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Krebsforschung Die Evolution des Krebses

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Jedes Jahr erkranken rund 450.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Und alle träumen sie von einem Sieg im Kampf gegen die grausame Krankheit. Allein in den USA werden jährlich mehr als 500 Milliarden Euro in die Krebsforschung investiert. Aber kann man den Krebs je völlig besiegen? Forscher der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) treten jetzt einen ernüchternden Beweis an.

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Thomas Bosch, Evolutionsbiologe an der Kieler Universität
Thomas Bosch, Evolutionsbiologe an der Kieler Universität
(Bild: Claudia Eulitz/CAU)

Kiel –„Krebs ist so alt wie das vielzellige Leben auf der Erde und lässt sich wohl nie ganz ausrotten“, ordnet Professor Thomas Bosch von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel seine neuesten Forschungsergebnisse ein. Die Studie eines internationalen Teams um Bosch wurde wurde im Juni veröffentlicht.

Die so genannten Krebsgene sind uralt

Die Ursache für Tumorerkrankungen sind die so genannten Krebsgene. Seit wann die Evolution Tumore hervorbringt, ist eine Frage, der die Wissenschaftler Tomislav Domazet-Lošo und Diethard Tautz vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön bereits seit einigen Jahren mit modernen bioinformatischen Methoden und Datenbanken nachgehen.

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„Bei der Suche nach dem Ursprung der Krebsgene haben wir unerwarteter Weise herausgefunden, dass viele dieser Gene von den ersten Tierarten abstammen“, erläutert Domazet-Lošo. Er ist Ko-Erstautor der aktuellen Studie und ist derzeit am Ruder Bošković Institut und der Katholischen Universität von Kroatien in Zagreb tätig. „Unsere Daten sagten voraus, dass schon die ersten vielzelligen Tiere die meisten der Gene hatten, die beim Menschen Krebs auslösen können.“

Was bislang fehlte, war zum einen der direkte Beweis, dass diese ersten Tierarten tatsächlich an Tumoren leiden können, und zum anderen die molekulare Aufklärung der Mechanismen, die zur Tumorentstehung in ursprünglichen Organismen führten.

Tumor-Ursache: Fehlerhaft programmierter Zelltod

Dem Forschungsteam um den Evolutionsbiologen Professor Thomas Bosch vom Zoologischen Institut der Universität Kiel ist es jetzt gelungen, ein neues Verständnis über die Ursprünge von Krebs zu erlangen. Er untersucht seit Jahren die Stammzellen und die Regulation des Gewebewachstums im stammesgeschichtlich alten Polypen Hydra. „Jetzt haben wir in zwei unterschiedlichen Hydra-Arten, einem korallenähnlicher Organismus, tumortragende Polypen entdeckt“, betont Bosch das erste Ergebnis der neuen Studie. Damit sei bewiesen, dass Tumore tatsächlich in primitiven und alten Tierarten wuchern können.

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