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Gehirnevolution Was hat Alzheimer mit der Entwicklung unseres Gehirns zu tun?

Autor / Redakteur: Katarina Werneburg* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Tierversuche sind Grundlage aller Medikament-Neuentwicklungen. Bei der Suche nach möglichen Alzheimer-Therapien hat sich diese Strategie nicht bewährt. Woran dies liegt, haben Wissenschaftler der Universität Leipzig jetzt untersucht.

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Prof. Dr. Thomas Arendt
Prof. Dr. Thomas Arendt
(Bild: Universität Leipzig, Swen Reichhold)

Leipzig – In Deutschland leben derzeit etwa 1,2 Millionen Menschen mit Alzheimerscher Erkrankung. Täglich kommen etwa 500 Neuerkrankungen hinzu. Nach Schätzungen der WHO wird die Erkrankung in etwa 20 Jahren die weltweit zweithäufigste Todesursache sein und damit noch vor den Tumorerkrankungen liegen. Die Entwicklung präventiver oder therapeutischer Strategien stellt daher eine der vorrangigsten Herausforderungen der biomedizinischen Forschung der Gegenwart dar. Doch bislang sind alle Versuche einer Therapieentwicklung gescheitert. „An Tiermodellen sind bisher weit über 300 therapeutische Verfahren erfolgreich entwickelt und erprobt worden. Keines hat eine therapeutische Wirksamkeit am Patienten gezeigt“, sagt Prof. Dr. Thomas Arendt, Direktor des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung. Dieses Unvermögen der translationalen Umsetzung vom Tiermodell hin zum Patienten hat bei ihm grundsätzliche Zweifel an den bisherigen Krankheitskonzepten aufkommen lassen.

Menschliches Genom mit dem von anderen Säugetieren verglichen

Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Peter Stadler vom Interdisziplinären Zentrum für Bioinformatik der Universität Leipzig haben Arendt und sein Team in einem ersten Schritt die Aktivität der Gene von Alzheimer-Patienten mit denen von gesunden Menschen verglichen. Hier stießen sie auf ein Muster: Bei Alzheimer-Erkrankten waren bestimmte Gene anders aktiv als bei Gesunden. Die evolutionäre Entwicklung dieser Gene verfolgten sie dann zurück und verglichen sie mit dem Genom von nicht-menschlichen Primaten und anderen. „Die Genabschnitte der meisten Säugetiere sind heute bekannt und sequenziert. Sie sind in großen Datenbanken gespeichert und so konnten wir nachvollziehen, welche Veränderungen diese Gene in der Evolution durchlaufen haben“, erklärt Prof. Dr. Thomas Arendt.