Nerven in der Haut bremsen Melanome (Wissenschaftsbild des Tages)
Zytotoxische T-Lymphozyten sind die spezialisierten Killerzellen des Körpers. Sie eliminieren gezielt infizierte oder kanzerogene Zellen, ohne benachbarte Zellen zu schädigen. Ihre Wirkung beruht auf einer spezialisierten Austauschzone, wo sie aktive Moleküle freisetzen, um die Zielzelle zu zerstören.
Eine Studie der Universität Genf (UNIGE) und des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) hat es nun ermöglicht, die Angriffsmechanismen der T-Zellen dreidimensional in einem nahezu nativen Zustand zu visualisieren.
Um die aktiven Strukturen auf der Zelle sichtbar zu machen, nutzten die Forschenden die Kryo-Expansionsmikroskopie (Kryo-ExM). Damit lassen sich biologische Proben so schnell einfrieren, dass das enthaltene Wasser keine scharfkantigen Kristalle, sondern einen glasartigen Zustand bildet, der die Gewebestrukturen nicht zerstört. Die Proben werden dann mithilfe eines absorbierenden Hydrogels physisch expandiert. Das ermöglicht es, ihre innere Organisation mit großer Präzision zu beobachten und dabei ihre nahezu native Architektur zu erhalten. Mit den Ergebnissen eröffnen sich neue Perspektiven in der Immunonkologie.
Das Bild zeigt eine zytotoxische T-Zelle, aufgenommen mit Kryo-ExM. Die farbigen Punkte im Zentrum sind zytotoxische Granula, die genutzt werden, um infizierte oder krebsartige Zellen zu zerstören.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 5.5.2026 (Bild: F. Lemaitre, UNIGE)

