Nerven in der Haut bremsen Melanome (Wissenschaftsbild des Tages)
Nervenfasern in Melanomen können das Wachstum dieser Tumore verlangsamen. Das zeigt eine Studie unter Leitung von Forschenden des Weill Cornell Medicine.
Die Wissenschaftler untersuchten an Mausmodellen des Hautkrebses Melanom das Vorkommen und die Auswirkungen peripherer Nerven, die in Tumore hineinwachsen. Sie fanden heraus, dass Nerven des sympathischen Nervensystems oft zahlreich in solchen Tumoren vorkommen. Diese Nerven können das Tumorwachstum hemmen, indem sie lokal vorhandene tumorfördernde Makrophagen – eine Art Immunzellen – reduzieren.
Die Forschenden nutzten eine Technik namens Whole-Mount-Immunmarkierung, bei der eine gesamte Gewebeprobe optisch transparent gemacht wird, um die Nerven in den Tumoren zu zählen, zu identifizieren und ihre Pfade nachzuverfolgen.
Diese Untersuchungen zeigten, dass schmerzempfindliche Nerven und sympathische Nerven in den Melanomen weit verbreitet waren und mit dem Tumorwachstum zunahmen – besonders in langsamer wachsenden Tumoren. Die schmerzempfindlichen Nerven schienen eine tumorfördernde Wirkung zu haben. Die sympathischen Nerven hingegen übten überraschenderweise eine tumorhemmende Wirkung aus.
Die Ergebnisse bringen das noch recht neue Feld der Krebs-Neurowissenschaften voran und könnten künftige Therapiestrategien beeinflussen.
Das Bild zeigt: Nerven (in grün) in einem Melanom-Tumor.
Hier gehts zur Originalmeldung
Wissenschaftsbild des Tages vom 7.5.2026 (Bild: Dr. David J. Simon)

