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Zellkulturtechnik

Sicherheit im Handumdrehen

| Autor/ Redakteur: Alistair Rees* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Eine neue Flasche für Zellkulturmedien erleichtert das Arbeiten mit serologischen Pipetten – vor allem an der Sicherheitswerkbank. Der entscheidende Trick: Eine abgeflachte Seite an der Flasche sorgt für besseren Stand und einfacheres Handling. Außerdem geben wir Ihnen noch einige allgemeine Tipps zum ergonomischen Arbeiten an der Sicherheitswerkbank.

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Abb.1: Die neue Flasche steht sicher – egal ob gerade oder um 45° gekippt.
Abb.1: Die neue Flasche steht sicher – egal ob gerade oder um 45° gekippt.
(Bild: Duran Group)

Die Lüftung der Sicherheitswerkbank rauscht sanft, während die technische Assistentin darunter routiniert Zellkulturmedium in die lange Stabpipette aufnimmt. Für Tätigkeiten in der Zellkultur gehören Biosicherheitsbänke und Reinlufthauben zum täglichen Arbeitsplatz. Ausgeklügelte Belüftungen und akribische Reinigung sorgen dort für die nötigen sterilen Bedingungen. Und das ist essenziell: Von ihnen hängt der Erfolg des Zellexperiments ab. Schleichen sich beispielsweise Kreuzkontaminationen oder die gefürchteten Mycoplasmen in die Zellkulturcharge ein, endet sie meist in der biologischen Abfalltonne. Die Aussicht auf schnelle Versuchsergebnisse ist dahin, und die Arbeit beginnt von vorne.

Die Sicherheitswerkbank ist also essenziell. Oft ist die Schutzscheibe so weit herunter geschoben, dass gerade die Ellbogen darunter passen. Das schränkt allerdings die Bewegungsfreiheit für den Anwender stark ein. Die Folgen sind oft Nackenschmerzen vom konzentrierten Blick nach unten auf die Arbeitsfläche, ebenso wie Verspannungen in den Schultern oder Handgelenken. In der Zellkulturtechnik lässt sich die mühsame Arbeit an der Sterilbank nicht ersetzen – allerdings können kleine Neuerungen das Pipettieren und Hantieren mit den Substanzen deutlich erleichtern.

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Für ergonomischeres Arbeiten in der Zellkulturtechnik

Viele Studien beschäftigen sich bereits mit der Ergonomie des Arbeitens an der Sicherheitswerkbank. Im Fokus stand dabei bisher vor allem das Hantieren mit kleinen Pipetten bis zu einem Milliliter Volumen. Allerdings ist gerade die Arbeit mit längeren Pipetten – so genannten serologischen Stabpipetten – die in der Arbeit mit Zellkulturmedien häufig eingesetzt werden, anstrengend. Die 30 bis 40 Zentimeter langen Glas- oder Polystyrolrohre mit einem Volumen von bis zu 100 Millilitern stecken in elektronischen Pipettierhilfen, über welche die flüssigen Medien per Knopfdruck exakt aufgenommen und abgegeben werden. Mit diesen unhandlichen Geräten gezielt in die Öffnungen der Medienflaschen zu pipettieren, die man gekippt in der Hand hält, ist zu Beginn des Arbeitstages noch leicht. Doch je länger er an der Sterilbank arbeitet, desto schwerer fällt das auch dem routiniertesten Forscher. Im schlimmsten Fall verkrampfen seine Muskeln und er verlässt das Labor am Abend mit Schmerzen in Schultern und Nacken.

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Nicht nur mit dem richtigen Equipment lässt sich die oft mühsame Arbeit an der Sicherheitswerkbank erleichtern. Manchmal helfen ganz einfache Maßnahmen weiter, beispielsweise:

  • Zeitlimits, damit man nicht zu lange in einer Position arbeitet und sich verspannt.
  • Ab und an die Pipette zwischen rechter und linker Hand wechseln, dann ändert sich die Körperhaltung automatisch.
  • Die optimale Beleuchtung schont die Augen – hell genug sollte sie sein, und das Licht so gerichtet, dass keine Spiegelungen an der Schutzscheibe entstehen.
  • Der richtige Abstand vom Stuhl zur Werkbank und auch die Höhe des Stuhls machen die Arbeit angenehmer.

Eine Flasche gegen Nackenschmerzen

Die Experten der Duran Group kennen diese Leiden des Laboralltags und haben deshalb eine neue Flasche speziell für Zellkulturmedien entwickelt. Sie stellten das Duran-Tilt-Media-Bottle-System im Mai auf der Analytica in München vor – unter dem Motto: mehr Sicherheit im Handumdrehen. Der Name Tilt (engl. Neigung) ist Programm. Denn die Flasche steht sicher in zwei Positionen – gerade und gekippt (s. Abb. 1). Diese einfache Idee bietet einen großen Vorteil: Denn steht sie um 45 Grad gekippt, zeigt ihre Öffnung schräg nach oben. Eine große Erleichterung für den Experimentator. So lässt sich die Pipette viel einfacher und sicherer in die Medienflasche einführen, ohne dass die Flasche in der Hand gehalten werden muss. Sie steht sicher auf der Bank, ohne zitternde, erschöpfte Hand. Tilt erleichtert jedoch nicht nur das Pipettieren. Die Flasche kann zudem aufrecht, also bei 0 Grad Neigung, sicher stehen. So steht sie zum einen platzsparend zur Aufbewahrung im Regal, und zum anderen eignet sie sich in dieser Position hervorragend zur Vakuumfiltration.

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