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Abwasser Enzyme zur Beseitigung von Spurenschadstoffen in Abwasser nutzen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Netzwerk Biomastec unter der Leitung von Dr. Akuma Saningong hat erfolgreich das FuE-Projekt „Entwicklung einer prototypischen enzym-basierten Filteranlage zur Entgiftung und Entfernung von Spurenschadstoffen in kommunalen und industriellen Abwässern“ initiiert und beantragt. Das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von ca. 620.000 Euro wird im Rahmen des Förderprogramms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) mit ca. 330.000 Euro gefördert.

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Das Netzwerk von Biomastec arbeitet an der Entwicklung eines umweltfreundlichen enzym-(laccase) basierten Reaktors und einer Filtrationseinheit zur chemikalienfreien Entgiftung und Entfernung von Spurenschadstoffen in kommunalen und industriellen Abwässern.
Das Netzwerk von Biomastec arbeitet an der Entwicklung eines umweltfreundlichen enzym-(laccase) basierten Reaktors und einer Filtrationseinheit zur chemikalienfreien Entgiftung und Entfernung von Spurenschadstoffen in kommunalen und industriellen Abwässern.
(Bild: Biomastec)

Ellwangen – In den letzten Jahren wird vermehrt über das Vorkommen von natürlichen und synthetischen organischen Spurenschadstoffen in verschiedenen aquatischen und terrestrischen Umweltkompartimenten wie Böden, Oberflächengewässern und Grundwässern berichtet. Die Spurenschadstoffe, die in den städtischen und industriellen Abwässern nachgewiesen werden können, reichen von Arzneimittelwirkstoffen wie Östrogene (z. B. 17ß-Östradiol, Östron, 17α-Ethinylöstradiol), Analgetika (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Tramadol, Naproxene), Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin, Clarithromycin, Metronidazol, Moxifloxacin), Lipidsenker (z. B. Clofibrinsäure, Bezafibrat), Antiepileptika (z. B. Carbamazepin), Antihypertonika (z. B. Telmisartan), ß-Blocker (z. B. Bisoprolol), Röntgenkonstrastmittel (z. B. Amidotrizoesäure, Iopamidol), Pestizide (z. B. Lindan, Mecoprop, Dichlorprop) bis hin zu polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) wie z. B. Naphthalenen, Anthracenen und Phenanthrenen.

Ziel dieses Forschungs- und Entwicklungsvorhabens ist die Erforschung und Entwicklung eines umweltfreundlichen enzym-(laccase) basierten Reaktors und einer Filtrationseinheit zur chemikalienfreien Entgiftung und Entfernung von Spurenschadstoffen in kommunalen und industriellen Abwässern.

Die Projektpartner sind Atec Automatisierungstechnik GmbH, Neu Ulm, Dipl.-Ing. Günther Enderle; ASA Spezialenzyme GmbH, Wolfenbüttel, Dr. Arno Cordes und Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Abteilung für Angewandte Mikrobiologie, Prof. Dr. Frieder Schauer.

Laccase-basierte Verfahren für die Abwasserreinigung

Mit diesem FuE-Vorhaben betreten die Projektpartner angewandtes wissenschaftliches Neuland, wobei das Ziel verfolgt wird, Laccase-basierte Verfahren zu entwickeln und zu optimieren, um Spurenschadstoffe aus Abwässern zu entgiften bzw. zu entfernen. Durch die Nutzung der synthetischen Biologie können die Laccasen in gleich bleibender Qualität zur Verwendung bereitgestellt werden, entwickelt und vergleichend auf ihr Substratspektrum und ihre Aktivität erprobt werden. Die Neuheit des angedachten Lösungswegs besteht darin, dass die Membrantechnologie und die Enzymologie in einem Schritt erforscht und erprobt werden, um das gesellschaftliche Problem „Spurenschadstoffe im Abwasser“ zu bekämpfen und die Wiederverwendung als Trink- und Brauchwasser wesentlich zu vereinfachen.

Das Netzwerk Biomastec „Neue Technologien für die effiziente und nachhaltige Nutzung von Biomasse“ forciert den Leitgedanken der Bioökonomie. Ziel des Netzwerkes ist die marktorientierte Erforschung und Entwicklung von innovativen Verfahren, Produkten und technischen Dienstleistungen für die Nutzung von Abfall-Bioressourcen. Das Alleinstellungsmerkmal von Biomastec ist dabei die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette der Biomasseverwertung, heißt es in einer Pressemitteilung.

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