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Corona-Monitor unter Laboratorien Corona-Folgen: Mehr Labore betroffen, weniger Existenzangst

| Redakteur: Christian Lüttmann

Fast alle Prüf- und Kalibrierlaboratorien spüren mittlerweile die Folgen der Corona-Pandemie wie Auftragseinbrüche und Umsatzeinbußen. Dies geht aus dem aktuellen „Corona-Monitor“ wie der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) mitteilt. Die Mai-Umfrage ergab aber auch, dass weniger der Labore ihre eigene Existenz gefährdet sehen als noch in der Erhebung vom April 2020. Lesen Sie hier die Ergebnisse des neuen Corona-Monitors.

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Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf Prüf- und Kalibrierlabore aus? Der Corona-Monitor des VUP gibt Einblicke in Auftragseinbrüche und mehr (Symboldbild).
Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf Prüf- und Kalibrierlabore aus? Der Corona-Monitor des VUP gibt Einblicke in Auftragseinbrüche und mehr (Symboldbild).
(Bild: gemeinfrei, AlexanderStein / Pixabay )

Gießen – Die Corona-Krise ist längst nicht überstanden und hat die Prüf- und Kalibrierlaboratorien weiter fest im Griff. So sind 91% der Laboratorien durch die Pandemie betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt das „Corona-Monitoring“ von 88 Laboratorien, das vom 4. bis 11. Mai stattgefunden hat. Die Betroffenheit der Labore äußert sich insbesondere in Umsatzeinbußen (81%), Auftragsrückgänge (78%) bzw. -verschiebungen (73%) und in Beschaffungsengpässen für persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Desinfektionsmittel (70%).

Im Vergleich zu Anfang April 2020 hat sich die Lage in vielen Bereichen weiter verschlechtert. So gaben 65% der Laboratorien in der neuen Umfrage an, dass PSA und Desinfektionsmittel schwieriger zu beschaffen sind. Auch Auftrags- und Umsatzentwicklung werden schlechter bewertet als noch Anfang April (73% bzw. 67% sehen hier eine Verschlechterung).

Eine positive Tendenz gibt es aber auch: Der überwiegende Teil der Laboratorien (91%) sieht sich weiterhin nicht in der Existenz gefährdet. Im Vergleich zur Umfrage von April 2020 geben sogar weniger Laboratorien eine konkrete Existenzgefährdung an (7% statt 24%).

Online-Konferenzen statt Dienstreisen

Die Covid19-Krise hinterlässt auch im operativen Laborbetrieb ihre Spuren. So haben sich die Beschränkungen bei Geschäftsreisen stark auf die Ausübung der Labortätigkeiten ausgewirkt. Hier geben 71% der Umfrageteilnehmer an, davon betroffen zu sein. Die Pandemie führt auch dazu, dass verstärkt Web- und Telefonkonferenzen (70%) genutzt werden sowie (gezwungenermaßen) mehr im Homeoffice gearbeitet wird (65%). Über Änderungen im Prüfablauf (z.B. durch Beschränkungen beim Personal) oder das Erfordernis zusätzlicher persönlicher Schutzausrüstung berichtet eine ähnliche Anzahl an Unternehmen (64%).

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Wie viele nehmen staatliche Hilfen an?

Nutzen die Laboratorien staatliche Unterstützungsmaßnahmen in der Corona-Krise? 41% der teilnehmenden Labore beantworten diese Frage mit „ja“. Besonders stark wird die Möglichkeit zur Kurzarbeit genutzt (39%). Im Vergleich zur April-Umfrage ist das ein Anstieg um 11%. Spezifische Unterstützungsmaßnahmen aus dem Akkreditierungssystem heraus würden sich 49% der Teilnehmenden wünschen, v.a. eine Streckung von Fristen (46%), aber auch alternative Begutachtungstechniken (37%) und die Möglichkeit zur Stundung von Gebühren (36%).

Fragen zu Informationsbedarf, Corona-Analytik und Systemrelevanz

Ein Mehrbedarf an Informationen hinsichtlich des Umgangs mit betrieblichen Erkrankungen hat ca. ein Drittel der Unternehmen (30%). Bei Fragen des Arbeits- und Infektionsschutzes wünscht ca. ein Fünftel der Befragten (21%) mehr Informationen.

31% der Teilnehmenden geben an, Corona-bezogene Prüfdienstleistungen anzubieten oder zumindest in Erwägung zu ziehen. Es überwiegen die Bereiche CoV-2-Tests (57%) und das Prüfen von Hygiene- und Desinfektionsmitteln (38%).

Eine weitere Frage, die die Branche in den vergangenen Wochen stark beschäftigt hat, widmet sich der Systemrelevanz von Prüfdienstleistungen. Laut der Umfrage sind 51% der Laboratorien offiziell als systemrelevant anerkannt worden. Von den Laboren, die nicht behördlich als systemrelevant bestätigt wurden, war dies bei der Mehrheit zum Zeitpunkt der Umfrage auch nicht erforderlich.

Ergänzendes zum Thema
Hintergrundinfos zum Corona-Monitoring

Das Corona-Monitoring soll regelmäßig die Betroffenheit und Entwicklung in den Laboratorien in Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie verfolgen. Nach einer ersten Blitzumfrage im April 2020 haben Eurolab-D, VMPA und VUP eine gemeinsame Fragestellung abgestimmt und Labore um Beteiligung an den Umfragen gebeten. Das nächste Monitoring soll Anfang Juni 2020 stattfinden. Die Detailergebnisse inklusive zahlreicher Grafiken des Corona-Monitors Mai 2020 finden Sie auf der Seite des VUP.

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