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LIMS

Warum wird ein LIMS implementiert?

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LABORPRAXIS: Herr Dr. Köller, aus Ihrer Erfahrung heraus – ist dies ein typisches Szenario für die LIMS-Implementierung?

Dr. Claus Köller: Man kann es durchaus als typisch bezeichnen. Bei der DB Systemtechnik GmbH kommen sicherlich zahlreiche Faktoren zusammen, die für eine LIMS-Einführung sprechen: Gesteigertes Probenaufkommen, eine Vielzahl analytischer Geräte, die Daten in unterschiedlichen Formaten liefern und ein höherer Automatisierungsgrad, begleitet natürlich von dem Wunsch den Durchsatz im Labor zu erhöhen.

LABORPRAXIS: Was würde denn gegen eine LIMS-Einführung sprechen?

Dr. Claus Köller: Unternehmen, die ein LIMS einführen, müssen sich im Klaren sein, dass ein solches Projekt nicht in einer Woche durchgeführt werden kann. Es kostet in der Projektphase, die sich durchaus über mehrere Monate hinstrecken kann, sicherlich auch Arbeitszeit und erfordert darüber hinaus ein hohes Engagement bei den handelnden Personen. Wir bei t&p begleiten unsere Kunden aber selbstverständlich mit allen Möglichkeiten bei dieser Implementierung.

Thomas Köhler: Ich erinnere mich da immer an den Spruch: Wir haben keine Zeit Zäune zu bauen, wir müssen die Hühner einfangen. Die Zeit, die wir in den LIMS-Aufbau stecken, ist in meinen Augen gut investiert. Ich bin davon überzeugt, dass erst die LIMS-Implementierung uns in die Lage versetzt, die angestrebte Effizienzsteigerung zu erreichen.

LABORPRAXIS: Bei einem solch langen Projekt wie der LIMS-Implementierung, die sich ja durchaus über mehrere Monate erstrecken kann, sind sicherlich auch immer einige Hürden zu nehmen. Wo lagen die Probleme bei Ihnen?

Volker Horn: Ich denke, dass die Integration eines LIMS für sich genommen relativ einfach durchgeführt werden kann. Wenn man sich aber unsere sehr heterogene Geräteaustattung anschaut, treten die meisten Probleme bei der Anbindung der verschiedenen Messgeräte an das LIMS auf. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Datenformaten, die von den Messgeräten zur Verfügung gestellt werden.

Thomas Köhler: Diesen Aspekt kann ich nur unterstreichen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Gerätehersteller sich auf einen gemeinsamen Standard einigen könnten. Dies würde eine LIMS-Implementierung deutlich einfacher machen.

LABORPRAXIS: Herr Dr. Köller, was sagen Sie als LIMS-Experte dazu?

Dr. Claus Köller: Das sind absolut typische Probleme, die bei LIMS-Projekten häufig auftreten können. Wir als LIMS-Hersteller wären natürlich extrem daran interessiert, wenn es ein Standardformat geben würde. Allerdings befürchte ich, dass dies wohl doch ein Wunschdenken bleibt, da die Hersteller natürlich versuchen würden, ihren eigenen Standard durchzusetzen.

LABORPRAXIS: Wenden wir uns jetzt einmal der Datenspeicherung zu: Wie sieht es hier im Labor und bei den LIM-Systemen aus, gibt es schon Cloud-Lösungen?

Dr. Claus Köller: Ich denke, dass – im Gegensatz zum privaten Abspeichern von Fotos, Videos oder Musik in der Cloud – die Daten im Labor so sensibel sind, dass Anwender immer wissen wollen, wo Ihre Daten liegen. Von daher geht der Trend nicht zu Cloud-Lösungen.

Köhler: Das kann ich nur bestätigen. Die Datenspeicherung in einer Cloud ist für uns gegenwärtig keine Option.

LABORPRAXIS: Abschließend noch eine Frage: Sie haben einen Wunsch an die Gerätehersteller frei. Was wäre das?

Thomas Köhler: Ein Teil ist sicher schon Realität: Ich würde mich über verschiedene Bedienerlevel bei einer Software freuen, was in einigen Geräten bereits implementiert ist. In Abhängigkeit der Erfahrung des Nutzers und der aktuellen Problemstellung kann dann bei Bedarf eine kontextsensitive Hilfestellung der Gerätesoftware realisiert werden.

Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch.

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