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Woraus besteht der sexuelle Lockstoff?
Der sexuelle Lockstoff, den die Bayreuther Biologen erstmals bei Fächerflüglern nachgewiesen haben, konnte in Zusammenarbeit mit Dr. Till Tolasch am Institut für Zoologie der Universität Hohenheim präzise bestimmt werden. Es handelt sich um das Aldehyd (3R,5R,9R)-3,5,9-Trimethyldodecanal.
Nach der Paarung entwickeln sich die befruchteten Eier im Hinterleib des Weibchens zu Larven, die lebend geboren werden. Sie werden vom Weibchen „ausgespuckt“, sodass sie sich außen auf deren Kopf oder auf der Wirtsbiene befinden. Jede Larve ist dabei nur 0,4 mm groß. Die Biene transportiert die Larven auf die von ihr besuchten Blüten; von hier werden sie auf diejenigen Bienen übertragen, die die Blüten als nächste besuchen. Diese „gesunden“ Bienen nehmen die Fächerflügler-Larven mit in ihre Nester, wo sie sich in die jungen Bienenlarven hineinbohren.
Eine parasitierte Bienenlarve kann sich zwar zu einer erwachsenen Biene entwickeln, doch verliert sie ihre eigene Fortpflanzungsfähigkeit. In ihrem Hinterleib wächst dagegen die Fächerflügler-Larve zu einem geschlechtsreifen Insekt heran. Handelt es sich um ein Männchen, bohrt es sich aus der Biene heraus und lebt in freier Natur weiter. Ein Weibchen jedoch bleibt in der Biene, um mithilfe des jetzt entdeckten Lockstoffs ein Männchen anzulocken.
Veröffentlichung: Till Tolasch, Siegfried Kehl, Stefan Dötterl, First Sex Pheromone of the Order Strepsiptera: (3R,5R,9R)-3,5,9-Trimethyldodecanal in Stylops melittae KIRBY, 1802, In: Journal of Chemical Ecology, December 2012, Volume 38, Issue 12, pp 1493-1503
(ID:37820830)

