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Darmerkrankung Das Gen FUT2 beeinflusst die Darmflora

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Risikogene und Bakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Anfälligkeit für Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. In einer Studie hat ein interdsziplinäres Team des Exzellenzclusters Entzündungsforschung diese Tatsache wissenschaftlich belegt.

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Prof. Dr. John Baines, Seit April 2009 Professor für Evolutionäre Genomik im Exzellenzcluster Entzündungsforschung der Christian-Albrechts-Universität. (Bild: pur.pur)
Prof. Dr. John Baines, Seit April 2009 Professor für Evolutionäre Genomik im Exzellenzcluster Entzündungsforschung der Christian-Albrechts-Universität. (Bild: pur.pur)

Kiel – Bisher ist wenig bekannt darüber, wie sich Risikogene und Bakterien gegenseitig beeinflussen. Eine neue Erkenntnis über dieses Zusammenspiel von Genotyp und Darmflora haben jetzt John Baines und seine Kollegen vom Exzellenzcluster Entzündungsforschung gewonnen. Ihre Forschungsergebnisse zeigen, wie das Gen FUT2 auf die Bakteriengemeinschaften im Darm wirkt und was das für den Menschen bedeuten kann. .

20 Prozent der Bevölkerung sind anfälliger für Morbus Crohn

FUT2 ist ein Gen, das dafür sorgt, dass AB0-Blutgruppenantigene nicht nur im Blut sondern auch in Körpersekreten, wie z.B. Tränen, Speichel und auch in der Darmschleimhaut zu finden sind. Darüber hinaus wird dem Gen die Eigenschaft zugesprochen vor verschiedenen Infektionskrankheiten zu schützen. Ob sich diese Eigenschaft entfalten kann, hängt davon ab, ob ein Mensch eine funktionierende Genvariante von FUT2 trägt – das sind zirka 80 Prozent der Bevölkerung – oder nicht, was auf 20 Prozent der Bevölkerung zutrifft. Die 20 Prozent der Bevölkerung, die keine funktionierende FUT2-Genvariante besitzen, genießen aber ebenfalls Vorteile: Sie sind zum Beispiel besser geschützt gegen bestimmte Virenarten wie den Norovirus. Jedoch gibt es auch einen sehr großen Nachteil: Sie sind anfälliger für Morbus Crohn, eine der beiden häufigsten chronisch entzündlichen Darmkrankheiten, die bislang als nicht heilbar gilt und einen starken Einfluss auf das Leben der Betroffenen hat.

Interdisziplinäres Forscherteam führt Studie durch

Diese Eigenschaften des Gens FUT2 waren der Grund für John Baines, Biologe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön, und Mitglied im Exzellenzcluster Entzündungsforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, und seine Kollegen sich intensiver mit dem Gen und seiner Wirkung im Darm zu beschäftigen. Da die im Darm angesiedelten Bakteriengemeinschaften für das Entstehen von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen, standen besonders die Interaktionen von FUT2 mit den Darmbakterien im Mittelpunkt: „Als wir unsere Untersuchungen begannen, haben wir uns gefragt, ob es bei Menschen mit unterschiedlichen Varianten des FUT2-Gens auch Unterschiede zwischen den Bakteriengemeinschaften gibt, die in einem Darm leben, und zwar sowohl hinsichtlich der Anzahl der Bakterien, deren Vielfalt, als auch hinsichtlich der Zusammensetzung dieser Bakteriengemeinschaften. Wir vermuteten, dass etwaige Unterschiede in diesen Bakteriengemeinschaften die höhere Anfälligkeit für Morbus Crohn bei Menschen ohne eine funktionierende Variante von FUT2 erklären könnten“, erläutert John Baines die Vorüberlegungen zu der Studie, für die 47 Personen, davon 29 mit Morbus Crohn Erkrankung und 18 gesunde Probanden, untersucht wurden.

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