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Innovationsindex 2019 von Bloomberg Die 10 innovativsten Länder der Welt

| Autor: Christian Lüttmann

Innovation ist schwer zu messen. Doch sie ist eine Triebkraft jeder Volkswirtschaft. Mit sieben Indikatoren versucht der Bloomberg Innovationsindex seit mehreren Jahren die Länder dieser Welt nach ihrer Innovationskraft zu ranken. Welche Länder haben es in die Top 10 geschafft? Wo liegt Deutschland im Ranking? Und wie positioniert sich die Wirtschaftsmacht China?

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Kann man Innovation messen? Der Bloomberg Innovation Index versucht genau das, und rankt Länder der ganzen Welt nach ihrer Innovationskraft (Symbolbild).
Kann man Innovation messen? Der Bloomberg Innovation Index versucht genau das, und rankt Länder der ganzen Welt nach ihrer Innovationskraft (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei, jarmoluk / Pixabay)

New York/USA – Seit 2012 bringt das Medienunternehmen Bloomberg ein Ranking der innovativsten Volkswirtschaften der Welt heraus. Jedes Jahr werden dort Länder aus der ganzen Welt bewertet und nach ihrer Innovationskraft geordnet. Zum sechsten Mal in Folge führt auch 2019 wieder Südkorea das Ranking an. Mit 87,4 von 100 möglichen Punkten gilt es in der Gesamtwertung als innovativstes aller beurteilten Länder.

Insgesamt hat der Innovationsindex von Bloomberg Daten aus über 200 Ländern abgefragt. Dabei wurden sieben verschiedene Innovationsindikatoren berücksichtigt, die von der Produktionskraft über die F&E-Ausgaben bis hin zur Bildung der Bevölkerung reichen (s. Ergänzendes zum Thema). Länder, aus denen nur Daten zu fünf oder weniger Kategorien vorlagen, wurden nicht im Ranking berücksichtigt, sodass insgesamt noch 95 Einträge übrig blieben. Die Top 60 der innovativsten Volkswirtschaften präsentiert Bloomberg jedes Jahr der Öffentlichkeit.

USA zurück in den Top 10

Die Top-Platzierungen im Ranking liegen dicht beieinander und haben sich im Vergleich zum Vorjahr daher teilweise stark verändert. So sind 2019 die USA wieder in den Top 10 dabei, nachdem sie wegen einem Einbruch im Indikator für Bildung abgefallen waren. Zwar ist ihre Wertung der „Tertiären Effizienz“, zu der die Anzahl an weiterführenden Bildungsabschlüssen gehört, weiterhin niedrig – hier belegen die USA nur Platz 43. Dafür sind sie in den Bereichen High-Tech und Patente jeweils die Nummer eins im Bloomberg-Ranking.

In der Gesamtplatzierung haben sie damit den achten Platz von Dänemark übernommen, das auf die Rang 11 zurückgefallen ist. Noch schlechter hat es Schweden getroffen. Der vormalige Zweitplatzierte hat fünf Plätze eingebüßt und ist im aktuellen Ranking auf Platz 7.

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Aufstieg von Deutschland und Israel

In diesem Jahr ist es Deutschland, das an der langjährigen Spitzenposition von Südkorea kratzt. Mit nur 0,08 Punkten Abstand liegt Deutschland auf Platz 2. Gerade in den Bereichen High-Tech und Wertschöpfung belegt es führende Positionen, nämlich jeweils den dritten Platz. Das größte Verbesserungspotenzial gibt es beim Indikator Produktivität. Dort hat Deutschland mit Rang 24 seinen schlechtesten Wert der sieben Innovationsindikatoren.

Ergänzendes zum Thema
Die sieben Indikatoren für Innovation des Bloomberg-Rankings
  • Ausgaben für F&E
    Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung eines Jahres, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt.
  • Patente
    Anzahl der eingereichten nationalen Patente, der gesamten Patenterteilungen, der auf die Bevölkerung normierten Patente, der auf das BIP normierten Anmeldungen und der gewährten Zuschüsse
  • Tertiäre Effizienz
    Einschreibungen in den höheren Bildungseinrichtungen, Grade der Bildungsabschlüsse und Anzahl der Wissenschafts- und Ingenieursabsolventen
  • Erreichte Wertschöpfung
    Produzierte Güter, die zum Export und nationalen Wirtschaftswachstum beitragen
  • Produktivität
    Gesamtproduktivität der arbeitsfähigen Bevölkerung
  • High-Tech Verbreitung
    Anzahl der inländischen Hightech-Aktiengesellschaften, bezogen auf die Anzahl der inländischen Aktiengesellschaften
  • Wissenschaftler Verbreitung
    Anzahl an Fachleuten, die gerade einer Arbeit im Bereich Forschung und Entwicklung nachgehen.

Neben der Aufholjagd von Deutschland ist auch der Anstieg von Israel bemerkenswert. Das Land hat sich um fünf Plätze verbessert und liegt nun mit einer Gesamtwertung von 84,8 Punkten auf Rang 5. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Beitrag der F&E-Ausgaben. Über vier Prozent des Bruttoinlansproduktes gibt Israel für diesen Sektor aus. Insgesamt bringen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in dem entsprechenden Innovationsindikator den ersten Platz ein. Auch die Verbreitung von aktiven Wissenschaftlern ist in Israel sehr hoch. Dort liegt das Land auf Platz 2.

China nähert sich dem Spitzenfeld

Und was macht China? Dank hohem Output von Patenten erzielt es mit Platz 16 eine gute Position im Gesamtranking, drei Plätze besser als 2018. Wenn es sich in den Bereichen Produktivität und Wissenschaftler-Verbreitung verbessert, könnte es schon bald in die Top 10 der innovativsten Volkswirtschaften aufsteigen.

Den höchsten Neueinstieg machte übrigens die Vereinten Arabischen Emirate auf Platz 46 (Score von 52,9). Auch andere aufsteigende Volkswirtschaften sind 2019 erstmals im Ranking vertreten, darunter Indien (Platz 54, Score 47,9), Mexiko (Platz 59, Score 46,0) und Vietnam (Platz 60, Score 45,9).

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Über den Autor

 Christian Lüttmann

Christian Lüttmann

Volontär, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG