-Württemberg, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Wie schnell die Fusion im Energiemix der Zukunft eine Rolle spielen kann, hängt maßgeblich von technologischen Fortschritten in der Materialforschung und der Entwicklung des Brennstoffkreislaufes ab. Und genau hier spielen die Karlsruher Forschenden in der globalen Spitzenklasse: Für Fusionsreaktoren geeignete Materialien sind ein entscheidender Baustein bei der Ermöglichung der Fusion. Gleichermaßen relevant ist die Schlüsselkompetenz des KIT eines sicher und nachhaltig funktionierenden Brennstoffkreislaufes, einschließlich der Erzeugung des für den Fusionsprozesses notwendigen Tritiums. Der Zuschlag für einen der drei Hubs festigt die führende Rolle Baden-Württembergs in der Fusionsforschung nun dauerhaft. Es ist ein klarer Beleg dafür, dass wir mit unserem Fokus auf Zukunftstechnologien und der Ausrichtung auf die High Tech Agenda Deutschland erfolgreich sind.“

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24.7. – Chemiebranche will mehr Ausbildungsplätze sichern

Leuna/Berlin (dpa) 10:56 Uhr – Nach einem deutlichen Rückgang neuer Ausbildungsverträge in der ostdeutschen Chemieindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine gemeinsame Ausbildungsinitiative gestartet. Sie soll Unternehmen dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern. Laut Arbeitgeberverband Nordostchemie boten die Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 586 Ausbildungsplätze an – 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Besetzt wurden 531 Ausbildungsplätze, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2024.

Als Ursachen nennen Arbeitgeberverband und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage der Branche. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, ausbleibende Investitionen und Standortschließungen setzten viele Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig steige der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, weil in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Beschäftigte in den Ruhestand gingen. „Die Ausbildungszahlen in unserer Region sind alarmierend“, sagte IGBCE-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak.

Die Ausbildungsinitiative soll Unternehmen bei der Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchskräften unterstützen. Geplant sind unter anderem eine Social-Media-Kampagne zur Nachwuchsgewinnung, ein Förderprogramm für Ausbildungsbetriebe sowie Qualifizierungsangebote für Ausbildungsverantwortliche. „Ausbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unserer Branche“, erklärte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Nordostchemie.

Begleitend haben Arbeitgeberverband und Gewerkschaft einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Darin rufen sie die Unternehmen auf, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Ausbildung festzuhalten und bestehende Förderangebote zu nutzen. Ausbildung bleibe die wichtigste Voraussetzung, um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern und den Industriestandort Ostdeutschland zu stärken.

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21.7. – Forschung zum dynamischen Reaktorbetrieb ausgezeichnet

Frankfurt am Main (Dechema) 10:00 Uhr – DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Privatdozent Dr. Patrick Lott vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhält den Dechema-Preis. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seine wegweisenden Arbeiten zum dynamischen Betrieb heterogen katalysierter Reaktionen – insbesondere unter extremen Bedingungen. Die Preisverleihung findet am 17. September 2026 beim Dechema Forum in Frankfurt am Main statt.

Heterogen katalysierte Reaktionen sind Grundlage zahlreicher industrieller Prozesse, in der Praxis laufen sie jedoch häufig nicht unter idealen, konstanten Bedingungen ab. Wechselnde Lastzustände, schwankende Zusammensetzungen der Reaktionsgemische, Temperatur- und Druckänderungen stellen Katalysatoren und Reaktoren vor große Herausforderungen. Die Arbeiten von Lott leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, solche Prozesse gezielt dynamisch zu betreiben und Dynamik nicht als Störgröße, sondern als Werkzeug für bessere Performance, Stabilität und Regeneration zu nutzen, heißt es in einer Pressemeldung.

Die Anwendungsnähe seiner Forschung zeigt sich besonders in der Umweltkatalyse und der Methan-Konversion. Lott untersuchte unter anderem Strategien, um Deaktivierungseffekte in der Methanoxidation zu adressieren und die Leistungsfähigkeit von Katalysatoren durch dynamische Regeneration zu verbessern. Darüber hinaus leistete er Beiträge zur Methan-Valorisierung, etwa durch Arbeiten zur oxidativen Methankopplung bei sehr kurzen Verweilzeiten sowie zur Methan- und Biogaspyrolyse zur Wasserstofferzeugung mit fester Kohlenstoffabscheidung. Seine Ergebnisse weisen dabei auch in Richtung Pilotanwendung.

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