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Lebensmittelüberwachung in deutschen Betrieben Häufige Mängel bei Hygiene und Kennzeichnung

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Im Jahr 2015 hat die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder rund 532.000 Betriebe kontrolliert. Bei 25 Prozent wurden Verstöße festgestellt. Die weitaus größte Zahl der Beanstandungen betraf die allgemeine Betriebshygiene, gefolgt von der Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung sowie Mängeln im Hygienemanagement.

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Die Beanstandungsquote bei Dienstleitungsbetrieben und kleinen Herstellern des Einzelhandels war mit jeweils 28 Prozent am höchsten. Die weitaus größte Zahl der Beanstandungen betraf die allgemeine Betriebshygiene.
Die Beanstandungsquote bei Dienstleitungsbetrieben und kleinen Herstellern des Einzelhandels war mit jeweils 28 Prozent am höchsten. Die weitaus größte Zahl der Beanstandungen betraf die allgemeine Betriebshygiene.
(Bild: gemeinfrei)

Berlin – Im Jahr 2015 hat die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder rund 532.000 Betriebe kontrolliert. Bei 25 Prozent wurden Verstöße festgestellt. Dies entspricht dem Beanstandungsniveau der Vorjahre. Der Anteil von Beanstandungen bei Proben von Lebensmitteln, Lebensmittelkontaktmaterialien und Bedarfsgegenständen wie Kosmetika liegt ebenfalls auf dem Niveau der vergangenen Jahre. 12 Prozent der rund 380.000 Proben wurden beanstandet. Auffällig sind aber die gestiegenen Beanstandungen bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel.

Mit 853.900 Kontrollbesuchen in 532.151 Betrieben wurde im Jahr 2015 fast die Hälfte aller registrierten Betriebe (43,7 Prozent) in Deutschland kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen. Bei den Dienstleistungsbetrieben im gastronomischen Bereich wurde sogar mehr als jeder zweite Betrieb kontrolliert. Die Gesamtzahl der registrierten Betriebe, die der Lebensmittelüberwachung in Deutschland unterliegen, liegt bei 1,21 Millionen.

Gestiegene Beanstandungen bei Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel

Wie in den vergangenen Jahren stellten die Kontrolleure bei 25 Prozent aller untersuchten Betriebe Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die Beanstandungsquote bei Dienstleitungsbetrieben – Gastronomie und andere Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – sowie kleinen Herstellern, die im Wesentlichen auf der Einzelhandelsstufe verkaufen (z. B. Metzgereien, Bäckereien oder Eisdielen), war mit jeweils 28 Prozent am höchsten. Die weitaus größte Zahl der Beanstandungen betraf mit 48 Prozent – wie auch schon in den Vorjahren – die allgemeine Betriebshygiene, gefolgt von der Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung (26 Prozent) sowie Mängeln im Hygienemanagement (21 Prozent).

Mängel bei Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel wurden dabei im vergangenen Jahr häufiger als in den Jahren davor festgestellt (plus 8 Prozent im Vergleich zu 2014). Hintergrund dafür ist die seit Dezember 2014 geltende EU-Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV), welche für Lebensmittelunternehmer neue Kennzeichnungsvorschriften enthält. Dies betrifft insbesondere die Kennzeichnung von Zutaten, die bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet wurden und beim Verzehr Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können (Allergene). Diese sind mit der fast zeitgleich in Kraft getretenen nationalen Vorläufigen Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung (VorlLMIEV) nun auch bei sogenannter „loser Ware“ in Bäckereien, Restaurants, Einrichtungen zur Gemeinschaftsversorgung usw. entsprechend zu kennzeichnen.

Untersuchung von Proben

12,3 Prozent der 379.922 untersuchten Proben von Lebensmitteln, Lebensmittelkontaktmaterialien und Bedarfsgegenständen wurden 2015 von den Überwachungsämtern beanstandet. In den beiden Vorjahren waren es 11,4 Prozent (2014) bzw. 11,3 Prozent (2013). 97,5 Prozent der untersuchten Proben waren Lebensmittel einschließlich Zusatzstoffe. Der restliche Probenanteil entfiel auf Bedarfsgegenstände und Materialien mit Lebensmittelkontakt.

Die mit Abstand höchste Beanstandungsquote von 21,1 Prozent wiesen im Jahr 2015 „alkoholische Getränke (außer Wein)“ auf gefolgt von den drei Produktgruppen „Lebensmittel für besondere Ernährungsformen“ (19,9 Prozent), „Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus“ (17 Prozent) sowie Fertiggerichte (15,3 Prozent). Wie in der Vergangenheit gab es in den Produktgruppen „Zusatzstoffe“, „Obst und Gemüse“, „Nuss, Nusserzeugnisse und Knabberwaren“ sowie „Schokolade, Kakao und kakaohaltige Erzeugnisse, Kaffee, Tee“ weniger Beanstandungen (5 bis 9 Prozent).

Mehr als die Hälfte der beanstandeten Proben (58,6 Prozent) verstieß gegen Vorschriften der „Kennzeichnung und Aufmachung“. Dies waren 6,6 Prozent mehr als im Jahr 2014. Hintergrund ist auch hier – wie bei den Beanstandungen in den Betriebsinspektionen – die seit Dezember 2014 geltende neue Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), welche zahlreiche neue Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmitteln enthält.

16 Prozent der beanstandeten Proben wiesen mikrobiologische Verunreinigungen und 8,4 Prozent Mängel in der Zusammensetzung auf, worunter auch Kontaminationen mit unerwünschten Stoffen gehören.

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