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Biogas „on demand“ federt Spitzenbedarf ab
Die Nachfrage nach Energie schwankt je nach Tageszeit. Herkömmliche Biogasanlagen liefern jedoch kontinuierlich dieselbe Gasmenge. Das An- und Ausschalten der Anlagen dauert sehr lange und Biogas zu speichern ist aufwendig und kostenintensiv. Um einen Spitzenbedarf abzufedern, entwickeln die Agrartechniker deshalb eine Steuertechnik, mit der die Methan-Produktion der zweiphasigen Biogasanlagen innerhalb von kürzester Zeit herauf- oder heruntergefahren werden kann.
Dazu wollen die Agrartechniker der Universität Hohenheim zwischen den beiden Fermentern einen Sensor anbringen. Dieser soll die Konzentration der Zuckerverbindungen, Alkohole und Fettsäuren in dem Flüssigkeitsgemisch erfassen, das vom ersten in den zweiten Fermenter gepumpt wird. Je nach Stromnachfrage soll der Sensor dann steuern wie viel von dem Flüssigkeitsgemisch weitergeleitet wird.
„Wenn weniger gebraucht wird als vorhanden, wird der Überschuss in einem Tank zwischengelagert“, erklärt Dr. Zielonka „So können die Betreiber von Biogasanlagen einen Energie-Vorrat anlegen, der sich in Zeiten großer Gasnachfrage kurzfristig zu Gas verarbeiten und ins Netz einspeisen lässt.“
Insgesamt 1,7 Mio. Euro Fördermittel
Die Arbeit der Forscher gliedert sich in drei Projekte, die insgesamt mit rund 4,6 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über den Projektträger Jülich GmbH gefördert werden. Davon erhält die Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie einen Anteil von 1,73 Mio. Euro.
Das Projekt AG-HiPreFer soll die technischen Voraussetzungen für die Hochdruck-Vergärung schaffen. Der Name steht für „Autogenerativ Two-Phase High Pressure Fermentation“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Projektträger Jülich fördern das Teilprojekt der Landesanstalt mit 832.000 Euro. Projektpartner sind die DVGW-Forschungsstelle an der Universität Karlsruhe (DVGW-EBI), das Institut für Mikrobiologie und Weinforschung der Johannes Gutenberg Universität Mainz (IMW) und Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann in Luxemburg (CRP).
Das Teilprojekt ELAST2P beschäftigt sich mit der Regulierung der Methan-Produktion je nach Strombedarf sowie mit der Wiederaufbereitung der Gärreste durch Pilzkulturen. Die Abkürzung ELAST2P steht für „Entwicklung von Sensortechnik und Grundlagen einer flexiblen lastabhängigen Steuerung der Intermediatbildung in zweiphasigen Biogas-Prozessen unter Berücksichtigung einer vollständigen Substratausnutzung“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Teilprojekt der Universität Hohenheim mit knapp 421.000 Euro. Die Projektpartner kommen von der Goethe-Universität Frankfurt am Main, von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und von dem Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte e.V. an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Ziel des Teilprojekts MethanoQuant ist es biochemische Vorgänge innerhalb der Biogasanlage besser zu verstehen und zu quantifizieren. Der Name MethanoQuant steht für „Quantifizierung der Wege zur Methanentstehung“. Das Projekt ist, wie die beiden anderen Projekte,Teil der Förderinitiative BioProFi (Bioenergie – Prozessorientierte Forschung und Innovation) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird von diesem mit über 476.000 Euro gefördert. Projektpartner sind die Goethe-Universität Frankfurt am Main (Koordination), die Brandenburgische Technische Universität Cottbus sowie das Steinbeis Forschungs- und Innovationszentren GmbH, Stuttgart.
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