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Maßnahmen gegen Corona-Ausbreitung Die ersten beiden LAB-SUPPLY-Veranstaltungen werden verschoben

| Redakteur: Christian Lüttmann

Das Coronavirus bestimmt derzeit das öffentliche Leben. Nach großen Leitmessen wie der Analytica oder der Ifat sind nun auch die ersten zwei LAB-SUPPLY Messen verschoben worden. Diese Maßnahmen sollen verhindern, die Ausbreitung des Virus zu beschleunigen.

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Die LAB-SUPPLY-Messen in Frankfurt und in Leverkusen werden wegen der aktuellen Coronaausbreitung verschoben. (Im Bild: LAB-Supply Hamburg 2019)
Die LAB-SUPPLY-Messen in Frankfurt und in Leverkusen werden wegen der aktuellen Coronaausbreitung verschoben. (Im Bild: LAB-Supply Hamburg 2019)
(Bild: LABORPRAXIS, C. Lüttmann)

Würzburg – Analytica, Hannover Messe, Ifat sowie zahlreiche weitere Messen und öffentliche Großveranstaltungen mussten der Coronaepidemie weichen. Die Empfehlung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abzusagen, ist mittlerweile in allen deutschen Bundesländern umgesetzt. Zuletzt hatte Mecklenburg-Vorpommern am 12. März ein entsprechendes Verbot erlassen. Die konkrete Grenze von 1000 und mehr Teilnehmern soll eine schnelle Entscheidung der jeweiligen Verantwortlichen ermöglichen. Kleinere Events werden zwar bisher nicht pauschal abgesagt, das heiße aber nicht, dass alles unter 1000 Teilnehmer per se stattfinden sollte, wie Spahn betont. Ob solche Events stattfinden oder nicht, müsse jeweils im Einzelfall beurteilt werden.

So ist es auch bei der LAB-SUPPLY geschehen. Die ersten beiden der sieben Regionalmessen (in Frankfurt am Main und Leverkusen) sind nun verschoben worden, die Ersatztermine werden noch bekanntgegeben. Zwar waren hier weniger als 1000 Teilnehmer zu erwarten, doch nach reiflicher Überlegung und in Anbetracht der aktuellen sich täglich zuspitzenden Lage entschloss sich das Team hinter der regionalen Fachmesse dazu, diese sicherheitshalber zu verschieben.

LAB-SUPPLY Main – Neuer Termin: 26. August 2020 Die LAB-SUPPLY im Kasino der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst findet nun am 26. August 2020 statt. Weitere Informationen unter lab-supply.info.

Steigende Fallzahlen verlangen nach weiterreichenden Maßnahmen

Vor wenigen Wochen noch war die Lage in Deutschland vergleichsweise entspannt. Zwar hatte es bereits am 28. Januar den ersten bestätigten Coronavirus-Fall gegeben, doch war die Ausbreitung zunächst gut kontrollierbar gewesen. In den vergangenen zwei Wochen nahm die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland jedoch deutlich zu, Infektionsketten konnten nicht mehr nachverfolgt werden und die Infiziertenzahlen stiegen auf mittlerweile 4838 laborbestätigte COVID-19-Fälle (Stand: 15. März 2020, 15:00 Uhr). Allein am 14. März waren über 1000 Neuinfektionen registriert worden.

Der ursprüngliche Vorteil der LAB-SUPPLY, dass sie lediglich Besucher aus der näheren Umgebung anzieht und somit keine Personen aus Risikogebieten wie China oder Italien erwartet wurden, ist somit nicht mehr relevant. Denn das Virus ist längst nicht mehr so weit weg, als dass das Risiko eines infizierten Messeteilnehmers, der andere Besucher anstecken könnte, zu vernachlässigen wäre.

Ausbreitung verlangsamen

Mit der Verschiebung der LAB-SUPPLY tragen die Verantwortlichen zu der Empfehlung von Bundesminister Spahn bei, der in einer Pressekonferenz vom 11. März betonte: „Unser oberstes Ziel ist und bleibt, die Ausbreitung des Virus in Deutschland und in Europa einzudämmen und zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem zuvörderst funktionsfähig zu halten.“

Corona-Krise aktuell Impfstoffentwicklung, Schnelltests und verschobene Fachmessen – hier finden Sie die neusten Meldungen zum Thema Coronavirus aus der LABORPRAXIS-Redaktion.

Denn aufhalten lässt sich das Corona-Virus wohl erst einmal nicht, wie der Leiter des Robert-Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler, sagt: „Wir wissen, dass es sich um ein pandemisches Virus handelt, also ein Virus, das 60 bis 70 Prozent der Menschen infizieren wird. Je länger dies dauert, desto besser ist dies – zum einen, weil dann die Chance wächst, dass ein Impfstoff im nächsten Jahr zur Verfügung steht, und zum anderen, weil die Chance besteht, dass Therapeutika verfügbar sind.“ Alle Maßnahmen zielen daher auf eine Verlangsamung von Neuansteckungen hin. Damit soll auch das Gesundheitssystem entlastet werden, das bei einer zu hohen Zahl an gleichzeitig erkrankten Patienten an seine Grenzen zu kommen droht.

Was jeder tun kann

Wie die Maßnahmen greifen, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Neben der offiziellen Absage von Veranstaltungen, kann aber auch jeder einzelne zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Dabei seien die Maßnahmen nicht anders als bei einer Grippe, wie Spahn beschreibt. „Wenn ich weiß, dass mein Partner, mein Kind, meine Eltern Grippe haben, dann weiß ich doch auch, wie ich mich verhalte, um mich selbst zu schützen und es nicht weiterzugeben. Diese einfachen Verhaltensweisen sind genau die, die jetzt helfen, wenn wir sie konsequent durchhalten.“ Konkret heißt das: Abstand halten und auch wenn es schwer fällt lieber auch Händeschütteln und Umarmungen verzichten. Atemschutzmasken oder Handdesinfektion seien dabei in der Regel gar nicht notwendig. „Es reicht das intensive Händewaschen. ‚Intensiv‘ heißt länger als zwei Sekunden intensiv mit Seife“, sagt Spahn.

Wie es mit den LAB-SUPPLY-Messen weitergeht, erfahren Sie auf lab-supply.info

Welche weiteren Messen verschoben wurden und wann diese stattfinden, haben wir Ihnen in einem Artikel zusammengestellt.

Ergänzendes zum Thema:

Das Dashboard der WHO zu COVID-19 visualisiert auf einer Weltkarte die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus.

Die Redakteure von Zeit Online haben in einer Deutschlandkarte den zeitlichen Verlauf der Corona-Ausbreitung in Deutschland visualisiert.

Quellen:

Pressekonferenz der Bundesregierung vom 11.3.2020:

Aktuelle Covid19-Fallzahlen in Deutschland und weltweit, Robert-Koch-Institut

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