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Tanklager in Flammen Aktualisiert: Zahl der Toten steigt auf fünf bei Explosion im Chempark Leverkusen

Redakteur: Alexander Stark

Im Entsorgungszentrum des Chemieparkbetreibers Currenta in Leverkusen ist es am 27. Juli zu einer schweren Explosion gekommen. Über der Stadt waren schwarze Rauchwolken zu sehen. Beim folgenden Brand eines Lösemitteltanks kamen nach neuesten Angaben fünf Mitarbeiter ums Leben.

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Aus bisher unbekannter Ursache kam es im Chempark Leverkusen gegen 09:40 Uhr zu einer Explosion mit anschließendem Brand im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig.
Aus bisher unbekannter Ursache kam es im Chempark Leverkusen gegen 09:40 Uhr zu einer Explosion mit anschließendem Brand im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Leverkusen – Über dem Chemiepark Leverkusen waren am Dienstagmorgen dichte, schwarze Rauchwolken zu sehen. Nach ersten Erkenntnissen kam es in den Morgenstunden im Entsorgungszentrum des Chemieparkbetreibers Currenta zu einer schweren Explosion sowie zum Brand eines Tanks mit Lösemitteln. Löschwasser habe nicht das Betriebsgelände verlassen.

Das Bundesamt für Katastrophenschutz stufte das Ereignis als „Warnstufe: Extreme Gefahr“ ein. Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Laut Augenzeugenberichten zieht die Wolke weiter über das Stadtgebiet. Die Erschütterung war noch viele Kilometer entfernt zu spüren: Mehrere Stationen des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen hätten die Explosion gemessen, sagte ein Seismologe am Dienstag. Unter anderem sei sie auch an einer Station im Hespertal, rund 40 Kilometer nördlich von Leverkusen, registriert worden.

Fünf Tote, 31 Verletzte

Nach der schweren Explosion wurden mittlerweile fünf Mitarbeiter tot aufgefunden, teilte die Betreiberfirma Currenta am Dienstagabend mit. Fünf weitere Mitarbeiter würden noch vermisst. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten und Angehörigen. Die Suche nach den Vermissten läuft weiter auf Hochdruck. Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden zusehends“, sagt Chempark-Leiter Lars Friedrich. Bei dem Ereignis wurden nach bisherigem Kenntnisstand 31 Mitarbeiter verletzt. Einer davon befindet sich in Lebensgefahr.

Die Explosion hatte sich nach Angaben der Firma aus bisher unbekannter Ursache gegen 9.30 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig ereignet. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager, der gegen Mittag gelöscht worden war.

Lösemitteltank gerät in Brand

Zahlreiche Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr, Polizei und Luftmesswagen waren im Einsatz, darunter alleine 300 Feuerwehrleute. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen. Zahlreiche Autobahnen rund um Köln und Leverkusen waren stundenlang gesperrt.

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. „Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das ist nun geschehen. Die Löscharbeiten beginnen“, teilte die Kommune am Mittag mit. Zeitweise wurde befürchtet, das weitere Tanks in Brand geraten könnten – diese Gefahr konnte aber gebannt werden.

Aufgrund der temporär nicht gesicherten Stromversorgung des Standortes wurden alle administrativ tätigen Mitarbeiter vorsorglich gebeten den Standort zu verlassen. Die Betriebe im Chempark wurden in einen sicheren Zustand gebracht. Die Stromversorgung konnte zwischenzeitlich gesichert werden und die Mitarbeiter können zurückkehren. Die Betriebe konnten den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt.

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