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Varroa-Milbe

Bienen-Parasit: Neues Medikament gegen gefährliche Varroa-Milbe entdeckt

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Neuer Wirkstoff gegen die Varroa-Milbe: Entdeckt durch Zufall

Eigentlich hatte das Team um Dr. Rosenkranz einen viel komplexeren Ansatz verfolgt: „Gemeinsam mit dem Biotechnologie-Startup Sitools Biotech haben wir versucht nach dem RNA-Interferenz-Verfahren, kurz RNAi-Verfahren, gezielt bestimmte Gene auszuschalten. Dieses Verfahren erhielt 2006 den Nobelpreis für Medizin und ist seitdem weltweit zur Bekämpfung von Krankheiten in Anwendung.“ Die Idee: RNA-Bruchstücke werden an die Biene gefüttert und dann von der Varroa-Milbe beim Blutsaugen aufgenommen. In der Milbe schalten die Bruchstücke gezielt lebenswichtige Gene des Parasiten aus. „Für die Bienen sind diese RNA-Bruchstücke ungefährlich, da sie ausschließlich mit varroaspezifischen Genen interagieren. Bei der Varroa-Milbe jedoch werden zentrale Stoffwechselprozesse gestört und die Milbe schließlich abgetötet“, so Dr. Rosenkranz.

Der Ansatz zeigt Erfolg, doch dann bemerkten die Wissenschaftler etwas Seltsames: „Bei Kontrollexperimenten konnten wir auch mit unspezifischen RNA-Bruchstücken, die weder bei den Bienen noch bei den Milben ein genetisches Ziel finden sollten, die Milben abtöten“, berichtet Dr. Rosenkranz. „Etwas in unserer „Genmischung“ bekam den Milben nicht, während die Bienen keinen Schaden nahmen.“

Fast zwei Jahre dauerte es, bis das Lithiumchlorid als die geheime Wunderwaffe gegen den Parasiten gefunden war. Die Forscher hatten die Chemikalie als Hilfsmittel bei der Isolierung der RNA-Bruchstücke verwendet, mit deren Hilfe die Gene im Bienenkörper ausgeschaltet werden. Eine folgenreiche Entdeckung, denn die RNAi-Methode würde zwar wohl funktionieren, wäre allerdings teuer und aufwendig. „Lithiumchlorid hingegen ist einfach herzustellen, relativ preiswert, und unkompliziert zu lagern.“

Hintergrund: Projekt Beepax

Die Ergebnisse der Arbeit entstanden im Rahmen des Projektes Beepax der Firma Sitools und der Universität Hohenheim auf Initiative von Dr. Stefan Hannus von Sitools. Die Entdeckung von Lithium als Mittel zur Milbenbekämpfung war das Ergebnis gemeinsam durchgeführter Experimente und die erfolgreiche Verknüpfung von Expertisen im Bereich Molekularbiologie und Bienenkunde.

Gefördert wurde das Projekt mit einer Fördersumme von 303.800 Euro über eine Laufzeit von zwei Jahren von der Bayerischen Forschungsstiftung. Die Stiftung fördert zukunftsträchtige Schlüsseltechnologien. Im Mittelpunkt stehen dabei nach Angaben der Stiftung die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft und der damit verbundene Wissenstransfer.

Originalpublikation: Bettina Ziegelmann, Elisabeth Abele, Stefan Hannus, Michaela Beitzinger, Stefan Berg & Peter Rosenkranz: Lithium chloride effectively kills the honey bee parasite Varroa destructor by a systemic mode of action, Scientific Reports 8, Article number: 683 (2018) doi:10.1038/s41598-017-19137-5

* D. Barsch, F. Klebs: Universität Hohenheim, 70599 Stuttgart

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