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VUP-Konjunkturbarometer Mai 2024 Die Laborbranche bleibt vorsichtig optimistisch, bis auf zwei Bereiche…

Von Christian Lüttmann 3 min Lesedauer

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Wie sehen die Prüf- und Kalibrierlaboratorien in die Zukunft? Laut des aktuellen Konjunkturbarometers vom deutschen Verband unabhängiger Prüflaboratorien bleibt die Stimmung in der Branche verhalten optimistisch. Wie sich die Auftrags- und Investitionslage im Detail verändert hat, und welche Bereiche sich als große Ausreißer zeigen, verrät dieser Beitrag.

Das VUP-Konjunkturbarometer fragt halbjährlich die Auftragslage in Kalibrier- und Prüflaboren ab. In diesem Beitrag sind die Ergebnisse von Mai 2024 zusammengefasst. (Bild:  KI-generiert mit ideogram.ai)
Das VUP-Konjunkturbarometer fragt halbjährlich die Auftragslage in Kalibrier- und Prüflaboren ab. In diesem Beitrag sind die Ergebnisse von Mai 2024 zusammengefasst.
(Bild: KI-generiert mit ideogram.ai)

Zweimal im Jahr erhebt der deutsche Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) das Konjunkturbarometer und fragt dabei die aktuelle Stimmung im Laborsektor ab. Nachdem in der Umfrage vom November 2023 die Erwartungen deutlich gedämpft waren, hat sich die Situation nun etwas verbessert. In Bezug auf Investitionen und den Ausbau personeller Kapazitäten äußert sich die Laborbranche jedoch verhalten optimistisch, obwohl die wirtschaftliche Situation in Deutschland weiterhin von Unwägbarkeiten geprägt ist und unter anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie unsicheren Lieferketten leidet.

Grundlegend für den dennoch positiven Trend in den Erwartungen der befragten Labore ist die aktuelle Auftrags- und Stimmungslage: Diese wird mit 0,2 (auf einer Skala von -2 bis +2) leicht verbessert zum Vorjahr (0,1) bewertet. In gleicher Weise steigen auch die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2024 auf 0,4 im Vergleich zur Umfrage vor einem halben Jahr (0,3). Kritisiert wird jedoch die insgesamt eher stagnierende Vergabe von industriellen Aufträgen.

Auftragslage in den einzelnen Marktsegmenten mit einem Spitzenwert

Trotz der verhaltenen Aussichten ist die Gesamtstimmung positiv: Rund zwei Drittel der Teilnehmer geben an, leicht oder deutlich bessere Umsätze in den kommenden sechs Monaten zu erwarten. Ein Drittel der Teilnehmer sieht derzeit wie auch in den nächsten sechs Monaten keine konjunkturelle Veränderung (+/- 0) oder sogar Umsatzeinbußen. Für die einzelnen Marktsegmente ergibt sich im Detail folgende erwartete Auftragslage (auf der Skala von -2 bis +2, Änderung gegenüber der Umfrage vom November 2023 in Klammern):

  • Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik: 0,5 (+0,3)
  • Medizinprodukte: 0,4 (+0,1)
  • Umweltanalytik: 0,3 (+0,2)
  • Physikalische Messungen & Kalibrierwesen: 0,3 (+/-0)
  • Industrieanalytik: 0,2 (-0,4)
  • pharmazeutische Untersuchungen: 0,1 (+0,3)
  • und Labormedizin: 0,1 (+0,1)

Auftragslage nach Branchen mit einer Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).(Bild:  VCS (Daten: VUP))
Auftragslage nach Branchen mit einer Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).
(Bild: VCS (Daten: VUP))

Diese Zahlen liegen überwiegend nahe an der Herbstprognose 2023. Lediglich der Bereich „Industrieanalytik“ wurde im Vergleich mit der Umfrage vom November vorigen Jahres deutlich schlechter bewertet. Insgesamt bleibt die Erwartungshaltung aber über alle Marktsegmente auf einem positiven Level (alle gemittelte Werte sind größer als Null). Besonders positiv wurde die Auftragslage von Laboren aus dem Sektor „Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik“ bewertet, deren Skalenwert von 0,2 auf 0,5 anstiegen ist und damit deutlich in der Umfrage hervorsticht.

Investitionsbereitschaft nimmt wieder zu

Während die erwartete Auftragslage abhängig vom jeweiligen Marktsegment sehr verschieden bewertet wird, zeigt sich bei der Investitionsbereitschaft in allen abgefragten Bereichen ein branchenübergreifend positives Bild. Zwar liegen die Investitionsvorhaben in Immobilien mit 0,1 und Werbung mit 0,2 (auf einer Skala von -2 bis +2) eher niedrig, dafür zeigt der Bereich Analysen- und Anlagentechnik mit 0,4, dass nun wieder verstärkt in den Stand der Technik investiert werden soll.

Ein großer Ausreißer bei den Investitionen

Während sowohl die Auftragslage als auch die Investitionsbereitschaft eher verhalten positiv beurteilt werden, ist ein Faktor die große Ausnahme: der Bereich IT und Digitalisierung ist seit längerer Zeit Spitzenreiter und verbessert sich auf einen neuen Rekordwert von 0,6. Damit signalisieren die befragten Labore, wo der Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung im Analytikbereich liegt. Die Laborbranche investiert gezielt in die Zukunftstechnologien und erreicht im Saldo über alle Bereiche den Wert von 0,3 für die Investitionsbereitschaft allgemein – besser als bei der Herbstumfrage 2023 (dort war die Investitionsbereitschaft insgesamt auf 0,1 gesunken) aber noch nicht wieder auf dem Niveau vom April des Vorjahres (0,4).

Weiterhin bestehender Fach- und Arbeitskräftemangel

Auch das Angebot an Fachkräften wird im Konjunkturbarometer abgefragt. Es bleibt mit -0,5 (auf einer Skala von -2 bis +2) auf gleichbleibend niedrigem Niveau, während der Bedarf an Personal erneut geringfügig zunimmt. So fällt die geplante Erweiterung personeller Ressourcen mit 0,3 höher aus als noch im zurückliegenden Herbst (0,2). Dies bestätigt die steigende Zuversicht der Laborbranche, Investitionen zu tätigen. Kritisch werden die in Deutschland im europäischen Vergleich sehr hohen Akkreditierungskosten gesehen, die einen zusätzlichen Kostenfaktor im Wettbewerb um Fachkräfte darstellen.

Halbjährliche Umfrage

Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der letzten Ausgaben des VUP-Konjunkturbarometers sind auf der Webseite des deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien zu finden. Die Zusammenfassung der vorigen Konjunkturbarometer finden Sie auch in den hier gelisteten Beiträgen:

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