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Nachhaltigkeit in der Aquakultur Lachse, Garnelen & Co. sollen Vegetarier werden

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Wissenschaftler von Evonik wollen Lachse, Garnelen und Co. langfristig zu Vegetariern machen und so einen wichtigen Beitrag zur Schonung der marinen Ressourcen leisten. Dazu setzen sie auf den Ersatz von aus Wildfang erzeugtem Fischmehl und Fischöl im Futter.

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Nachhaltigkeit in der Aquakultur: Wissenschaftler von Evonik wollen Lachse, Garnelen und Co. langfristig zu Vegetariern machen. Dazu setzen sie auf den Ersatz von aus Wildfang erzeugtem Fischmehl und Fischöl im Futter. Im Bild: eine Lachszucht in Norwegen.
Nachhaltigkeit in der Aquakultur: Wissenschaftler von Evonik wollen Lachse, Garnelen und Co. langfristig zu Vegetariern machen. Dazu setzen sie auf den Ersatz von aus Wildfang erzeugtem Fischmehl und Fischöl im Futter. Im Bild: eine Lachszucht in Norwegen.
(Bild: Evonik )

Essen – Fisch aus Aquakultur spielt eine zentrale Rolle für die gesunde Ernährung der Weltbevölkerung. „Dank moderner Haltungskonzepte und unserer Aminosäureprodukte lässt sich der Fischmehlanteil im Futter bereits deutlich reduzieren. Nun arbeiten wir an nachhaltigen Alternativen zu Fischöl“, erklärt Christoph Kobler, der den Produktbereich Sustainable Healthy Nutrition bei Evonik leitet. Evonik ist einer der weltweit führenden Anbieter von Aminosäuren und deren Derivaten für die moderne Tierernährung.

Rund 147 Millionen Tonnen Fisch wurden 2014 weltweit verzehrt, schätzt die Welternährungsorganisation FAO - mehr als die Hälfte davon aus Aquakulturen. Und der Bedarf steigt: Um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, werden bis 2030 weitere 50 Millionen Tonnen gebraucht. Da die Meere bereits überfischt sind und der Fischfang stagniert, lässt sich dieser zusätzliche Bedarf nach Einschätzung der UN-Organisation nur aus Aquakulturen decken. Getrieben durch die steigende Nachfrage wird bis 2031 damit gerechnet, dass 75 Prozent der Fische und Krustentiere aus Aquakulturen stammen.

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Einige Fische und Krustentiere – zum Beispiel Lachse, Forellen oder Black-Tiger-Garnelen, die in Aquakulturen gehalten werden – sind eigentlich Fleisch- oder Allesfresser. Deshalb werden sie unter anderem mit Fischmehl gefüttert. Es enthält wichtige Aminosäuren, die die Tiere zum Wachsen benötigen. Rund drei Viertel des weltweit erzeugten Fischmehls und Fischöls gehen in die Aquakultur – eine hohe Belastung für die marinen Ressourcen.

Spezielle Aminosäuren und -derivate sollen Fischmehl künftig überflüssig machen

Um Lachse, Garnelen und Co. zu Vegetariern zu machen und so die Ozeane zu schonen, genügt es nicht, die tierische Proteinquelle Fischmehl durch Soja oder eine andere pflanzliche Quelle zu ersetzen. Denn dann entspricht der Gehalt an Aminosäuren wie Methionin im Futter nicht mehr dem Bedarf. Die Tiere können ihre Nahrung nicht optimal verwerten, müssen insgesamt mehr Eiweiß aufnehmen und scheiden die stickstoffhaltigen Abbauprodukte entsprechend ungenutzt aus. Die Folge: Knappe Ressourcen werden verschwendet und das Wasser durch Ausscheidungen stärker als notwendig belastet.

Um dieses Problem zu lösen, haben Evonik-Forscher vor knapp zehn Jahren begonnen, spezielle Aminosäuren und Aminosäurederivate für Fische und Krustentiere zu entwickeln, die Fischmehl zukünftig zu einem großen Teil überflüssig machen sollen. Das Prinzip dahinter: Durch die gezielte Zugabe von Aminosäuren wie Methionin und Lysin zum Futter wird die Zusammensetzung des vegetarischen Futters so verbessert, dass Lachs und Co. auch pflanzliches Eiweiß optimal nutzen können. Wichtigste Aufgabe dabei: Produkte zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse der einzelnen Fischarten abgestimmt sind. Beispiel Lachs: 2008 wurden dem Futter dieser Salmoniden noch rund 40 Prozent Fischmehl beigemischt. Mittlerweile sind es durchschnittlich nur noch 10 bis 15 Prozent. Futterproduzenten arbeiten bereits mit Hochdruck an der Einführung von Fütterungskonzepten, die ganz ohne Fischmehl auskommen. Ziel ist es die Lachproduktion in Aquakultur von einem Nettokonsumenten zu einem Nettoproduzenten von Fisch werden zu lassen.

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