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Neue Sicherheitsbestimmungen für elektrische Laborgeräte

Heizhauben: Folgenreiche Fehler meiden

| Autor / Redakteur: Birgit Blum*, Oliver Maaß** / Dr. Ilka Ottleben

Abb.1: Flüssigkeiten müssen im Labor häufig erhitzt werden. Dabei kann auch mal etwas schief gehen.
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Abb.1: Flüssigkeiten müssen im Labor häufig erhitzt werden. Dabei kann auch mal etwas schief gehen. (Bild: ©nordroden - stock.adobe.com)

Heizhauben sollten es dem Anwender ermöglichen, Flüssigkeiten schnell und sicher zu erhitzen – auch dann noch wenn es (versehentlich) zu Fehlanwendungen kommt. Dem trägt ein geänderter EN-Standard nun Rechnung. Auch für Anwender wichtig zu wissen: Eine Missachtung kann ungeahnte Folgen haben.

Ob zur Synthese oder im Rahmen der Analytik – Flüssigkeiten schnell und exakt zu erhitzen, gehört zu den Standardanwendungen im Labor. Dabei ist Sicherheit mindestens ebenso wichtig. Allzu schnell ist im täglichen Trubel des Labors einmal Flüssigkeit verschüttet oder ein zu hoch gefülltes Gefäß läuft über. Wasser und Strom ist bekanntermaßen mitunter eine heikle Angelegenheit. Die verwendete Gerätetechnik sollte dem stets Rechnung tragen.

Im Oktober 2013 wurde der bis dahin geltende Standard EN 61010-1:2001 (Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte. Allgemeine Anforderungen) aktualisiert und erweitert. Die neue Version des Standards EN 61010-1:2010 (IEC 61010-1:2013) – Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte, Allgemeine Anforderungen trat in Kraft. Diese Änderungen erfordern ein grundlegend neues Konstruktionskonzept von Geräten wie der Heizhaube. „Was manch einem Anwender evtl. nicht bewusst ist: Ein Missachten des neuen EU-Standards für Laborgeräte kann ungeahnte Folgen haben. Im Schadensfall droht der Verlust des Versicherungsschutzes und im Zuge der REACh-Verordnung kann der Endanwender seine ISO-Zertifizierung verlieren, wenn im Arbeitsprozess nicht normenkonforme Geräte verwendet werden“, sagt auch der Münchner Rechtsanwalt Dr. Oliver Maaß.

Neuer EN-Standard: Was hat sich geändert?

Zunächst wurde der Anwendungsbereich des Standards von Geräten für industrielle Nutzung auf den Bereich der privaten Verwendung erweitert. Darüber hinaus wurden die Anforderungen an die Isolation der Geräte vollständig neu geschrieben und zusätzliche Anforderungen zum Schutz gegen mechanische Gefährdungen wurden in den Normentexten eingefügt.

Neu formuliert wurden neben den Anforderungen an ergonomische Aspekte auch die Anforderungen hinsichtlich vorhersehbarer Fehlanwendungen durch den Benutzer der Geräte. Ebenso wurde der Standard um einen gesonderten Abschnitt über Gefährdungen und Umgebungen erweitert, die nicht von dem bisherigen Standard abgedeckt wurden.

Was bedeutet das in der Praxis?

Alle neuen Produkte, die in den europäischen Markt eingeführt werden, müssen seit Inkrafttreten des neuen Standards diesem auch entsprechen. Von dieser Änderung sind auch alle Heizhauben als wichtige Basis-Laborgeräte betroffen.

Ergänzendes zum Thema
 
Neues Regelwerk: Was ist wichtig?

Wie wurden handelsübliche Heizhauben bisher gebaut?

Bisher kam in Heizhauben ein Heiz­element aus einem Kupferdraht zur Anwendung. Dieser wurde mit glasfaserartigem Baumwollgewebe umwoben anschließend in hemisphärische Form gebracht und als Heizelement in der Heizhaube verbaut. Nachteil: Die Glasbaumwolle schützt das Heizelement nicht vor Eindringen von Flüssigkeit, mit dem Ergebnis, dass eine Feuchtigkeitsvorbehandlung erforderlich ist, bevor die Hauben die vorgeschriebene Isolations- und Spannungsprüfung absolvieren können.

Seit 2010 ist es deshalb unzulässig, hygroskopisches Material als Isolierung der Heizelemente zu verwenden, um die Risiken bei Verschütten und Überlauf der Flüssigkeiten zu minimieren.

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