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Wer es nicht alleine schafft, mit den Belastungen positiv umzugehen, sollte sich Hilfe organisieren. Der Leiter der Studienberatung und Psychologischen Beratung der Freien Universität Berlin, Diplom-Psychologe Hans-Werner Rückert: "Spätestens wenn sich der Stress negativ auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit auswirkt, ist es höchste Zeit für professionelle Unterstützung und Beratung." Dazu gibt es zahlreiche, etablierte Angebote: Am bekanntesten ist die zentrale Studienberatung, die 75 Prozent der Studierenden kennen und die von einem Viertel aller Studierenden in Anspruch genommen wurde.
„Work-Life-Balance“ auch Thema bei Studenten
54 Prozent der Studierenden geben an, Kenntnisse über Workshops und Seminare zum Umgang mit Stress zu haben. Einzelberatungen und vor allem Aktionstage sind dagegen deutlich weniger bekannt. Hier gibt es offensichtlich Informationsnachholbedarf. „Work-Life-Balance“ ist scheinbar auch ein Thema für Studenten. Denn die Hälfte der Studierenden wünscht sich den Ausbau von Beratungsangeboten zur Stressbewältigung durch die Hochschule und externe Organisationen. Wir verstehen dies als Auftrag, unser spezielles Know-how in Sachen Umgang mit Stress als Gesundheitskasse auch für diese jungen Menschen in Ausbildung und Studium zukünftig noch stärker zu platzieren", betont Litsch.
Ein weiterer Weg, sich vom Hochschulstress zu befreien, könnte auch die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung sein. Studierende mit Nebenjobs sind im Vergleich zu Hochschülern, die sich ausschließlich aufs Studium konzentrieren, nicht gestresster. Und so kurios es klingt: Studierende, die einer Tätigkeit von bis zu 15 Stunden pro Woche nachgehen, sind sogar weniger gestresst.
Regionale Unterschiede vorhanden
Auch interessant sind die regionalen Unterschiede: In Rheinland-Pfalz sind die Studierenden am entspanntesten, sie weisen den geringsten Stresslevel auf. In Nordrhein-Westfalen dagegen ist der höchste zu verzeichnen. Auffällig sind auch die Unterschiede in den einzelnen Studienfächern. Überaus belastend erwies sich laut Umfrage das Studium der Veterinärmedizin, während Studierende der Sportwissenschaften mit Abstand am wenigsten von Stress betroffen sind.
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