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Waldbrände

Holzkohle aus Waldbränden landet in den Ozeanen

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147 Wasserproben aus aller Welt untersucht

Das internationale Forscherteam, zu dem auch Wissenschaftler des Skidaway Institute of Ozeanography in Gorgia, dem Woods Hole Research Center in Massachusetts, dem USDA Forest Service und der University of Helsinki in Finland gehörten, hatte für die Studie 174 Wasserproben aus aller Welt ausgewertet, darunter Proben aus Flüssen wie dem Amazonas, dem Kongo und dem Jangtse, aber auch aus der Arktis. Überraschenderweise entsprach der Anteil an gelöster Holzkohle in allen Proben jeweils zehn Prozent der Gesamtmenge an gelösten organischen Kohlenstoffverbindungen. Anhand dieses Wertes haben die Forscher auf der Basis früherer Studien die globale Holzkohlefracht abgeschätzt. Demnach werden jedes Jahr rund 25 Millionen Tonnen Holzkohle vom Land ins Meer transportiert.

Die neuen Erkenntnisse helfen, das globale Kohlenstoffbudget besser zu kalkulieren. Dieses setzt sich zusammen aus den Einträgen aus kohlenstoffproduzierenden Quellen (z.B. Pflanzen) und den Abbauprozessen, bei denen organischer Kohlenstoff in Kohlendioxid umgewandelt wird. Möglichst genaue Berechnungen des globalen Budgets sind wichtig, um Klimafolgen abzuschätzen und Wege zu finden, um sie zu mildern. Zum Holzkohlegehalt im Boden waren bisher nur grobe Schätzungen möglich. Wie sich nun herausgestellt hat, sind die meisten davon zudem falsch, denn der Gesamtgehalt wird durch Holzkohle produzierende Prozesse wie Waldbrände sowie den Abtransport ins Meer bestimmt.

Die Ergebnisse sollten nach Meinung der Autoren in Überlegungen zur technischen Kohlenstoffspeicherung eingehen. Zu diesen Techniken gehört etwa die Kohlenstoffspeicherung in Form von Biokohle. Dabei wird dem Boden Holzkohle aus Pflanzen beigemischt, die Kohlenstoff binden soll. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass sich diese Kohle wieder aus dem Boden löst. Um das Risiko besser abschätzen zu können, konzentrieren sich die Forscher nun auf die Frage, wie sich der Holzkohleeintrag in die Ozeane auf die Umwelt auswirkt. Je besser man diese Prozesse verstehe, desto besser seien die Chancen, eine optimale Technik der Kohlenstoffspeicherung entwickeln zu können, so die Autoren.

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