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Um die Erkenntnisse umfassend auswerten zu können, arbeitete ein Forscherteam von Ärzten, Evolutionsbiologen und Genetikern des Exzellenzclusters Entzündungsforschung interdisziplinär zusammen.
Ergebnisse zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp im Darm
„Wir konnten eindeutige Unterschiede innerhalb der Bakteriengemeinschaften beobachten, die von den verschiedenen FUT2-Varianten abhängig sind. Unsere Untersuchungen zeigten im Bezug auf verschiedene Aspekte der bakteriellen Gemeinschaft, dass diese nicht nur zwischen gesunden Personen und Morbus Crohn Patienten stark ausgeprägt sind sondern auch von der Funktionstüchtigkeit des FUT2-Gens beeinflusst werden," sagt Baines.
Dieses Ergebnis wird bestärkt durch die größere Anzahl von Bakterien, wie z.B. Lactobacillus in der Gruppe mit einem funktionierenden FUT2-Gen. Diesen Bakterien wird unter anderem eine probiotische Wirkung im Darm zugesprochen. Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft könnten so die Träger zweier nicht funktionsfähiger FUT2-Gene anfälliger für Morbus Crohn machen, da wichtige Bakterien es nicht schaffen solch einen Darm zu kolonisieren, kommentiert der Forscher die Studie.
Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die Eigenschaft von FUT2 zurück, die Expression bestimmter Blutgruppenantigene (Zuckerketten) zu regulieren, da es eine Interaktion zwischen den im Darm lebenden Bakteriengemeinschaften und diesen Zuckerketten gibt. Es ist wahrscheinlich, dass Bakterien sich im Laufe ihrer Evolution an diese „Andockstellen“ bzw. „Nahrungsquelle“ anpassten und somit ein Verlust dieses Faktors auch zu einem Verlust angepasster Bakterien führt.
Beispiel für den Zusammenhang zwischen Genotyp und Mikrobiota als Phänotyp
Durch die Forschungsergebnisse steigt das Verständnis für den Zusammenhang zwischen dem Genotyp und dem Phänotyp eines Menschen. John Baines: „ Es zeigt sich, dass die Darmflora ein Phänotyp ist, der teilweise vom Genotyp kontrolliert wird. Je mehr wir über die Zusammenhänge erfahren, desto mehr Möglichkeiten gibt es für eine bessere und individualisiertere Therapie und Prävention von Morbus Crohn.“
Originalveröffentlichung: www.pnas.org/content/early/2011/11/08/1106408108.abstract
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