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Top 100

Die Erfolgsgeheimnisse der Top-100-Medizintechnikunternehmen

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Ungewöhnliche Lösungswege: Scrum in der Geräteentwicklung

Kein Neuling, sondern vielmehr schon zum viertel Mal in Folge unter den Top-Innovatoren, ist die Roche PVT GmbH aus Waiblingen. In diesem Jahr hat die Top-100-Jury das Unternehmen in der Größenklasse B (51 bis 250 Mitarbeiter) sogar auf Platz Eins, das heißt zum Innovator des Jahres 2014 gewählt. Die Spezialistin für Laborautomatisierungen will mit ihren 185 Mitarbeitern Laborlösungen vereinfachen und beschleunigen, das Infektionsrisiko für Labormitarbeiter reduzieren und die Sicherheit bei der Probenanalyse erhöhen.

Um Innovationsprojekte zu strukturieren und transparent zu machen, geht Roche PVT einen ungewöhnlichen Weg: Das Unternehmen hat bei Entwicklungsprojekten das agile Vorgehensmodell Scrum eingeführt. Dieses System wird üblicherweise in der Softwareentwicklung eingesetzt, findet bei Roche PVT aber vor allem im Bereich der Geräte-Systementwicklung Anwendung. „Hochkomplexe Projekte sind nicht von Anfang bis Ende planbar. Scrum ermöglicht uns regelmäßiges Feedback und laufende Anpassungen der einzelnen Arbeitsschritte“, erklärt Geschäftsführer Dr. Christoph Pedain. Die Top-100-Jury überzeugte vor allem die hohe Innovationskraft des Unternehmens: Im Jahr 2013 hat es rund 65 Prozent seines Umsatzes und 70 Prozent seines Gewinns mit Marktneuheiten und innovativen Verbesserungen erzielt.

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Gute Ideen immer vergüten

Mithilfe eines 2013 implementierten Ideenmanagementsystems konnte das Unternehmen bereits über 20 Patente anmelden, die auf Mitarbeiterideen beruhen. „Jedes Teammitglied hat die Möglichkeit, seine Ideen in eigens dafür konzipierten Formularen einzureichen. In einem strukturierten und transparenten Prozess prüfen wir Vorschläge auf Patentfähigkeit. Gute Ideen werden bei uns immer vergütet, unabhängig davon, ob die Idee es zum Patent schafft – oder nicht“, erklärt Dr. Christoph Pedain.

Weiterbildung und Erfahrungsaustausch großzügig unterstützen

Die Blue Safety GmbH macht bei Top 100 den zweiten Platz in der Größenklasse A für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter und überzeugt in der wissenschaftlichen Analyse vor allem mit einem innovativen Betriebsklima. „Von unseren Mitarbeitern fordern wir Innovationen und fördern diese dann auch. Beispielsweise durch ein kreatives Umfeld und die großzügige Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen“, sagt Geschäftsführer Christian Kunze. Darüber hinaus ist den Medizintechnikern wichtig, den persönlichen Horizont über die eigene Abteilung hinaus zu erweitern: Jeder Mitarbeiter arbeitet zweimal jährlich mehrere Tage in einer anderen Abteilung. So erfahren etwa Innendienstler, auf welche Herausforderungen Techniker bei der Montage stoßen. Und Vertriebsmitarbeiter lernen Abläufe des Sekretariats kennen. Jeder der 14 Mitarbeiter reicht durchschnittlich 25 Verbesserungsvorschläge pro Jahr ein, mehr als zwei Drittel davon werden umgesetzt.

Viel Arbeitszeit und Umsatz für Innovationen aufwenden

Das Produkt der 2010 gegründeten Firma: Die Münsteraner entwickeln und vertreiben Anlagen zur Desinfektion von Wasser in zahnärztlichen Behandlungseinheiten. Den beiden Geschäftsführern sind nicht nur innovative Produkte, sondern auch optimierte Prozesse wichtig. Für eine verbesserte Prozessgestaltung hat das Unternehmen deshalb eine eigene Software entwickelt, die sieben verschiedene Programme in einem vereint. Für solche Ideen und deren Entwicklung wendet die Geschäftsleitung 70 Prozent der Arbeitszeit auf. Weiter investiert sie rund 20 Prozent des Jahresumsatzes in Innovationen.

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